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Teaserbild: Skandinavische Trekkinghose für Schlanke: Die Makke Pant von Lundhags

Skandinavische Trekkinghose für Schlanke: Die Makke Pant von Lundhags

Während der schwedische Schuhspezialist Lundhags in Skandinavien vor allem für seine innovativen Stiefel bekannt ist, wird er in unseren Breitengraden vor allem für seine hochwertigen Trekkinghosen geschätzt, die die Schweden seit 1998 in Jämtland entwerfen. Wir haben bei uns im tapir seit einiger Zeit die technische Trekkinghose Makke im Programm – ein Modell, das höchsten Ansprüchen genügen soll. Ich hatte die Makke in der italienischen Wildnis mit dabei und dort auf Herz und Nieren getestet.

Der Name „Makke“ stammt ursprünglich von „Makkene“, einem Berg im schwedischen Jämtland nahe der norwegischen Grenze. Die Makke Pant ist eine technische Trekkinghose, die mit einer beachtlichen Funktionsvielfalt aufwartet. Sie zeichnet sich vor allem durch eine schlaue Material-Kombination sowie vielseitige Belüftungsmöglichkeiten und eine hohe Robustheit bei zugleich niedrigem Gewicht aus.

Als technische und alpine Hybrid-Wanderhose war die Makke Pant auf einer Wanderung im italienischen Val Grande, einem abgelegenen Tal im Westen des Lago Maggiore, wunderbar aufgehoben. Gemeinsam sind wir vier Tage lang über Stock und Stein geklettert, unfreiwillig auch mal eine Runde zusammen geschlittert, haben täglich Höhenmeter im dreistelligen Bereich überwunden und dabei unserer jeweiligen Bewegungsfähigkeit auf den Zahn gefühlt. Das Wetter war eine farbenfrohe Mischung aus bedrohlich wirkenden (und im Grunde doch harmlosen) Wolkenformationen, gemischt mit dumpfem Nebel und brennender italienischer Sonne. Richtig geregnet hat es auf der Tour nur nachts; mit Nässe kam die Makke Pant daher nur morgens in Kontakt, wenn ich mit ihr durch das nasse hohe Gras der Täler streifte. Abschließend – und weil sich die Gelegenheit bot – habe ich die Makke auch auf einem Gebiet außerhalb ihres eigentlich vorgesehenen Einsatzbereiches dabei gehabt: auf der tapir-Radtour. Da war das Klima wesentlich feuchter, die Hose wurde durch den Fahrtwind anderen Bedingungen ausgesetzt. Der Schwerpunkt dieses Tests liegt dennoch beim Wandern, da dies dem Einsatzbereich der Hose mehr entspricht.

Die Makke Pant hat eine recht spezielle Passform, weshalb man wahrscheinlich erst einmal ein wenig herumprobieren muss, bis die richtige Größe gefunden ist. Die Hose hat einen sehr schmalen Schnitt, der sich insbesondere an den Oberschenkeln bemerkbar macht. Für gewöhnlich trage ich Größe 48 (z. B. bei meiner Fjäll Räven Sarek Pant), bei der Makke wurde es schließlich eine 52. Hatte ich mich mit einem Nasenrümpfen erst einmal an die vorn stehende 5 gewöhnt, passte aber alles wie angegossen. Die Hose ist am Bund mittels Klettverschluss weitenverstellbar und lässt sich somit an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Ich habe auf Tour zusätzlich einen Gürtel getragen, was wegen des Kletts zwar nicht notwendig gewesen wäre, mir jedoch lieb ist, um daran mein Messer zu befestigen. Die Hosenlänge war für meine 1,85 m genau passend. Für alle, die mit längeren Beinen unterwegs sind, gibt es neben der Regular- auch eine Long-Variante. Anders als bei vielen Fjällräven-Hosen ist es bei der Makke Pants durch die Fixlänge nicht ohne Weiteres möglich, die Hosenbeine separat zu kürzen (was jedoch auch Vorteile hat, siehe unten). Vorgeformte Knie und ein Schritt-Zwickel für mehr Bewegungsfreiheit runden die Passform angenehm ab und sorgen für ein komfortables Laufgefühl.

Was sofort auffällt: Die Makke ist – gerade für die geballte Masse an Funktion und die hohe Robustheit – extrem leicht. Sie bringt gerade einmal 436 g auf die Waage; vergleichbare Hosen wiegen in Regel noch mal gut 100 g mehr (Authentic Pant: 620 g / Barents Pro: 565 g / Keb Trousers: 504 g / Abisko Trousers: 463 g). Auf Tour machte sich das geringe Gewicht für mich durchaus bemerkbar, weil es, nun ja, einfach gar nicht weiter auffiel.

Puristen mag die Makke auf den ersten Blick vielleicht ein wenig zu bunt erscheinen – ganze drei Materialien hat Lundhags verbaut, daher auch die Bezeichnung „Hybrid-Hose“. Der Sinn der drei verschiedenen Fabrikate hat sich auf Tour schnell verdeutlicht. Ein Großteil der Hose (alles in petrol-blau) besteht aus Lundhags Polycotton (LPC) Stretch (65 % Polyester /35 % Baumwolle). Der Fasermix ist stabil und zugleich angenehm atmungsaktiv, dem G1000®-Material von Fjäll Räven in der Funktionsweise nicht unähnlich. Das LPC Stretch ist für Trekking-Bedingungen hervorragend geeignet und ich empfand es als durchgehend sehr angenehm zu tragen: Das Mikroklima war optimal, unabhängig davon, ob ich in den Bergen oder mit den anderen tapiren auf dem Rad unterwegs war. Wasserdicht ist es natürlich nicht, dafür aber leicht wasserabweisend dank einer fluorkarbonfreien DWR-Beschichtung. Als wir auf der tapir-Testtour etwas Regen abbekamen, merkte ich auch sofort, dass die Makke Pant nicht für den strömenden Regen gemacht ist. Dankbarerweise trocknete sie aber schnell wieder.

Des Weiteren kommt im Schritt, an den Knien sowie an Taille und Gesäß Schoeller Dryskin als Stretchmaterial zum Einsatz (52 % Polyamid / 41 % Polyamid Micro / 7 % Elastan). Der Stretch war insbesondere im Aufstieg zum Val Grande, bei einem Ausflug zu einem Berggipfel sowie im Abstieg äußerst nützlich. Auch als ich einmal unfreiwillig abrutschte und auf meinem Hosenboden landete, machte das Stretchmaterial eine gute Figur (ich allerdings nicht so sehr …). Wie das LPC-Material ist auch der Stretch wasserabweisend. Auf der Innenseite des Gewebes befinden sich zudem Funktionsfasern, die entstehende Feuchtigkeit vom Körper weg transportieren und somit dafür sorgen, dass sich die Innenseite der Hose nicht feucht anfühlt. Besonders praktisch empfand ich den Stretch seitlich um die Taille herum, wodurch sich die Hose weniger starr anfühlte.

Das dritte verarbeitete Material stammt ebenfalls von der Schweizer Firma Schoeller: Schoeller Keprotec (aus Aramidfasern [Kevlar], PFOA/PFOS-frei) dient am Beinabschluss als Verstärkung, als Steigeisen- und Schnittschutz. Steigeisen hatten wir auf unserer Tour in Italien zwar keine dabei, doch empfand ich es als äußerst angenehm zu wissen, dass die Makke Pant am unteren Ende ultrarobust ist und ich mich auf sie im Extremfall voll verlassen kann.

Beide Schoeller-Materialien sind hierbei mit Schoellers umweltfreundlicher ecorepel-Imprägnierung ausgestattet, die frei von Fluorkarbonen ist und sich nur sehr langsam herauswäscht (hält nach offiziellen Angaben für etwa 30 Wäschen bei 40 °C).

Letzlich empfand ich die Materialkombination aus LPC Stretch, Schoeller Dryskin und Schoeller Keprotec als überaus angenehm und vor allem funktional. Das hat sicher auch damit zu tun, dass trotz vieler Materialien keine Nähte am Inneren des Beines entlang geführt sind, wo sie störend wirken könnten. Nach meinen bisherigen Trekking-Erfahrungen braucht man nur in den seltensten Fällen eine 100 % wasserdichte Wanderhose – bei einem schottischen Starkregen etwa. In einem solchen Fall könnte man sich dann eine wasserdichte Überzieh-Hose anziehen, ansonsten sind die leicht wasserabweisenden Fähigkeiten der Makke Pant komplett ausreichend und angenehmer fürs Mikroklima.

Jede/r wandert anders, auf seine/ihre besondere Art und Weise. Manche ziehen sich einmal an, stapfen los und halten erst dann inne, wenn sie am Ziel angelangt sind. Ich tendiere eher dazu (manchmal durchaus auch zu sehr …)  mich auf Tour möglichst schnell auf neue Bedingungen einzurichten. Meistens dauert es dann auch etwas, bis ich die richtige Kleidungs-Kombo gefunden habe. Nicht so bei der Makke, denn durch ihre 8 (!) Belüftungsmöglichkeiten konnte ich mich auf Tour jederzeit perfekt an die Bedingungen anpassen. Es geht bergauf? – Zwei Zipper auf. Wird noch steiler? – Na, aus zwei mach sechs! Ah, wieder flacher, ein kühler Wind zieht heran? – Dann wieder zwei zu. Besser geht’s für mich als ewigen Temperatur-Regulierer nicht.

Hier eine Übersicht der verschiedenen Belüftungsmöglichkeiten:

  • 2 normale Taschen mit Zips
  • 2 Oberschenkeltaschen mit YYK-Zips, die ebenfalls zur Belüftung genutzt werden können (in einer Tasche ist nochmal eine kleine Mesh-Innentasche)
  • 2 Belüftungszips im Innenschenkel-Bereich, inklusive Mesh
  • 2 Zweiwege-YKKs zur Belüftung am Bein für besonders schwitzige Passagen

Die Reißverschlüsse machen einen extrem wertigen Eindruck. Dennoch möchte ich an dieser Stelle kurz einen Gedanken zur „Druckknopf vs. Reißverschluss“-Diskussion anstoßen. Es gibt sicherlich Verfechter beider Seiten; mir persönlich ist es recht egal, so lange das verbaute Material hochwertig ist und dementsprechend funktioniert. Reißverschlüsse gehen meiner Ansicht nach tendenziell schneller kaputt als Druckknöpfe – dennoch ist es ein Druckknopf, der an meiner Sarek Pant nicht mehr richtig hält und mittlerweile öfter mal aufgeht.

Ein kleiner Kritikpunkt zu den Reißverschlüssen für die oberen Taschen ist, dass die Reißverschluss-Zähne recht scharfkantig sind. Will man die Taschen z. B. nicht zum Belüften benutzen, sondern um sich darin seine Hände zu wärmen, können sie daher etwas stören.

Man merkt, dass Lundhags Hersteller von Stiefeln ist: Die Makke Pant ist so gebaut, dass sie komplett mit dem Stiefel verwachsen kann, sodass möglichst wenig Nässe und Steine in den Stiefel eindringen können. Dank des mit Druckknöpfen verstellbaren Boot Loc an den Beinen konnte ich die Hose fest um meinen geliebten Yukon-Wanderstiefel schließen, und ich hatte auf der ganzen Tour keinerlei Schwierigkeiten damit, dass mir irgendetwas in den Stiefel gerutscht wäre. Den dazugehörigen Boot Hook für einen noch besseren Sitz hatte ich tatsächlich erst gar nicht bemerkt; er hätte die Fusion von Hose und Schuh sicher noch perfektioniert, aber ohne ging es auch sehr gut.

Die Makke-Pant ist eine technisch anspruchsvolle, alpine Hybrid-Wanderhose, die das Trekker-Herz (meins jedenfalls) höher schlagen lässt. Dank des schlauen Material-Mix ist die Hose sowohl atmungsaktiv als auch maximal robust und bewegungsfreudig beim Auf- und Abstieg. Die Lüftungsmöglichkeiten sind praktisch und über jeden Zweifel erhaben: Sie ermöglichen ein jederzeit schnelles Einstellen auf veränderte Wanderbedingungen.

Wenn ich Kritikpunkte suchen wollen würde, so wären es zum einen die scharfkantigen Reißverschlüsse, die für nicht jeden gemachte schmale Passform und der im krassen Gegensatz dazu stehende ganz und gar nicht schmale Preis (219,95 €). Dafür bekommt man allerdings eine grandiose Wander- und Trekkinghose, an der man sicher lange seine Freude haben wird.

Danksagung: Ich möchte an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Lundhags aussprechen, die die Makke Pant kostenfrei zu Testzwecken zur Verfügung gestellt haben, sowie an den tapir selbst, ohne den das nicht möglich gewesen wäre.

Artikel: Makke Pants Men
Lundhags

Makke Pants Men
219.95€

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