Dein Abenteuer beginnt hier!

Teaserbild: Abenteuer Nepal: Trekking auf dem Manaslu Circuit

Abenteuer Nepal: Trekking auf dem Manaslu Circuit

Die Idee nach Nepal zu reisen reifte, als mich ein Freund von seinen Plänen, eine Asienreise zu unternehmen, unterrichtete. Seine erste Station sollte Nepal sein und ich dachte mir: „Warum ihn nicht einfach begleiten?“ Nepal stand, nicht zuletzt wegen der unglaublichen Landschaft und der Geschichten, die man über den Himalaya hört, schon lange auf meiner Liste und mit ihm, der bereits Erfahrungen in Asien gesammelt hatte, fand ich vermutlich den perfekten Reisepartner. Im April 2019 buchten wir also unsere Flüge und die Sache war beschlossen. Kurz zu uns: Das sind Chris, der gerade sein Lehramtsstudium abgeschlossen hatte und nicht direkt ins Referendariat starten, sondern die Zeit vorher noch einmal nutzen wollte, um neue Ecken aus der weiten Welt zu erkunden. Und natürlich ich selbst, Philip. Für mich hat es leider „nur“ für einen Monat Nepal mit Chris gereicht, da ich mein Sportstudium im Winter noch abschließen muss.

Chris hatte sich vorgenommen, in Nepal eine längere Wanderung zu unternehmen und stieß auf seiner Suche schnell auf den Annapurna Circuit, den zweifelsohne bekanntesten Trek Nepals. Ich selbst war für alles offen und war mit diesem Plan zunächst einverstanden. Nach intensiveren Recherchen und aufgrund von Erfahrungsberichten eines Bekannten aus den letzten Jahren wuchsen bei mir jedoch Zweifel: Entlang des Annapurna Circuit soll wohl eine immer besser ausgebaute Jeep Road entstanden sein, um den Anforderungen der wachsenden Touristenzahlen gerecht zu werden. Das entsprach nicht mehr ganz meinen Vorstellungen einer Trekkingtour durch den Himalaya. Eher dachte ich dabei an unberührte Natur, kleine Bergdörfer und viel Zeit, in der man auch mal auf keine Zivilisation trifft.
Anfangs konnte ich Chris nicht so recht davon überzeugen, die Auswahl des Treks noch einmal zu überdenken, auch aus dem Grund, dass es aus organisatorischer Sicht tatsächlich die einfachere Lösung gewesen wäre, den Annapurna Circuit zu laufen. Mein Vorschlag war der weniger frequentierte Manaslu Circuit, für den sich schlussendlich auch Chris begeistern konnte – wie sich später herausstellen sollte, die absolut richtige Entscheidung.

Viel mehr als das genaue Abflugdatum und die Auswahl des Treks hatte unsere Planung von Deutschland aus dann auch nicht beinhaltet. Das Einzige, das wir wussten, war, dass man für den Manaslu Circuit zwingend einen ortskundigen Guide benötigt. Wir verzichteten jedoch bewusst darauf, über eine Agentur eine schon fertig geplante Tour zu buchen, da wir weder Porter (Gepäckträger) noch Vollverpflegung in Anspruch nehmen wollten. Das Ziel war es, alles so günstig wie möglich zu halten – typische Studenten eben. Unsere erste Amtshandlung in Kathmandu war demnach, nach ortsansässigen Trekkingorganisationen zu suchen. Schnell merkten wir, dass unsere zugegeben sehr niedrige Preisvorstellung von 300 USD pro Person eventuell doch etwas zu tief angesetzt war. Auf Basis von durchschnittlich 900 USD pro Nase konnten wir den Preis auch nicht in die Nähe dieser Vorstellung herunterhandeln. Irgendwann sprach uns dann ein junger Mann an und verwickelte uns in einen kurzen Smalltalk über Friedrich Nietzsche – by the way, er hat Literatur studiert. Er stellte sich mir als Hari vor – Zitat: „Ja genau, Hari, wie Harry Potter“ – und als wir erwähnten, dass wir auf der Suche nach einem Guide für den Manaslu Circuit waren, ließ er beiläufig verlauten, dass er selbst auch Trekkingguide wäre und sein Büro gleich um die Ecke. Etwas skeptisch waren wir zunächst, aber gut, wir versuchten unser Glück. Nachdem wir Hari erläutert hatten, wonach wir genau suchten und er auch von unserer Preisvorstellung nicht direkt abgeschreckt war, wurde uns schnell klar, dass dieser Typ tatsächlich unser Mann sein könnte. Wir besprachen die restlichen Modalitäten und mit unserem Preis konnte Hari auch leben. Das Abenteuer Manaslu Circuit nahm also Form an. Zur Feier des Tages wurden wir prompt noch auf einen Tee und zum Mittagessen eingeladen. Da sagten wir natürlich nicht Nein.

In den darauffolgenden Tagen mussten wir uns in Kathmandu noch ein wenig die Zeit vertreiben, da wir genau in der Woche angekommen waren, in der in Nepal das Dashain-Festival gefeiert wurde. Bei diesem Fest ist es Tradition, dass sich die Familien in ihren Heimatorten treffen und gemeinsam im geschlossenen Kreis den Sieg des Guten über das Böse zelebrieren. Vom Zeitraum fällt es in die Zeit nach der Ernte, sodass man es auch mit dem Erntedankfest in Deutschland vergleichen kann, denn auch die ertragreiche Ernte des Sommers wird von den NepalesInnen gefeiert. Da viele aus Kathmandu raus aufs Land gefahren waren, schlief das alltägliche Leben in der Stadt ein wenig und auch die Behörden, bei denen wir unsere Permits für den Manaslu Circuit beantragen mussten, hatten geschlossen.

Faktenzeit: Ein Teil des Manaslu Circuit befindet sich in der Manaslu Conservation Area in der Region Ghorka. Das Permit für diesen Bereich kostet 100 US$ (musste von uns auch in US$ bezahlt werden) und gilt für 7 Tage. Zusätzliche Tage werden laut unserer Infos mit 15 US$ pro Tag berechnet. Am Ende läuft man auf dem Manaslu Circuit auch noch durch die Annapurna Conservation Area in der Manang-Region. Auch hierfür benötigt man ein Permit, das allerdings nur 6000 Rs, also ca. 50 € kostet. Beide Permits muss man vor Beginn des Treks in Kathmandu erwerben.

Wir nutzen die Zeit für ein wenig Sightseeing und Donnerstagvormittag (gelandet waren wir in der Nacht von Sonntag auf Montag) konnten wir in Richtung des Ausgangspunkts unseres Treks aufbrechen. Die Fahrt dorthin war ein Abenteuer für sich. Wie es sich für Low-Budget-Reisende gehört, fuhren wir die erste, 4-stündige Etappe mit dem lokalen Bus. Haris Frau Kabita begleitete uns das erste Stück und Hari selbst, der am Morgen noch die Permits abholten musste, wollte irgendwo zusteigen. Irgendwann war er dann tatsächlich mit im Bus – erst mal durchatmen. Aber bloß nicht zu tief, denn die staubige Luft auf Nepals Highways lud nicht gerade dazu ein. Jetzt hieß es nur noch hoffen, dass unsere Rucksäcke, die einfach aufs Dach geworfen wurden, nach der Fahrt immer noch da waren. Straßen in Nepal können alles zwischen Himmel und Hölle sein, mal butterweich, mal wie ein Schweizer Käse. Der Bus hat es auf jeden Fall überlebt und auch wir waren froh, als die abenteuerliche Fahrt irgendwann vorbei war. Die Zeit war leider schon relativ fortgeschritten und wir mussten in Dhading Besi für die zweite Etappe des Tages in einen Jeep umsteigen, der uns weiter in Richtung Arughat bringen konnte. Und naja, wie soll ich sagen … der Jeep fuhr noch. Von mehr konnte allerdings nicht die Rede sein. Dafür war die Fahrt landschaftlich sehr ansprechend und als wir in Arughat ankamen, fühlten wir uns wie in einer anderen Welt. Zum ersten Mal merken wir, dass in den ländlichen Regionen Nepals die Zeit ein wenig stehengeblieben war. Am nächsten Morgen mussten wir nochmals eine knappe Stunde mit dem Bus fahren um nach Soti Khola zu gelangen, wo sich der offizielle Startpunkt des Manaslu Circuit befindet. Als ich die „Straße“ sah, konnte ich mir allerdings schwer vorstellen, wie darauf ein Bus fahren sollte. Sie glich eher einem Geröllfeld, auf dem am Abend zuvor schon der Jeep zu kämpfen hatte. Ich wurde eines Besseren belehrt. Mit den nepalesischen Bussen kann man nicht nur über Geröll fahren (oder doch eher springen?), sondern auch Flüsse durchqueren und sich steil bergab auf einer viel zu schmalen Straße am Abgrund entlangschlängeln.

Gegen 10 Uhr erreichten wir endlich Soti Khola und konnten loswandern. Die ersten beiden Tage des Treks waren geprägt von subtropischem Klima: Es war für Oktober unglaublich warm und die hohe Luftfeuchtigkeit tat ihr Übriges. Der Trek führt immer entlang des Flusses Budhi Gandaki und das tiefe Tal bot uns eine unglaublich schöne und abwechslungsreiche Kulisse. Wir überquerten unsere ersten großen Hängebrücken, passierten riesige Wasserfälle und kleine Dörfer, in denen alles noch so ursprünglich erschien, wie wir es sonst nur aus Filmen kannten. Auf den zweiten Blick erspähten wir jedoch die ein oder andere Satellitenschüssel – Fernsehen und Handyempfang gibt es hier also doch.
Die erste Nacht verbrachten wir in Machhakhola. Ich taufte den Ort auf „Eseldorf“, denn das Einwohner-zu-Esel-Verhältnis lag hier mindestens bei 1:1.
Tag 2 führte uns weiter entlang des Budhi Gandaki nach Jagat. Wie schon am Tag zuvor war die Vegetation sehr grün und üppig, aber dennoch vielfältig. Am Ortseingang zu Jagat liegt auch die Grenze zur Manaslu Conservation Area. Ab dem nächsten Tag durften wir mit unserem Permit also 7 Tage in diesem Bereich bleiben. Das bedeute für die Planung, dass wir uns genau einen Pausentag gönnen konnten, den wir irgendwo in höheren Lagen zur besseren Akklimatisierung verbringen wollten. Doch meistens kommt alles anders als geplant: Am Abend entschied sich mein Magen leider für Dinge, die mit Wandern nicht gut kombinierbar sind und wir waren gezwungen, unseren Pausentag schon am nächsten Tag zu verbrauchen – ich verbrachte ihn überwiegend im Bett und auf der Toilette.
Am nächsten Tag ging es mir zum Glück wieder so gut, dass ich zumindest die nächste Etappe laufen konnte. Wie völlig aus dem Nichts zeigten sich uns an diesem Tag auch die ersten richtig hohen Berge wie der Shringi Himal mit 7161 m – sehr beeindruckend.
Das Ziel des dritten Tages war der Ort Deng auf inzwischen immerhin 1860 m.
An vierten Tag ging es zum ersten Mal ein paar Höhenmeter mehr nach oben. Unser Ziel war Namrung auf 2630 m. Auf dem Weg passierten wir auch einen noch ziemlich frischen Erdrutsch (vermutlich aus dem Sommer) und wieder einmal wurden wir von den Dimensionen überwältig, denn der lose Mix aus Dreck und Steinen erstreckte sich über mehrere hundert Meter. Namrung wurde beim Erdbeben 2015 stark zerstört und in den letzten Jahren mithilfe eines guten Sponsors wieder sehr luxuriös (für Trekking-Verhältnisse) aufgebaut. Wer also Lust auf eine Suite mit eigenem Bad und warmer Dusche hat, kann hier für etwas mehr Geld fündig werden. Der nächste Morgen begann wieder mit strahlendem Sonnenschein und es war verblüffend, wie grün die Natur auf dieser Höhe noch ist. In den Alpen hätte man hier im besten Fall noch ein bisschen Gras.

Der Weg führte uns nun zunehmend weiter nach oben. Zugegeben, die Etappe nach Samagaun war sowohl in Bezug auf die Distanz als auch die Höhenmeter ein harter Brocken, aber irgendwann erreichten wir den größten Ort auf dem Manaslu Circuit dann doch – und wir konnten zum ersten Mal den Manaslu sehen, was die Motivation natürlich deutlich steigerte. Mit seinen 8163 m Höhe und der markanten Doppelzacke macht der Manaslu im Vergleich zu den anderen Bergen schon ziemlich was her! Samagaun selbst liegt auf 3525 m am Fuße des Manaslu und es wohnen dort über 3000 Menschen. Hätten wir unseren Pausentag nicht schon verbraucht, dann wäre Samagaun vermutlich unser Place to be dafür gewesen. Ein landschaftliches Highlight ist von hier aus gut zu erreichen, denn etwa 40 Minuten zu Fuß entfernt liegt der Gletschersee des Manaslu, der Birendra Lake. Wenn man ein bisschen Zeit hat, lädt der Strand zum Verweilen oder zum Bau eines Steinmännchens ein. Das wollten wir natürlich nicht komplett verpassen und da die nächste Etappe nicht besonders lang und recht gemütlich zu laufen war, machten wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück noch einen kurzen Abstecher zum See. Das Wetter war wieder perfekt und der Manaslu präsentierte sich uns in seiner ganzen Pracht. Dann hieß es: Schnell zurück zum Guesthouse, um die Rücksäcke zu holen und wir starteten in die nächste Etappe nach Samdo. An den nächsten beiden Tagen unternahmen wir am Nachmittag jeweils noch kleine Akklimatisierungstouren, bei denen wir noch ein paar hundert Höhenmeter weiter rauf gingen. Über Nacht wurde das Wetter dann zum ersten Mal auf unserer Reise schlechter und brachte den ersten Schnee der Saison mit sich. Der Kulisse stand die Schicht aus weißem Puder allerdings hervorragend. Die letzte Nacht vor dem Larke-Pass verbrachten wir in Dharamsala auf 4460 m – jetzt wurde die Luft wirklich langsam dünn. Bei mir spiegelte sich das wieder in starken Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit am Abend – Anzeichen einer Höhenkrankheit und „beste“ Voraussetzungen, um am nächsten Tag den Pass zu erklimmen. Nützt ja alles nichts, Ibuprofen regelt das schon und gemütlich war es in unserem Zelt (ja, es waren nur noch Zelte frei) auch.

Nun war der große Tag also gekommen und am nächsten Morgen hieß es sehr früh aufstehen. Um 4 Uhr gab es Frühstück, kurz vor 5 starteten wir in Richtung Larke-Pass. Wettertechnisch hatten wir wieder einmal Glück und durften auf ca. 4800 m Höhe einen wunderschönen Sonnenaufgang genießen. Die Sonne lieferte uns zwar neue Energie und es war nicht mehr ganz so kalt, dennoch spürten wir jeden Höhenmeter, den wir weiter aufstiegen. Der Wunsch, hinter der nächsten Felskuppe endlich den Pass sehen zu können, wurde unzählige Male nicht erfüllt. Langsam kamen wir an unsere Grenzen, denn obwohl wir beide auf einem überdurchschnittlich guten Fitnesslevel waren, machte uns die dünne Luft ganz schön zu schaffen. Doch alles hat irgendwann ein Ende und so erreichten wir gegen 9 Uhr den Larke-Pass auf 5163 m. Die Euphorie hielt allerdings nur kurz an, denn es war saukalt und windig dort oben. Verglichen mit den vielen bisherigen Highlights war der Larke-Pass auch eher unspektakulär. Also schossen wir die üblichen Touri-Fotos und dann nichts wie runter. Uns erwartete nun ein 4-stündiger Abstieg nach Bhimthang, satte 1600 Höhenmeter abwärts – kniefreundlich war das nicht gerade. Von Bhimthang aus konnte man dann erneut den Manaslu sehen, dieses Mal von der anderen Seite. Schlafen auf 3700 m fühlte sich nach diesem Tag fast wie Urlaub an.
Am letzten Tag ging es stets weiter abwärts bis zum Endpunkt des Manaslu Circuit in Dharapani. Dort angekommen waren unsere Oberschenkel dann völlig im Eimer – waren ja auch immerhin knapp 2000 Höhenmeter Unterschied, die kurzen aber knackigen Zwischenanstiege noch nicht dazugezählt. Egal, wir hatten es geschafft und nach 10 Tagen und ca. 160 km war das Projekt Manaslu Circuit erfolgreich gemeistert!
Am nächsten Tag mussten wir noch eine 4-stündige Jeep-Fahrt nach Besisahar überleben, von wo aus Busse zurück nach Kathmandu bzw. wie für uns nach Pokhara fuhren. In Pokhara blieben wir dann noch 9 Tage und hatten genug Zeit, um die Umgebung ganz genau zu erkunden. Was wir dort erlebt haben, erfahrt ihr in einem weiteren Reisebericht aus Nepal!

Der Manaslu Circuit ist ein unglaublich abwechslungsreicher und wunderschöner Trek, den man auch während eines kürzeren Aufenthalts in Nepal schaffen kann. Man trifft auf überaus nette und aufgeschlossene Menschen, bei denen man sich jeder Zeit Willkommen fühlt. Verglichen mit dem Annapurna Circuit ist der Manaslu Circuit der deutlich weniger bewanderte Trek, obwohl beide direkt nebeneinander liegen. Wer also die Abgeschiedenheit mag und bereit ist, ein paar Taler mehr für Guide und Permits zu zahlen, dem können wir diesen Trek nur wärmstens ans Herz legen. Besonders krass aufgefallen ist uns auf der Fahrt von Dharapani nach Besisahar, welche Massen auf dem Annapurna Circuit unterwegs waren – allein auf diesem kurzen Stück kamen uns bestimmt 250 Wanderer entgegen!

Unseren Guide Hari können wir auch uneingeschränkt weiterempfehlen. Seine Website ist unten verlinkt. Wer also plant, eine Nepalreise zu unternehmen, sollte auf jeden Fall mal sein Angebot durchstöbern – sicher ist etwas Passendes dabei!

Reisezeit
Die Hauptreisezeit in Nepal ist im Herbst von Oktober bis November und im Frühling von März bis April. In den Monaten dazwischen kann man natürlich auch nach Nepal reisen, in dieser Zeit muss man aber damit rechnen, dass es viel und oft regnet, da in dieser Zeit Monsun herrscht. Für Wandertouristen, wie wir es waren, bieten sich also Herbst und Frühling hervorragend an, da es zu dieser Zeit meist trocken ist und die Temperaturen sich noch im angenehmen Bereich bewegen.

Anreise
Ist natürlich mit dem Flugzeug am unkompliziertesten. Kathmandu besitzt einen internationalen Flughafen, den die meisten großen Airlines anfliegen. Innerhalb Nepals kann man, je nachdem, wo man hin möchte, wieder Inlandsflüge nutzen oder wie wir den Bus nehmen.

Einreise
Für die Einreise benötigt man einen Reisepass. Ebenfalls muss man sich ein Visum besorgen, das aber relativ unkompliziert direkt nach der Ankunft am Flughafen zu erwerben ist. Man sollte nur ein wenig Zeit mitbringen, da die zuständigen MitarbeiterInnen gefühlt in Zeitlupe arbeiten (zumindest in unserem Fall – wir standen über 2 Stunden in der Schlange). Man kann übrigens ein Visum für 15, 30 oder 90 Tage direkt am Flughafen bekommen. Das 30-Tage-Visum kostet 48 €.

Sprache
Wer halbwegs gutes Schulenglisch spricht, wird in Nepal problemlos über die Runden kommen. Die jüngeren Einheimischen sprechen fast alle mehr oder weniger gutes Englisch. In den ländlicheren Regionen nimmt die Beherrschung von Englich vor allem bei den älteren Bewohnern des Landes deutlich ab. Je nachdem, wo man gern hin möchte, ist es also durchaus hilfreich, einen Guide dabei zu haben, der Nepalesisch spricht.

Geld
Die Landeswährung sind nepalesische Rupien. Der Kurs liegt zur Zeit bei 1 € : 125 Rs. Nepal hat also eine sehr schwache Währung. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel etwas ungefähr kostet, hier ein paar Beispiele:

  • Übernachtung im Hostel 350-700 Rs
  • Hotelzimmer ab 1200 Rs aufwärts
  • Taxifahrt in Kathmandu 350 Rs
  • Essen inkl. Getränk ab 300 Rs aufwärts

Auf dem Manaslu Circuit kann ausschließlich mit Bargeld gezahlt werden. Man sollte sich also vor Beginn des Treks ungefähr überlegen, wie viele Tage man unterwegs sein will. Dementsprechend viel Bargeld muss man in Kathmandu am ATM abheben und mitnehmen – am Anfang ist das ein ganz schönes Bündel Scheine.

Eine kurze Kostenübersicht für die Ausgaben zum und auf dem Trek:

  • Permit Manaslu Conservation Area: 100 US$
  • Permit Annapurna Conservation Area: 6000 Rs (ca. 50 €)
  • Bus/Jeep von Kathmandu zum Trek: 500 Rs + 3000 Rs (ca. 28 €) für 3 Personen
  • Bus von Besisahar nach Pokhara: 500 Rs (4 €) pro Person
  • durchschnittlicher Tag auf dem Trek (Essen+Bett): 2400 Rs (19 €) pro Person

Übernachtung
Man übernachtet in kleinen Teahouses, Lodges oder Hotels. Die Preise für ein Doppelzimmer sind nicht der Rede wert. Es gibt sowohl 2-, als auch 3-Bettzimmer, welche mit dem Nötigsten ausgestattet sind – für jeden ein Bett und ein Kissen. Wenn man Glück hat, gibt es sogar eine Steckdose. Bettdecken werden meist nicht zur Verfügung gestellt. Man sollte sich also einen Schlafsack mitnehmen!

Essen
Es ist eine ungeschriebene Regel, aber gegessen wird immer dort, wo man auch schläft. Dafür, dass die Preise für die Zimmer so gering sind, zahlt man dann für die Mahlzeiten ein wenig mehr. Aber keine Sorge, es ist immer noch ein Bruchteil von dem, was man von Alpenvereinshütten gewohnt ist! Es gibt traditionelles, nepalesisches Essen wie Dal Bhat, Momos und verschiedene Suppen, aber auch europäische Kost. Wer ein Freund von Schokolade ist, die auf einer Wanderung meiner Ansicht nach nie fehlen darf, sollte sich aus Deutschland welche mitbringen – in  Kathmandu kostete eine 100-g-Tafel über das Dreifache des deutschen Preises.

Zu den Essentials gehören:

  • Schlafsack (ich hatte den Glacier 450 von Mountain Equipment dabei)
  • Kleidung für +30 bis -5 °C (also eigentlich die ganze Bandbreite von kurzer Wanderhose bis hin zur dicken Daunenjacke)
  • Sonnenschutz für den Kopf
  • Erste-Hilfe-Set und Reiseapotheke mit ausreichend Medikamenten gegen Magen-Darm-Erkrankungen
  • Chlortabletten fürs Trinkwasser (die sollte man vorsichtshalber einfach immer benutzen)
  • gut eingelaufene Wanderschuhe (man kann bei entsprechendem Wetter und guter Fitness auch den ganzen Trek in halbhohen Schuhen laufen, was ich getan habe)

Optional:

  • https://wetraveltheworld.de/manaslu-circuit-reisetipps/: Gut zusammengetragene Informationen, die viele Fragen rund um den Manaslu Circuit klären
  • https://www.holidayhikingteam.com/: Website unseres Guides. Wer von Deutschland aus buchen möchte, kann das über diese Website tun.
  • Film: „Manaslu – Berg der Seelen“. Der Dokumentarfilm über das Leben von Hans Kammerlander dreht sich rund um dessen Schicksal am Manaslu. Sehr sehenswert!
  • Bücher/Karten: Eine Wanderkarte hatte unser Guide. Im Endeffekt ist es vermutlich egal, welche man nimmt, denn die Auswahl der möglichen Wege auf dem Manaslu Circuit ist nicht so groß, als dass man sich hätte verlaufen können.

Kommentar schreiben

Lesen: Abenteuer Nepal: Trekking auf dem Manaslu Circuit

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiterschmökern

Trampen und Wandern auf dem Balkan

Clemens  5. Oktober 2018

Trekkingtour durch Island

Paul  2. Oktober 2019

Reisebericht: Trekkingtour auf dem "Weg der Helden" in der Slowakei

Stefan 21. November 2019

Solotrekking in Island

Bettina 15. August 2019

Mallorca: Auf dem "Trockensteinmauerweg" GR 221 durch die Serra de Tramuntana

Bettina  5. Dezember 2018