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Testbericht: Minimalismus pur  – das Storm10 Jacket von Patagonia

Testbericht: Minimalismus pur – das Storm10 Jacket von Patagonia

Regenjacken und Hartshells gibt’s in den verschiedensten Ausführungen und mittlerweile für jeden nur erdenklichen Anwedungsbereich. Das neue Storm10 Jacket von Patagonia  ist ein besonders leichter und minimalistischer Vertreter seiner Art: ohne viel Schnickschnack, auf das Nötigste reduziert und mit einem Fokus auf pure Funktion.

Ich hatte das kleine Packwunder unter anderem im Kleinwalsertal auf der tapir-Testtour 2020 dabei. Auf der Schneeschuhtour war es meine Wetterjacke für alle Witterungsbedingungen und war dort vor allem Wind und Schneeregen ausgesetzt. Nebst der Testtour hat mit das Storm10 den Rest des Jahres über als Allwetterjacke begleitet  auf dem Fahrrad, unterwegs und auch als Backupjacke. Dank des kleinen Packmaßes hatte ich sie wohl auch das ein oder andere Mal dabei, ohne sie wirklich zu brauchen. Hier hat die Jacke von kleinem Schauer bis zu vollmundigen Regenergüssen alles mitgemacht.

Das Patagonia Storm10 Jacket ist der Nachfolger des Storm Racer Jacket, das hier im Hause ob seines konsequenten minimalistischen Ansatzes für ein gerütteltes Maß an Begeisterung sorgte (einen Testbericht von Matthi gibt’s hier nachzulesen). Eins steht fest: Das Storm10 Jacket ist extrem leicht (231 für die Herren / 209 g für die Frauen) und sehr klein verpackbar. Ein Volumen- und Gewichtsvergleich mit anderen aktuellen Hardshells zeigt, dass das Storm10 Jacket in diesen beiden Bereichen in der oberen Liga mitspielt. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass jede Jacke konstruktionsbedingt  ihre eigenen Stärken und Schwächen aufzeigt. Die folgende Liste zeigt weitere Regenjacken von großem zu kleinem Packmaß hin, mit nachgewogenem Gewicht der Männerjacken in Größe M:

Zweifelsohne kann die Storm10 mit einem minimalem Packmaß punkten perfekt für Tagesausflüge an wechselhaften Tagen oder wenn man nur wenig Platz im Rucksack hat. Am kleinsten bekommt man die Jacke, wenn man sie in die dafür vorgesehene Stow Pocket im Brustbereich stopft, die auch die einzige Tasche darstellt.

Kleiner Wermutstropfen: Es ist zwar durchaus möglich, die Jacke in die dafür vorgesehene Tasche zu stopfen, doch sind dabei Geduld und ein gewisses Maß an Aufopferungsbereitschaft gefragt. Beides Dinge, über die ich beim Packen in nicht überschwenglicher Menge verfüge; und so habe ich mir angewöhnt, meinen Regenschutz in die Kapuze einzurollen, was deutlich schneller geht und immer noch zu einem verhältnissmäßig schmalen Packmaß führt.

Das exoribtant geringe Gewicht des Storm10 Jacket kommt nicht von ungefähr. Die Jacke ist für den punktuellen Einsatz bei entsprechenden Wintterungsbedingungen gedacht; aufwendige Details wie mehrere Taschen oder Unterarmreißverschlüsse entfallen. In der Brusttasche lassen sich zur Not ein paar Kleinigkeiten unterbringen. Ärmelbündchen aus Klett und ein Saumabschluss ermöglichen eine individuelle Einstellung, ebenso lässt sich die Kapuze an einem Zug fixieren.

Beeindruckend ist das geringe Packmaß insbesondere angesichts der wiederstandsfähigen 3-Lagen-Verarbeitung mit Patagonias H2No®-Membran. In Kombination mit dem festen, aus recyceltem Polymaid gefertigten Außenmaterial verträgt die Storm10 so auch einen punktuellen Einsatz mit Tourenrucksäcken und vollere Tagesrucksäcke auf jeden Fall.

Angenehm unauffällig ist nicht nur das unaufgeregte Design der Jacke, sondern auch der leise Außenstoff begeistert. Er ist mir auch beim längeren Tragen nie aufgefallen. Stattdessen fügt sich das Storm10 Jacket angenehm in das Gesamtbild ein.

Das Storm10 Jacket erfüllte seinen Dienst am Berg genau so, wie ich es erwartet hatte: unaufdringlich, stets im Hintergrund, zugleich immer verfügbar und für mich da, wenn ich es brauchte. Überaus skeptisch war ich eingangs ob der fehlenden Unterarmreißverschlüsse, doch schaffte es Patagonia, mich hier positiv zu überraschen: Das Material ist derart atmungsaktiv, dass ich mich auch bei steilen, hochpulsigen Anstiegen stets wohl temperiert fühlte. Der intuitive Griff Richtung Achseln entfiel schon bald und ich stapfte munter weiter mit den Schneeschuhen durch den Schnee. Auch Schneeregen und Schneeflocken wies die Patgonia-Hardshell konsequent ab. Spätere Tests auf dem Rad und im Regen zeigten, dass die Jacke auch eimerweise Wasser vom Himmel gut abschütteln kann. Die Atmungsaktivität von Patagonias kleinem Teilchen hat mich in jedem Fall nachhaltig beeindruckt. Für mehrwöchige Touren würde ich vermutlich dennoch Unterarmreißverschlüsse haben wollen, für kurze Einsätze sind sie jedoch überflüssig und sparen obrendrein noch ein paar Gramm ein. Feine Sache!

Den Schnitt der Jacke fand ich auf einer theoretischen Ebene etwas kurz, praktisch gesehen zog es mir aber an keiner Stelle unangenehmrein und ich kam mir stets gut ummantelt vor.

Als gewöhnungsbedürftig nahm ich die Kapuzeneinstellung wahr, bei der die Kapuze mittig am Hinterkopf fixiert wird. Das ist etwas friemelig und unintuitiv und ich hatte erst nach mehrmaligen Aufsetzen raus, wie ich meine Kapuze so einstellen kann, dass sie zuverlässig die Form hält. Nach etwas Eingewöhnung bekommt man sie gut eingestellt, aber es dauert eben eine Weile. Insgesamt ist die Kapuze etwas weniger verwindungssteif als bei anderen Jacken, was dem weicheren Material geschuldet ist. In der Praxis habe ich aber auch als Brillenträger keinen Regen ins Gesicht bekommen. Ist sie einmal korrekt eingestellt, funktioniert die Kapuze also gut!

Anne: „Ist es ein gutes Zeichen, wenn ich mich nach einem Jahr gar nicht mehr an die Testjacke erinnern kann? Ich finde schon! Schließlich zeigt das, dass sie mich zuverlässig auf der Tour begleitet hat und dass ich nichts, aber auch gar nichts an der Hardshell auszusetzen hatte! Dabei habe ich sie auf mehreren Tagesausflügen mit den Schneeschuhen permanent getragen und mich in ihr sehr wohlgefühlt. Fotos helfen mir als Gedächtnisstütze und so kann ich rekonstruieren, dass mich vor allem der Wetterschutz – es gibt wohl nichts nasseres als Schneeregen kurz über dem Gefrierpunkt überzeugt hat. Rabanus‘ Schwierigkeiten mit der Kapuzenverstellung kann ich nicht teilen; bei mir hat das bestens funktioniert. Vielleicht habe ich auch einen größeren Schädel, der ein allzu delikates Justieren unnötig macht …!?“

Das Storm10 Jacket ist ein feines Jäckchen aus dem Hause Patagonia. Die Regenjacke punktet mit minimalem Gewicht und einem Packmaß, das im Reich der 3-Lagen-Jacken seinesgleichen sucht. Die Jacke ist perfekt für kleine Touren gern mit Rucksack und zum Pilgern geeignet. Dank des Recco®-Reflektors ist sie auch für einen alpinen Einsatz ideal.

Die Kapuze ist etwas gewöhnungsbedürftig  wie Annes Kommentar zeigt, aber wohl auch Geschmackssache. Einzig die Stowe Pocket sollte Patagonia nochmal anpacken, die ist definitiv zu eng und fummelig.

Insgesamt hat man mit dem Storm10 Jacket eine schöne, schlichte Jacke, die mit Minimalismus zu punkten weiß.

+ exorbitant kleines Packmaß

+ sehr leicht

+ prima Klimakomfort

+ rucksacktauglich

+ raschelarmes ( und recyceltes =)) Außenmaterial

+/- verhältnissmäßig kurzer Schnitt

– Kapuzenbedienung knifflig

– Stow Pocket zu knapp bemessen

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