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Teaserbild: Testbericht: Unterwegs mit dem Enan von Hilleberg auf den Lofoten

Testbericht: Unterwegs mit dem Enan von Hilleberg auf den Lofoten

Sandra überzeugte uns schnell bei ihrer Bewerbung zum tapir-Testteam mit ihrer Tourvorstellung und nahm das jüngste Familienmitglied von Hilleberg mit in den hohen Norden. Eigentlich ein Heimspiel für das Solozelt vom schwedischen Zeltspezialisten. Sie nächtigte im Enan auf den Lofoten und hatte nach Tourende viel zu erzählen. Hier ist ihr Testbericht zum Enan von Hilleberg.

Für meine Solo-Trekkingreise nach Skandinavien durfte ich das 1-Personen-Zelt Enan von Hilleberg testen und war sehr gespannt darauf, wie sich das Zelt bei den rauen Bedingungen vor Ort machen würde.

Da mich meine Reise quer über die Lofoten verschlug, waren die Testbedingungen sehr unterschiedlich. Manchmal war der Boden moosig-feucht und im Untergrund felsig, dann wieder durchzogen von grobem Gestein mit Grasflächen oder ich schlug das Zelt auf ebenem Rasen oder blankem Fels auf.

Das Wetter war durchwachsen und forderte das Äußerste vom Enan. An drei der neun Testtage gab es Starkregen und Sturmböen und in der restlichen Zeit wechselten sich Sonne und Regen ab. Der Wind wehte jedoch konstant jeden Tag und frischte hin und wieder mächtig auf.

Da ich mich deutlich nördlich des Polarkreises aufhielt, war es dauerhaft hell und somit wurde das Zelt auch erheblicher UV-Strahlung ausgesetz

Als ich das Zelt zum ersten Mal in der Hand hielt, konnte ich kaum glauben, wie klein und leicht es war. Gerade einmal 1,1 kg bringt das Hilleberg Enan auf die Waage. Ich erhielt noch das dazugehörige Footprint (0,25 kg) dazu, das im verpackten Format eher einer Wanderkarte gleicht. Als sehr positiv empfand ich die Größe des Packbeutels, in den das Zelt solo (ohne befestigtes Footprint) passt, aber auch entspannt mit der Zeltunterlage gekoppelt. Somit konnte ich das Footprint die ganze Zeit über am Zelt montiert lassen und ersparte mir wertvolle Zeit beim Aufbauen bei eher ungünstigen Wetterbedingungen.

Da ich das Hilleberg Enan nicht immer bei Sonnenschein abbauen konnte, musste es mitunter auch tropfnass im Packsack verstaut werden. Das Zelt verschwand problemlos in seinem Packsack, der wiederum dafür sorgte, dass der Rest meines Rucksacks nicht von der Feuchtigkeit durchtränkt wurde.

Beim ersten probeweisen Aufbau des Zelts fiel mir sofort die Anleitung positiv auf. Hilleberg bedient sich dabei einer so einfachen wie überzeugenden Methode: Der Aufbau des Zelts wird ausschließlich anhand von Bildern beschrieben, was umständliche Umschreibungen überflüssig macht.

Beim Zelt handelt es sich trotz nur eines Gestängebogens um ein Tunnelzelt und deshalb sollte es grundsätzlich mit der Windrichtung aufgestellt werden. Ansonsten wäre der Aufbau erschwert und die windschnittigen Eigenschaften würden weniger zum Tragen kommen.

Ansonsten gestaltet sich das Aufrichten erstaunlich einfach und schnell: Nachdem das Zelt entsprechend ausgerichtet und auf der windzugewandten Seite an zwei Ösen mit Heringen fixiert wird, führt man das Gestänge durch den Gestängekanal, zieht es mit der Windrichtung nach vorn und fixiert es erneut mit zwei Heringen am Boden. Als Nächstes werden die Abspannleinen an Kopf- und Fußende befestigt, wodurch sich die eingearbeiteten Fiberglas-Stäbe mit aufrichten. Danach werden die am Gestängekanal angebrachten Abspannleinen ebenfalls fixiert.

Da Außen- und Innenzelt miteinander verbunden sind, kann man sich nach einer kurzer Aufbauzeit von 3 – 5 Minuten schnell ins Trockene retten.

Mit der Konzeption der ringförmigen Abspannleinen ist selbst auf felsigen Untergründen ein Aufbau möglich. In diesem Fall dienen vier größere Steine als Fixierpunkte, anhand derer man das Enan in alle Richtungen abspannen kann.

Möchte man das Footprint dauerhaft verwenden, empfiehlt es sich, dieses bereits im Vorfeld zu montieren. Bei starkem Wind und Regen ist es eher mühselig, da es mit der Unterseite des Enan an extra dafür vorgesehenen Plastikösen befestigt werden mu

Für ein solches Leichtgewichtszelt empfand ich den Platz als vollkommen ausreichend. Was meine Körpergröße von 1,65 m angeht, könnte ich sogar von einem geräumigen Innenraum sprechen. Dafür sorgen neben dem Aluminium-Gestängebogen auch die Fiberglas-Aufstellstäbe an den beiden langen Enden des Zelts.

Mit einer Zeltliegefläche von 215 x 60 cm kam ich mir nie eingeengt vor und hatte darüber hinaus Platz, am Kopf- bzw. am Fußende Sachen zu verstauen. Was die Zelthöhe angeht, so konnte ich entspannt im Schneidersitz sitzen. Wenn man sich jedoch mit langgestreckten Beinen in seinen Trailchair setzen möchte, stößt man mit dem Kopf an die Wand des Innenzelts.

Der Vorraum bot mir ausreichend Platz für Rucksack, Wanderschuhe und Kochzubehör, wobei es bedingt durch die Form des Zelts nicht die Möglichkeit gibt, bei Regen im Trockenen zu sitzen und draußen im Vorraum zu kochen.

Eines der wichtigsten Kriterien bei einem Zelt ist die Wasserdichtigkeit und ich kann verstehen, dass bei einem derart dünnen Außenzelt, wie es beim Enan verbaut ist, gewisse Zweifel aufkommen können, ob es denn wirklich Wind und Wetter unter härtesten Bedingungen standhält. Eins kann ich vorwegnehmen: Das tut es – und wie! Ganz im Sinn der Redensart „Klein (in diesem Fall dünn) aber oho!“ hat es bereits in meiner ersten Testzeltnacht einen Sturm samt Starkregen aushalten müssen. Nass wurde wirklich gar nichts. Auch nichts, das am Außenzelt lehnte.

Das Material, dem dieser Umstand zu verdanken ist, nennt sich Kerlon 600 und bezeichnet ein beidseitig silikonisiertes 10D Ripstop Nylon mit einer Wassersäule von 2.000 mm. Das Außenzelt besteht somit aus einem Material, das absolut wasserfest, leicht und trotzdem reißfest ist und eine hohe UV-Beständigkeit besitzt.

Das Innenzelt ist aus einem 10D Ripstop Nylon gearbeitet und sorgte bei widrigen Außenbedingungen für ein sehr angenehmes Klima im Zelt.

Mesheinsätze finden sich am Eingang des Innenzelts sowie am Kopf- und Fußende des Außenzelts.

Der Boden fühlt sich fast ebenso dünn an wie das Außenzelt und weist eine Wassersäule von 5.000 mm auf. Als Material wurde dafür ein 50D Nylon mit zweifacher PU-Beschichtung verarbeitet.

Außerdem befindet sich im Packbeutel des Zeltgestänges ein extra Gestängesegment, das mit einer Reparaturanleitung daher kommt.

Die Ausstattung des Enan ist zweckdienlich und schlicht, was vor allem dem geringen Gewicht geschuldet ist. Die großen Mesh-Einsätze an Kopf- und Fußende sehe ich als sehr gelungene Konstruktion an, da sie bei Bedarf mit dem Kerlon-600-Material verschlossen werden können.

Der Eingang des Innenzelts ist ebenfalls aus Mesh gearbeitet und garantiert eine insektenfreie Nachtruhe bei guter Ventilation. Zur Unterbringung wichtiger Kleinigkeiten findet man gegenüber dems Innenzelt-Eingang zwei kleine Einschubtaschen.

Zudem verfügt das Enan über Reflektoren am Gestängekanal.

Was die Farbe anbelangt, war ich zuerst recht erstaunt, mit einem gänzlich schwarzen Zelt unterwegs zu sein. Zwar war ich in den hellen Polarsommernächten noch immer auf eine Augenmaske oder Ähnliches angewiesen, um etwas Dunkelheit zum Schlafen zu bekommen, jedoch gestaltete sich das Klima im Zelt durch die Farbe sehr angenehm. Bei Sonnenschein erwärmte es sich rasch und so konnte ich bei einstelligen Plus-Graden gemütlich im Zelt sitzen, ohne mich dick einpacken zu müssen.

Bei Wind empfiehlt es sich, die vier Fixierpunkte über die Ösen am Zeltboden verankert zu lassen. Die Abspannleinen lösen, den Gestänkebogen herauszunehmen und anschließend, wenn das Zelt am Boden ist, alles zusammenpacken. Sehr schnell und unkompliziert.

Das Hilleberg Enan ist für mich ein absolutes 1-Personen-Traumzelt. Es vereint eine clevere Konstruktion mit gewichtssparendem Minimalismus, der dennoch einen hohen Komfort bietet.

Nicht zu überbieten sind Packmaß und Gewicht, was das Enan für all jene interessant macht, die längere Solo-Trekkingtouren planen und dankbar für jedes eingesparte Gramm sind.

In rauen Gegenden mit Niederschlag, Stürmen und Temperaturen, die nachts unter den Gefrierpunkt sinken, zeigt sich die hohe Qualität der leichten Materialien und die Durchdachtheit der Belüftungskonstruktion.

Was jedoch auf jeden Fall beim Aufstellen beachtet werden sollte, ist eine sehr straffe Abspannung. Ansonsten wird man bei starken Böen nicht vom Heulen des Windes, sondern vom lauten Flattern des Außenzelts geweckt. Dass Hilleberg auf diesen Umstand nicht speziell hinweist, sehe ich als einzigen Minuspunkt bei diesem sonst großartigen Zelt. Ab jetzt ist es meine erste Wahl für die nächste Tour in Skandinavien.

Artikel: Enan
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