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Testbericht: Echtes Komfortwunder – der Schlafsack Grüezi Bag Biopod DownWool Summer rockt

Testbericht: Echtes Komfortwunder – der Schlafsack Grüezi Bag Biopod DownWool Summer rockt

Zur diesjährigen Testtour gab es ein besonderes Schmankerl aus der tapir-Wundertüte: Den Biopod Downwool Summer aus der Bayerischen Schlafsackschmiede Grüezi Bag, die besonders durch ihre Materialinnovationen bekannt geworden ist – und der Biopod Downwool Summer macht hier keine Ausnahme! Die exorbitant hohen Temperaturen des Testtour-Wochenendes boten das perfekte Testambiente, denn bei Grüezi Bag ist der Name Programm: So begrüßte ich mit großer Freude einen Sommerschlafsack, der mit seiner Daunen-Woll-Mischung ein gefälliges Schlafklima versprach. Für mich als Daunenschlafsack- und Wollliebhaber das perfekte Testteil für die Tour.

Das Wichtigste zuerst: die von Grüezi Bag verwendete DownWool-Füllung besteht zu 70 % aus Entendaune (90/10, 650+ cuin, RDS-zertifiziert) und zu 30 % aus veredelter Wolle. Da Wolle nicht gerade für ein schmales Packmaß bekannt ist, hatte ich zunächst Bedenken, dass der Biopod Downwool Summer doch zu viel Platz in meinem Rucksack einnehmen würde. Dann folgte das erste Einpacken und die erste gelungene Überraschung: Grüezi Bags Sommermodell ist angenehm klein komprimierbar. Besonders schick sind auch die Kompressionsriemen am Packsack, ein Detail, das an sich bei allen Daunenschlafsäcken Standard sein sollte (aber nicht ist ;-)). Der Packsack ist darüber hinaus wohldimensioniert, sprich: nicht zu klein und nicht zu groß für den Schlafsack. Somit lässt sich der Biopod DownWool Summer gut verstauen.

Das Eigengewicht des Schlafsacks loegt mit 850 g  in der Größe 185 cm im Mittelfeld. Klar, die Königsklasse kommt auch mit 540 g aus (Western Mountaineering Summerlite), vergleichbare Modelle wie etwa der Marmot Micron 40 liegen bei um die 620 g. Das ist auch schlüssig, da 100 % Daune leichter sind als ein Daunen-Wollgemisch. Das minimal höhere Gewicht macht der Biopod DownWool Summer jedoch mit entsprechendem Komfort wieder wett, wie wir gleich sehen werden.

Der positive Ersteindruck wurde weiterhin durch die ins Auge stechende hochwertige Nahtverarbeitung verstärkt. Swizz Design at its best!

Der Biopod DownWool Summer kam zum einen auf der diesjährigen tapir-Testtour im Erzgebirge in mehreren lauschigen Sommernächten zum Einsatz. Danach wurde er nochmals auf einer Wandertour auf Bornholm getestet, wo die Temperaturen ähnlich sommerlich waren. Die nach EN-Norm ausgewiesene obere Komforttemperatur von 8 °C und die untere Wohlfühltemperatur (Limittemperatur) von 3 °C bewerte ich dabei als eine realistische Einstufung des Herstellers. Auf der Testtour gab es eine leicht kältere Nacht, die an 5 °C kratzte, und ich fühlte mich auch da im getesteten Schlafsack pudelwohl. Wie immer gilt es, sich über sein eigenes Kälte- und Wärmeempfinden sehr im Klaren zu sein. Ich bin beispielsweise eher eine Frostbeule und gehe in der Regel davon aus, dass sich mein persönliches Wärmeempfinden etwa zwischen der oberen und unteren Komforttemperatur einpegelt.

Ich habe in keiner der ausgewiesenen Nächte gefroren, aber das ist interessanterweise auch gar nicht die entscheidenende Aussage. Sondern: Ich habe auch in keiner der heißeren Nächte unangenehm geschwitzt! Schlafsäcke können – insbesondere wenn man die global-klimatische Lage in Betracht zieht – auch deutlich zu warm sein.

Die DownWool-Füllung hat für mich den Nagel auf den Kopf getroffen: Sie war warm genug für Sommernächte und zugleich wurde jegliche aus Transpiration stammende Flüssigkeit von der Wolle aufgenommen und das ganz woll-typisch ohne olfaktorische Nebenwirkungen. Ich fühlte mich also rundum geborgen.

Der Biopod DownWool Summer profitiert demnach von dem Besten aus zwei Welten: Die Daune macht ihn schön klein und leicht, die Wolle sorgt für einen zusätzlichen Temperaturkomfort, der dem eines reinen Daunenschlafsacks durchaus überlegen ist.

Des Weiteren haben die Schweizer den Reißverschluss des Biopods schräg angesetzt, was eine weitere Maßnahme der individuellen Temperaturkontrolle ermöglicht. Es ist möglich, den Schlafsack unten zu öffnen und die Füße auf dem Endteil abzulegen. So werden die Füße etwas gekühlt (funktioniert auch bei anderen Schlafsäcken) und sind zugleich vor Bodenkälte geschützt (das funktioniert nur bei dieser Bauweise). Ich selbst musste auf diese Möglichkeit bei den vorherrschenden Test-Temperaturen nicht zurückgreifen.

Mir fiel also auf, dass mir nichts auffiel – und das ist bei Equipment immer eine gute Sache. Rundum angenehm, so war’s im Biopod.

Grüezi Bag wäre nicht Grüezi Bag, wenn sie nicht weitere schlaue Details in ihren Schlafsack eingebaut hätten. Ähnlich einem Schweizer Messer müssen hier noch weitere Komfortfunktionen her.

Sehr praktisch fand ich die kleine Reißverschlusstasche am oberen Schlafsackende, in der ich gern meine Stirnlampe, eine Petzl Actik Core, verstaute. Das fand ich ungemein angenehm, so wusste ich immer, wo sie war, wenn ich sie nachts hervorzaubern wollte.

Ein Highlight des Biopod DownWool Summer ist außerdem der Hauptreißverschluss. Er ist nicht nur farblich hell abgesetzt und somit leicht zu sehen wenn man ihn nachts öffnen möchte. Nein, er ist außerdem auch leichtgängig und mit einer kleinen Kunststoff-Abdeckung versehen. Es ist die gleiche, die auch andere Hersteller wie Marmot oder Mountain Hardwear seit einigen Jahren in verschiedene Schlafsackmodellen verbauen, und hat in seiner formidablen Funktionalität nichts eingebüßt. Dieses kleine, unscheinbare Teil ist in der Benutzung die echte Wucht, denn es beugt jedem Einklemmen des Reißverschlusses im Außenmaterial zuverlässig vor. Noch nie hat man so gerne RITSCH und RATSCH gemacht, nur um zu sehen, wie toll der Reißverschluss funktioniert. (Ja, solche Dinge begeistern die tapire, wie auch schon in der Lobhudelei von Anne zum MHW Lamina ECO AF™ nachzulesen ist.)

Um den Schlafkomfort noch weiter in die Höhe zu treiben, baut Grüezi Bag noch ein kleines Fach ein, in das sich eine Iso-Jacke (in meinem Fall das Atom SL Hoody von Arc’teryx) als Kopfkissenersatz einfügen lässt. Oder aber man nimmt gleich ein Kissen mit, das geht natürlich auch. Der Übergang zum Gesicht wird durch ein sogenanntes „Facebuffle“ abgedeckt, sodass keine Kälte in den Schlafsack eindringt – ein Detail, das man in der Regel bei Winterschlafsäcken sieht und das auch hier ebenso stimmig ist.

Der Biopod DownWool Summer ist ein Komfortschlafsack zum Wohlfühlen. Er hat mich auf zwei Touren gut durch die sehr hohen Sommertemperaturen gebracht. Dank der DownWool-Füllung stellt sich auch bei heißen Nächten kein übermäßiges Hitzegefühl ein und gefroren habe ich ebenfalls nicht. Der Einklemmschutz des Reißverschlusses hat mir besonders gut gefallen, ebenso die kleine Tasche für die Stirnlampe. Dass bei all den kleinen Details der Biopod DownWool Summer ein paar Gramm mehr auf die Waage bringt als ein reiner Daunenschlafsack, ist für mich verschmerzlich, vor allem, da das Packmaß dennoch angenehm klein bleibt. Wer eine noch leichtere und kleinere DownWool-Variante sucht, wird beim Biopod Downwool Extreme Light (ebenfalls von Grüezi Bag) fündig. Für alle anderen ist der DownWool Summer eine genauere Betrachtung wert – einfach mal reinlegen und schauen wie es sich anfühlt!

+ überragender Schlaf- und Temperaturkomfort
+ Einklemmschutz für den Reißverschluss funktioniert hervorragend
+ praktische Tasche für Stirnlampe & Co.
+ kleines Packmaß
+ Außenmaterial mit angenehmer Haptik
+ wertige Verarbeitung

0 Eigengewicht etwas höher als bei einem ausschließlich mit Daune gefüllten Schlafsack

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