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Teaserbild: Nigor WickiUp 3 – Das Ultraleicht-Tipi im Praxistest

Nigor WickiUp 3 – Das Ultraleicht-Tipi im Praxistest

Auch 2014 wollen wir einzelne Produkte wieder auf Herz und Nieren bezüglich ihrer Praxistauglichkeit überprüfen. Heute geht es um einen Nachfolger des Ur-Zeltes – das Tipi. Frenzi und Alex hatte es im März ins schöne Andalusien gezogen. Auf ihrer Wanderung in Spanien wurde das Nigor WickiUp 3 (Modell 2014) für 10 Tage zu ihrer mobilen Behausung. Glücklicherweise zeigte sich dass Wetter etwas launisch und wechselhaft. Man könnte also auch von bestellten idealen Testbedingungen für das neue Ultraleicht-Tipi reden.

Ein freundliches Hallo an alle Freunde der gepflegten Outdoor-Aktivitäten,

wir, das sind Frenzi und Alex aus Freiburg im Breisgau, hatten das Vergnügen, im März 2014 das brandneue Nigor WickiUp 3 Tipi (Modell 2014) testen zu dürfen und wollen euch mit unserem Testbericht gern unsere Erfahrungen weitergeben. Viel Spaß beim Lesen!

Route und Bedingungen
Unsere Reise verschlug uns ins wunderschöne Andalusien in Südspanien, wo wir das Zelt in 2 unterschiedlichen Gebirgsregionen getestet haben: in der „Alpujarra“, bei der es sich um den Südhang der Sierra Nevada handelt, und im weiter westlich gelegenen Nationalpark „Sierra de Grazalema“, einem der regenreichsten Orte Andalusiens. Dies machte es uns möglich, das Tipi sowohl unter recht trockenen, als auch relativ feuchten Bedingungen zu testen und somit während unserer insgesamt 10 Wandertage ein ausgewogenes Gesamtbild zu gewinnen. Die Temperaturen bewegten sich hierbei nachts zwischen ca. 0°C auf knapp 2000 Höhenmetern und ca. 8°C in tieferen Lagen. Tagsüber war es deutlich wärmer. Die Bodenbeschaffenheit variierte zwischen normal bis leicht felsig-steinig, die Aufstellflächen von fast eben bis leicht abschüssig.

Allgemeines
Der Transport des Tipis erfolgte während der Tour in einem handelsüblichen Trekking-Rucksack (55+10 Liter) und ließ aufgrund seines sehr geringen Packmaßes (45*18cm) noch genügend Platz für Schlafsack, Isomatte, Kocher, Klamotten etc. Durch die Spanngurte am Packsack lässt sich das Packmaß sogar noch kleiner verzurren, als es von Hersteller angegeben ist! Die leichte Aluminium-Mittelstange besteht aus 4 zusammensteckbaren Teilen á 45cm, die durch eine Gummischnur miteinander verbunden sind, was es unmöglich macht, eines der Teilstücke zu verlieren. Da das Gesamtgewicht von knapp 2kg. in Relation gesehen, wirklich lächerlich gering war, konnte man also ruhig noch eine Wasserflasche mehr mitnehmen, ohne das Gefühl zu haben, dass einen der Rucksack gleich nach hinten umfallen lässt. Also für Backpacker mit einem Faible für ultraleichte Outdoorprodukte schon mal eine wahre Erfüllung!


Die Verarbeitung des Tipis ist wirklich ordentlich: Die Nähte sind gut verarbeitet, der Reißverschluss läuft problemlos und das Material ist trotz seiner Leichtigkeit sehr robust und an den wichtigsten Stellen verstärkt. In der Hinsicht haben wir rein gar nichts zu bemängeln!

Material
Außenzelt: 20D Ripstop Nylon 6.6, beidseitig silikonisiert, 3.000 mm Wassersäule

  • Innenzelt: 20D Nylon, 15D Polyester-Mesh
  • Boden: 40D Nylon, TPU-laminiert, 10.000 mm Wassersäule
  • Gestänge: Mittelstange DAC T6 Aluminium, 19 mm Durchmesser

Gewicht

  • 2.025 g  (komplett)
  • 1.135 g  (ohne Innenzelt)
  •    820 g  (nur Außenzelt, Heringe, Packsack)

Aufbau und Praxistauglichkeit
Der Aufbau des WickiUp 3 dauert zu zweit nicht einmal 5 Minuten und selbst allein gibt es keine Probleme aufgrund des kinderleichten Prinzips: Zuerst breitet man das Innenzelt auf dem gewünschten Untergrund aus und fixiert die 6 Ecken mit Heringen im Boden, sodass es leicht, aber nicht zu fest, gespannt ist. Danach öffnet man den Eingang des Innenzelts und positioniert die Mittelstange zwischen der Spitze und dem Boden des Tipis, welches an diesen Stellen eine zusätzliche Gummierung aufweist, was für lange Haltbarkeit spricht. Nun kann man mittels der höhenverstellbaren Stange das Tipi auf die gewünschte Höhe (lässt sich zwischen 155 und 175 cm variieren) und Spannung bringen. Dieses System macht es möglich, das Zelt auch an abschüssiges Gelände anzupassen.

Im Anschluss wirft man einfach die Außenplane über’s Innenzelt und befestigt die Laschen an denselben Heringen, an denen bereits das Innenzelt gespannt wurde. Die zwei orangefarbenen Markierungen machen es zudem unmöglich, das Außenzelt am falschen Hering zu befestigen und sogar bei Dämmerung/Dunkelheit ist es deshalb immer noch ein Kinderspiel, die Ausgänge übereinander zu positionieren. Mit den längenverstellbaren Schlaufen bringt man das Außenzelt auf Spannung und schafft einen ausreichenden Abstand zwischen beiden Zeltschichten, was bei starkem Regen ein Zusammenkleben der Planen und Wassereintritt zuverlässig verhindert. Das Innenzelt besitzt zudem eine Aufhängung, die uns aber nur bei sehr starken Windverhältnissen sinnvoll erscheint. Im Normalfall kann man diesen Schritt also getrost weglassen.


Cooles Feature: Je nach Wetterverhältnissen und Belieben kann man auch nur das Innen- oder Außenzelt aufbauen, was einem bei ersterem einen schönen Blick auf den Sternenhimmel und bei zweiterem noch ein bisschen mehr Platz im Innenraum beschert. Jedoch muss man sagen, dass bei Weglassen des Innenzeltes die Stabilität ein wenig leidet, da sich durch Wegfall der vorgegeben sechseckigen Boden-Grundfläche der symmetrische Aufbau als nicht ganz so einfach erweist. Mit ein bisschen Übung und den richtigen Bedingungen ist es aber auch kein Problem, nur das Außenzelt zu nutzen. Für extreme Gramm-Sparer lässt es sich also auch mit minimalistischen 1,1kg Zeltgewicht reisen. Unschlagbar!

Selbst bei recht windigen Verhältnissen und leicht abschüssigem Untergrund stand das Tipi wie eine 1, auch wenn man sich bewusst machen muss, dass ein Tipi bei sehr starkem Wind stabilitätstechnisch sicher nicht gegen manch andere Zelttypen ankommt. Aber DAS perfekte Zelt für jede erdenkliche Situation gibt es nun mal nicht und jedes Zelt hat seine Vor- und Nachteile!

Das Tipi besitzt zudem an den Laschen der Außenplane mehrere Reflektoren, was wir sowohl positiv als auch negativ bewerten würden. Auf der einen Seite kann man so nachts sein Zelt sehr gut wiederfinden, wenn man notgedrungen seine 6 Wände verlassen muss. Auf der anderen Seite ist dieses Feature zum Wildcampen vielleicht nicht ganz so super geeignet, weil man es mit dem Schein der Taschenlampe so doch recht schnell ausmachen kann. Wenn man auf Wildcampen aus ist, kann man die Reflektoren aber auch mit Isolierband oder Tape abkleben.

Komfort, Raumgefühl und Ausstattung
Das Tipi hat einen großen Eingang, bietet erstaunlich viel Platz im Innenraum und kann mit ein bisschen Kuscheln sogar bis zu 4 Personen beherbergen, wenn diese nicht gerade eine überdurchschnittliche Körpergröße aufweisen. Für 2 Personen bietet es mehr als genügend Platz und man kann sich nach Belieben von einer Seite zur anderen rollen und gleichzeitig noch großzügig sein Gepäck verstauen, obwohl das Tipi zu den Außenseiten hin schmaler wird. Die Mittelstange stört eigentlich überhaupt nicht und es lässt sich zudem problemlos aufrecht sitzen, ohne dass man die Außenwand berührt. Außerdem fanden wir das Licht besonders bei Sonnenauf- und -untergang im Zelt schön.

Durch das großzügige Moskitonetz im Innenzelt und die 3 Lüfter im Außenzelt herrscht eine gute Frischluftzufuhr und die Durchlüftung ist so ziemlich optimal, womit sich schließbare Lüfter der Außenplane erübrigen und sie somit nicht fehlen.

Bei der Ausstattung hat uns ein wenig gestört, dass nur 8 Heringe im Lieferumfang enthalten waren, deren Widerhaken zudem ein wenig größer ausgeprägt sein könnten. Bei Regen und windigen Verhältnissen hätte man sich doch schon ein paar Heringe mehr gewünscht, um das Außenzelt noch etwas besser vom Innenzelt wegspannen zu können. Auch auf Abspannleinen für selbige Situationen wurde verzichtet und manchmal fehlte uns ein kleines Fenster, da es beim Tipi kein Vorzelt gibt und man somit bei Regen den Eingang immer schließen musste. Auch auf eine Innentasche für persönliche Gegenstände wurde verzichtet, was aber sicher der Gewichtsoptimierung geschuldet ist und somit verschmerzt werden kann. Außerdem muss man sich im Klaren darüber sein, dass es im Tipi durch das fehlende Vorzelt und die kleinen bis kaum vorhandenen Apsiden etwas schwierig ist, bei Regen eine warme Mahlzeit zu kochen. Wer darauf im Notfall nicht verzichten kann und ein wenig Erfindungsreichtum an den Tag legt, wird aber bestimmt auch damit fertig werden 😉


Gesamturteil
Abschließend gesagt überzeugte uns das Tipi im Praxistest vollkommen und wir können es definitiv weiterempfehlen, auch wenn der UVP von 499€ im ersten Moment etwas happig erscheint. Man bekommt dafür auch wirklich etwas für sein Geld!

Das Nigor WickiUp 3 verdient wirklich den Titel „ultraleicht“: Es hat ein sehr geringes Packmaß, ist super schnell aufgebaut, bietet enorm viel Platz im Innenraum und man hat sicherlich sehr lange etwas davon. Da verschmerzt man auch gerne die leichten Nachbesserungsmöglichkeiten im Lieferumfang. Dieses Tipi ist unserer Meinung nach perfekt für mehrtägige bis mehrwöchige Wanderungen mit dem Rucksack geeignet und wird besonders das Herz von Tipi-Liebhabern höher schlagen lassen und sicherlich auch Tipi-Skeptiker überzeugen.

Pro
+ super schnell aufgebaut, extrem leicht (für den gebotenen Raum) und sehr kleines Packmaß
+ viel Platz für zwei Personen
+ gut belüftet
+ Spanngurte zwischen Zelt und Hering für mehr Stabilität
+ verstärkter Boden für Zeltstange (erhöht die Langlebigkeit)
+ Schlaufen im Innenzelt zum Aufhängen von Lampen, Wäscheleine etc.
+ auch ohne Innenzelt nutzbar
+ Farbe und Leichtigkeit der Heringe
+ kinderleichter Aufbau durch orange gefärbte Schlaufen
+ längenverstellbare Stange (Aufbau auch auf unebenem Terrain möglich)

Contra
– Heringe mit (zu) kleinem Widerhaken
– Reflektoren ungeeignet zum Wildcampen
– Keine Fenster, kein Vorzelt und keine Innentaschen

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