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Testbericht: Leichte und funktionale Outfits von Dynafit

Testbericht: Leichte und funktionale Outfits von Dynafit

Über die Trendwende hin zu immer leichteren Materialien und  Klamotten für den Bergsport haben wir bereits mancherorts berichtet und auch schon den einen oder anderen Neuzugang getestet. Auf unserer Tour in den Tiroler Alpen war nun passenderweise mit Dynafit ein Hersteller dabei, für den das Thema „Ultraleicht“ schon fast ein alter Hut ist. Sandra und Manuel wurden schick ausgestattet und ab gings in große Höhen – ihre Eindrücke lest ihr hier.

Sandra: Wo genau der Name DYNAFIT her kommt, habe ich nicht herausgefunden, aber bekannt ist er seit 1969 für Skischuhe und Bindungssysteme. 1950 als „Humanic“ gegründet, hat die Marke DYNAFIT entscheidende Meilensteine in der Entwicklung von Schuhen und Bindungen im alpinen Skisport geprägt und ist untrennbar mit den Namen legendärer Skirennläufer, wie Franz Klammer und Leonhard Stock, sowie dem im Skitourenbereich etablierten Pin-Bindungs-System verbunden. In den 2000er Jahren hält im Bergsport der Speedgedanke Einzug. Statt aufwändiger Lagerketten und schwerer Ausrüstung, wird auf minimalistisches Skitouren-Equipment und Geschwindigkeit gesetzt, um möglichst wenig Zeit in der „Todeszone“ zu verbringen. Im Zuge dieses Wandels, der Ausrüstung und Bekleidung deutlich leichter macht und dem zeitgleichen Relaunch der Firma, erscheint 2005 der Schneeleopard als Logo der Marke DYNAFIT, die heute zur Salewa Gruppe  gehört. Das Sortiment umfasst nun auch die passende Bekleidung, womit DYNAFIT zum Ganzjahresausstatter von Bergsportlern wird. Mit ihren Produkten steht die Marke für Leichtigkeit, Effizienz und Geschwindigkeit dank innovativer Technologien. 100 % Bergausdauersport … von Athleten für Athleten … kompromisslos effizient und verlässlich – das sind die Eckdaten der Ausrüstung, welche ich für die diesjährige Testtour bekommen habe. Ich erwarte also Leichtigkeit, Funktionalität ohne Schnickschnack und robuste Materialien. Da ich ja nicht herausfinden konnte, wie der Name DYNAFIT sich zusammensetzt, mache ich jetzt das, was alle machen und denke mir, dass es von „dynamisch“ und „fit“ oder „Fitness“ kommen kann. Solcherlei fitte, dynamische Bergsportmenschen sind meist sehr schlank und sehnig und genau das findet sich in den Schnitten wieder. Ich bin mit meinem 156 cm und gut 60 kg nicht die Modellathletin für DYNAFIT … aber ich bin ja auch keine Bergausdauersportlerin. Will heißen, dass mir die Größe 38/M in der Konfektion passt und Ärmel und Hosenbeine überraschenderweise nur einen kleinen Tick zu lang sind.

Manuel: Ganz unverhofft bekam ich durch den gesundheitlich bedingten Ausfall eines Kollegen die Chance vier Bekleidungsstücke (Softshellhose, Fleece, Weste, Funktionsshirt) der Marke DYNAFIT während unserer alpinen Testtour im österreichischen Pitztal zu testen.
Eine kleine Hürde gab es jedoch: Würden mir die Teile – die ja nun in der Größe nicht für meine Konfektion, sondern für die des Kollegen herausgesucht waren – auch passen? Da DYNAFIT seine Bekleidung für aktive BergsportlerInnen auch sehr sportlich-dynamisch schneidet, war mir die Größe M in allen vier Bekleidungsteilen zum Glück nicht viel zu groß. Mit 1,76 m Körpergröße und 63 kg bin ich sehr schlank und Größe S hätte mir persönlich sicherlich noch ein gutes Stück besser gepasst. So wurde die sonst sehr körpernahe Passform bei mir nun zu einer etwas entspannteren. Aber alles im Rahmen!

Sandra: In 677 g Gesamtmasse befindet sich eine Softshellhose „Transalper Pant Women“ (Größe M / 262 g), eine dünne Fleecejacke „Transalper Light PTC Hoody“ (Größe 38 / 231 g) und eine leichte Softshellweste „Transalper DST Vest Women“ (Größe M / 179 g). Ein Kunstfaser T-Shirt gab es auch noch dazu, aber in Anbetracht der Wetterlage hat dieses seine Bestimmung in den Wechselsachen für die Hütte gefunden („Transalper Graphic S/S Tee Women“) und bleibt in diesem Bericht unerwähnt. Alles zusammengerollt erreicht die Größe einer 1 Liter Trinkflasche mit einem etwas stärken Durchmesser – aus meiner Sicht super viel Ausrüstung bei wenig Material.

Manuel: Ein sehr sportliches und daher dünnes Kapuzenfleece aus einem Polartec®-Stoff mit unterschiedlich strukturierter Innen- und Außenseite. Innen sorgt eine fleecige Waffelstruktur für leichten Wärmerückhalt und außen ist das Material glatt. Auf der Haut trug sich der Transalper Light PTC Hoody schön angenehm ohne übermäßig stark zu isolieren. Durch die geringe Dicke bot er mir am Anfang des Aufstiegs mit Rucksack ein angenehmes Klima und leichten Windschutz. Bei unserer Pause reichte mir der Windschutz allerdings nicht aus, da ein stärkerer und kälterer Wind doch ziemlich leicht durch das Material ziehen konnte. Um nicht auszukühlen, habe ich dort dann die Transalper DST Vest übergezogen. Die Kapuze des Transalper Light PTC Hoody ist dünn, lag relativ eng am Kopf und passt auch gut unter einen Helm. Die zwei offenen Taschen auf Bauchhöhe lassen sich gut zum Händewärmen nutzen, was ich auch ausgiebig getan habe. Durch mein reduziertes Gepäck hatte ich das Kapuzenfleece auch wirklich an jedem der 4 Tage unserer Tour an. Außer am ersten Tag trug ich dann darunter allerdings ein Langarmshirt aus Merinowolle, da ich schon schneller friere und die Temperaturen auch im Dauerregen deutlich fielen. Durch den körpernahen Sitz und die geringe Dicke des Materials ließ sich die Dynafit Jacke sehr gut im Zwiebelprinzip als mittlere Lage unter einer Hardshell oder Isolationsjacke kombinieren, hat sich insgesamt in jeder Situation gut angefühlt.

Sandra: Das super leichte und dünne Polartec Power Grid Material ist für sommerliche Touren ein echter Gewinn – so eine dünne Fleecejacke hatte ich noch nie! Schmal geschnitten, mit sehr gut sitzender Kapuze und optimal vorgeformten Ärmeln, hat mich die Transalper Light PTC Hoody einzeln wie auch im Schichtsystem absolut überzeugt. Dass es keine Reißverschlusstaschen gibt, hat mich nicht gestört, da ich meist auch die Weste dazu anhatte. Ich finde es eher konsequent gedacht, diese superleichte Fleecejacke auf ein Minimum zu reduzieren.

 

Sandra: Die Hose passt mir, trotz kurzer Beine, überraschend gut! ABER vor allem die Hosenbeine sind mir persönlich viel zu eng! Ich komme mir vor wie in einer Leggings und mutmaße, dass es vor allem im Aufstieg nervig werden könnte, wenn die Hose mir an den Beinen „klebt“. Und schon wieder ABER: Sie tut es nicht! Das Material ist total flexibel und auch an einem heißen Tag (25 Grad und knapp 1000 Höhenmeter) nervt die Hose kein bisschen. Kein Wärmestau und nerviges Kleben! Dieses super Material hört auf den Namen DynaSTretch und ist das leichteste Softshellmaterial, was mir bisher untergekommen ist. Die Mischung aus 65 % Polyamid / 21 % Elasthan / 14 % Polyester ist wind- und wasserabweisend, hoch atmungsaktiv, sehr bewegungsfreudig und extrem abriebfest. Der teilelastische Bund sitzt wie angegossen, die vorgeformte Kniepartie bietet ausreichend Bewegungsspielraum und durch die Beinabschlusserweiterung fällt die Hose gut über die Wanderstiefel. Drei Reißverschlusstaschen machen die sommerliche Tourenhose komplett. Aber unsere Testbedingungen haben vor allem Dauerregen und Schnee beinhaltet und da ich mein Gepäck arg reduziert hatte, waren nur eine dünne lange Unterhose und eine Regenhose zusätzlich dabei. Diese drei Hosen habe ich kombiniert und bin bei knappen 0 und Minusgraden hervorragend zurechtgekommen – die schmale Passform der Transalper Pant ist im Schichtsystem natürlich ein Pluspunkt!

Manuel: Die Dynafit Transalper Pant hat mir durch ihren athletischen Schnitt in Größe M am besten von allen 4 Kleidungsstücken gepasst. Nur am Bund hätte ich mir einen festeren Sitz gewünscht, was sich aber mit einem flachen Gürtel einfach bewerkstelligen ließ. Mir gefällt es sehr, dass eine so offensichtlich auf geringes Gewicht getrimmte, dazu noch schmal geschnittene und hochfunktionelle Hose, dennoch zusätzlich mit Gürtelschlaufen ausgestattet ist! Der Bund ist schön breit, flach und elastisch. Zusätzlich sind die Druckknöpfe am Bund auch flach, damit in diesem Bereich beim Tragen eines Rucksacks oder Klettergurtes nichts drückt. Was Klimakomfort bei gleichzeitiger Windresistenz und generellen Tragekomfort angeht, kann ich mich Sandra nur anschließen. Wie auch sie hatte ich mein Gepäck auf das Nötigste beschränkt und an Hosen zusätzlich zur Transalper Pant nur eine lange Unterhose und eine Regenhose dabei. Auch mir reichte diese Zwiebel-Kombi während der Tour vollends aus.
Einen Kritikpunkt habe ich aber: Das Labelfähnchen mit den Material- und Pflegehinweisen ist in der linken Hüfttasche so blöd eingenäht, dass es mich ständig beim Benutzen dieser gestört hat. Zum Glück kann man das ja aber einfach abschneiden 😉

Sandra: Ich bin ein bekennender Westenfreund und nenne diverse Vertreter mein Eigen. Die Transalper DST Vest setzt sich aus dem super elastischen DynaSTretch-Material (aus welchem auch die Hose gefertigt ist) am Körper, einem windabweisenden, dünnen Material für Schulter und Kapuze und einem luftdurchlässigen Material am Rücken zusammen. Diesen Mix finde ich absolut gelungen. Die Passform gerät, im Vergleich zu Hose und Jacke, etwas weiter, was mir persönlich nicht unangenehm ist, da ich ja, wie gesagt, nicht so recht der sehnig, superschlanke Bergsporttyp bin. Im Rücken ist die Weste etwas länger geschnitten. Unter den Armen gibt es zusätzliche Perforierungen für die Belüftung. Zwei geräumige, hoch angesetzte Reißverschlusstaschen und eine Netzinnentasche komplettieren die Ausstattung. Und jetzt ist es mal wieder Zeit für ein ABER: Ich bin ein bisschen empfindlich am Kopf und vor allem Wind vertrage ich nicht gut. Da kommt mir die windabweisende dünne Kapuze doch gerade recht? … leider NICHT! Diese ist vom Volumen her helmtauglich und verfügt über einen, wohl eher zu Dekorationszwecken geeigneten, Minigummizug, der dem Volumen ohne Helm keinerlei Grenzen setzt. Fazit: ohne Helm ist diese Kapuze nicht nutzbar, da sie ständig über die Augen fällt und die Sicht im Gelände massiv einschränkt. Nun habe ich lange überlegt, wieso DYNAFIT diese Weste, die im Trailrunningbereich, auf Hochtouren, etc. ihren Einsatzzweck hat, überhaupt mit einer helmtauglichen Kapuze ausstattet? Mir fällt nix dazu ein und ich bin ein bissel traurig, dass diese wirklich gut funktionierende Weste mit dieser Kapuzenfehlkonstruktion in meiner Beurteilung massiv abstürzt. Liebe Dynafittler, wenn schon eine helmtaugliche Kapuze sein muss, dann bitte mit einer Volumenverstellung, die eine Nutzung auch ohne Helm möglich macht. Und ganz eigentlich: lasst die Helmtauglichkeit weg! Eine gut passende Windkapuze passt zur Vita der Transalper DST Vest aus meiner Sicht deutlich besser. Und noch ein kleiner Materialnachtrag: Das herrlich elastische DYNASTRETCH Material, weist nach vier Tagen unter der Kompression und Reibung durch einen Klettergurt oder Rucksackgurt leichte Abriebspuren im Hüftbereich auf. Diese sind auf der Innenseite des Materials zu finden und haben keine Auswirkung auf die Funktionalität.

Manuel: Die Dynafit Softshellweste hat mir von allen 4 Dynafit Teilen leider am schlechtesten gepasst. Dies ist aber natürlich nicht dem Produkt, sondern der anfangs bereits erwähnten, für mich falschen Größe anzulasten. Die Weste ist durchdacht aufgebaut, was Materialkombination und Details angeht. Die Kapuze war allerdings auch mir viel zu groß geraten. Leider habe ich die Weste zu wenig angehabt um viel mehr über Ihre Performance schreiben zu können. Aber ich habe zumindest den Eindruck gewonnen, dass sie für sportlich-ambitionierte Touren im Gebirge bei windigem Wetter im Bereich zwischen 10 und 20 Grad genau das richtige Kleidungsstück ist um geschützt, aber wohltemperiert unterwegs zu sein.

Manuel: Das funktionale Shirt ist definitiv für warme bis heiße Temperaturen mit sportlicher Aktivität gemacht, bei der es schweißtreibend zur Sache geht. Dementsprechend dünn ist auch das hierfür verwendete Polartec® Delta® Stöffchen und das Shirt bringt mit 130 Gramm auch nicht viel auf die Waage.  Am Körper saß es mir beim Probieren in Größe M recht luftig, aber in allem noch ok für den angedachten sportlichen Einsatz. Durch den Anteil von 27% Viskosefaser im Material fühlte es sich auf der Haut ziemlich angenehm und nicht direkt nach einem reinen Kunstfasershirt an. Definitiv ein Pluspunkt für mich. Mehr kann ich ehrlicherweise über das Shirt nicht aussagen, da ich es zwar eingepackt, aber aufgrund der Wettersituation im Pitztal am Ende gar nicht getragen habe.

Sandra: Ich habe Leichtigkeit, Funktionalität ohne Schnickschnack und robuste Materialien erwartet und damit lag ich ganz richtig; die Leichtigkeit ist absolut gegeben und die Materialien überzeugen mich in ihren Eigenschaften zu 100 %.

Übrigens: Teile der Transalper-Serie gibt es auch in gefütterter Version für den Winter.

Und nun noch etwas Emotionales: Seit 2007, also knapp nach der Einführung des Schneeleoparden als Firmenlogo, unterstützt DYNAFIT den Snow Leopard Trust mit Sitz in Seattle, welcher sich für einem professionellen und nachhaltigen Schutz dieser wundervollen Tiere einsetzt – da bin ich voll mit dem Herzen dabei!!!

Transalper Pant

+ sehr guter Sitz am Bund; ebenso Beinlänge, Knievorformung und Gestaltung des Beinabschlusses

0 sehr schmal geschnittenes Bein

Transalper PTC Hoodie

+ kompromisslos leicht (Verzicht auf RV-Taschen)

+ bewegungsfreudiger Schnitt

+ sehr gut passende Kapuze

Transalper DST Vest

+ hoch funktionaler Materialmix

+ viele gelungene Detaillösungen

+ komplette Ausstattung bei einem super geringen Gewicht

– helmtaugliche Kapuze ohne Regulierungsmöglichkeit

Transalper DST Vest Women

Transalper DST Vest Women

79.95€130€

Transalper Pant Women

Transalper Pant Women

87.95€140€

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