Dein Outdoor-Abenteuer beginnt hier!

Teaserbild: Testbericht: Leki Micro Vario Women

Testbericht: Leki Micro Vario Women

Dass Wanderstöcke sinnvoll sind, ist nicht erst seit gestern bekannt. Im anspruchsvollen Gelände bieten sie Sicherheit, entlasten die Gelenke beim Auf- und vor allem beim Abstieg, helfen beim Furten das Gleichgewicht zu halten, fordern dynamisches Bewegen und beugen so Verspannungen vor. Die Liste ließe sich sicher fortsetzen. Für die Wanderungen auf der tapir-Testtour schnappte ich mir aus dem Leki-Sortiment das Modell Micro Vario Carbon Lady.

Das hatte nicht primär ästhetische Gründe – obwohl sie perfekt zu meinem Farbkonzept passten – , sondern es waren tatsächlich die inneren Werte, die mich überzeugten: leichte Carbonstöcke (Paargewicht Herstellerangabe: 434 g), faltbar UND längenverstellbar. Das wollte ich testen, denn besonders auf zwei Aspekte war ich neugierig. Zum einen bin ich normalerweise ein großer Fan von Korkgriffen bei Wanderstöcken und finde das Schaumstoffmaterial eher unsexy, weil schwitzig. Zum anderen wollte ich wissen, wie das Leki-Faltsystem in puncto Handhabung und Stabilität abscheiden würde.

Der Micro Vario Carbon Lady ist ein verstellbarer Wanderstock, dessen Korpus aus leichtem Carbon gefertigt ist. Er ist faltbar und mit dem Leki-Speedlock-Verschluss an einer Stelle von 100 cm – 120 cm längenverstellbar. Durch die Technik sind die Stöcke zusammengefaltet gerade einmal 38 cm lang! Viele Konkurrenten bringen da deutlich mehr aufs Lineal. Die verlängerte Griffzone aus einem festen und zugleich anschmiegsamen EVA-Schaum ermöglicht im bergigen Gelände müheloses Traversieren. Ein weitenregulierbares Griffband, eine auswechselbare Karbidspitze und ebenfalls austauschbare Geröllteller runden die Ausstattung ab.


Handhabung

Zugegeben: Komplett intuitiv erschloss sich mir die Faltmechanik nicht. Hat man die Segmente einmal locker zusammengeschoben, muss der Stock durch Ziehen so lange gestrafft werden, bis der Verschlussknopf kurz unterhalb der Speedlock-Spange einrastet. Nach kurzem Ausprobieren war die Handhabung aber schon klar und lief von da an flüssig. Das Zusammenfalten durch kraftvolles Drücken des Verschlussknopfes funktionierte auch, aber die Betonung liegt ganz klar auf „kraftvoll“. Mit kalten Händen oder übergezogenen Handschuhen könnte sich dies als Geduldsprobe erweisen. Bei einem Faltstock ist es mir allerdings wichtiger, dass er zuverlässig stabil bleibt, insofern stellt die Schwergängigkeit für mich keinen wirklichen Nachteil dar.

 

Testbedingungen

Im leichten Ostseeküstengelände bestand die Herausforderung für die Leki-Stöcke zunächst eher darin, mit sandigem Boden zurechtzukommen. Das funktionierte auch mit den Gerölltellern erstaunlich gut. Mit einem Gewicht von ~ 15 kg auf dem Rücken erleichterten mir die Stöcke das Gehen schon spürbar. Ein weiterer Punkt, weshalb ich auf Trekking Poles geländeunabhängig großen Wert lege: Egal, welchen Rucksack ich trage – mir schlafen durch Abklemmen eines Nervs fast immer die Arme ein. Mit den Stöcken läuft es sich (quasi erzwungenermaßen) viel dynamischer, die oberen Extremitäten bleiben in Bewegung und werden nicht taub. Auch geschwollene Hände sind seitdem kein Thema mehr. Allein darin liegt für mich ein subjektiver Gewinn.


Bei den moderaten Temperaturen um 10 °C und mäßig anspruchsvoller Bewegung im ebenen Gelände fiel der „Schwitztest“ sehr positiv für die Leki-Stöcke aus. Die Griffe konnten durch angenehme Haptik überzeugen – auch nach mehrstündigem Wandern. Ebenfalls positiv überrascht war ich von den Griffschlaufen. Sie sind eher als breite Gurtbänder zu bezeichnen, allerdings aus einem sehr weichen und anschmiegsamen Gewebe gefertigt. Damit wird am Stock Gewicht gespart, ohne beim Thema Komfort Abstriche machen zu müssen. Auch der bekannte Leki-Handschlaufenverstellmechanismus ist top: Mit einem kraftvollen Nach-Oben-Ziehen löst sich die Schlaufenblockade, die Länge wird eingestellt und am Ende wird einfach der Kunststoffkipphebel wieder nach unten gedrückt. Beim Gehen hat sich die Fixierung niemals versehentlich gelöst.

 

Auf die Probe gestellt

Nicht nur in den Bergen helfen Stöcke beim Gleichgewichthalten, wie auf der Testtour prima herauszufinden war.


Eine Aufgabe bestand darin, mit dem schweren Trekkingrucksack beladen, zwei Mal je ~ 250 Meter durch eine rund 8 °C kalte und oberschenkeltiefe Ostsee zu waten!
Am Boden Schlick, scharfkantige Muscheln, Algen und uneinsehbare Unebenheiten. Wie froh war ich da um meine Trekkingstöcke!! Sie verschafften mir ein Gefühl der Sicherheit und stellten im Wasser ganz klar eine Hilfe dar.

 

Fazit

Klein, leicht, stabil, unterstützend: Genau das, was ich von einem Trekkingstock erwarte, bieten mir die Micro Vario Carbon Lady. Vor allem in Hinblick auf Gewicht und Packmaß sind sie unschlagbar! Ein Test im schwierigen Gelände steht freilich noch aus, aber bisher kann ich sagen: Toll!

Der Micro Vario Carbon Lady ist – abgesehen von der einstellbaren Länge – baugleich mit dem Unisex-Modell.

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Notify me of followup comments via e-mail. You can also subscribe without commenting.

Weiterschmökern

Testbericht Micro Vario Carbon Strong: „Mein Name ist Programm!“ – Leki Stöcke auf tapir-Testtour

Matthias 21. August 2017

Testbericht: Geruhsame Nächte unterm Tarp auf der Multimat von Exped

Manuel  5. August 2016

Icebreaker - Testbericht der Coolman-Jogger

tapir Testteam 27. Januar 2012

Fertig machen zur Landung...3...2...1... Lieblingsstück: MSR Pocket Rocket

Rabanus  6. März 2015

Hilleberg Kaitum 2 - Zu Hause für Unterwegs

Ander 15. April 2010