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Testbericht: Beim Thule Topio 30 kommt Wohlgefühl zum Tragen

Testbericht: Beim Thule Topio 30 kommt Wohlgefühl zum Tragen

Mit dem Thule Topio 30 hat es das erste Mal ein Rucksack des schwedischen Allround-Transport-Ausstatters Thule auf meinen Rücken geschafft. Mit 30 Litern ist er sowohl als Daypack als auch für Mehrtagesausflüge mit sparsamem Gepäck geeignet, was ihn für mich zu einem interessanten Kandidaten macht. Wie sich der Topio 30 in den beiden Einsatzfeldern geschlagen hat und welchen Einfluss die auffällig gewölbte Form auf Tragekomfort, das Packen und die Handhabung hat, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Mit der schwarz-dunkelgrauen Farbgebung gehört der Topio 30 auf jeden Fall zu den den unauffälligeren Rucksackmodellen, bei dem sich nur die glücklicherweise reflektierenden Reißverschlussbänder abheben. Mit einer Kombination aus 420d und 210d Oxford-Nylon ergibt sich ein robuste Materialkombination, die das Gewicht nicht zusätzlich in die Höhe treibt. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und bei den bisherigen Einsätzen habe ich noch keine Schwachstellen gefunden. Die flurcarbonfreie Imprägnierung sorgt zudem dafür, dass ich das Raincover trotz leichten Nieselregens noch nicht nutzen musste und Staub und Dreck sich leicht wieder entfernen ließen.

Mit 60 cm Gesamthöhe ist der Topio 30 ein eher langer Rucksack. Mit seinem Micro-Adjust-System lässt sich die Rückenlänge aber sehr gut stufenlos auf Träger oder Trägerin anpassen. In Kombination mit der verstärkten Rückenplatte und dem umlaufender Metallrahmen war die Gewichtsverteilung für mich einfach nur genial. Egal, wie stark der Rucksack bisher beladen war und wie lang die Tour war: Der obere Rücken und der Schulterbereich wurden nie stark beansprucht. Einziges Manko an der langen Rückenlänge ist, dass der Rucksack bei mir und meinem eher kurzen Rücken sehr weit nach oben steht, was ausgiebiges In-den Himmel-Schauen eher unbequem macht – besonders mit Hut, wie ich ihn gern auf Wanderungen trage.

Neben der Gewichtsverteilung konnte der Rucksack bei mir auch mit der Polsterung an den Hüftflossen und Schultergurten punkten, die bequem, aber dennoch sehr flexibel sind und sich deshalb schön mitbewegen. Der Netzrücken sorgt zudem für eine spürbare Belüftung, insbesondere an heißen Sommertagen.

Den Großteil des 30-Liter-Fassungsvermögens bildet das Hauptfach. Der seitlich laufende, sehr lange U-Reisverschluss erlaubt es, bei gepacktem Rucksack auch auf die Mitte und den unteren Bereich des Rucksacks zuzugreifen. Bis auf die Trinksystemvorbeitung gibt es keine weitere Unterteilung im Innenraum, sodass sich selbst organisiert werden muss. Die gebogene Form macht sich auch beim Packen des Hauptfachs bemerkbar, welches unten eher eng ist und sich erst zur Mitte hin weitet. Das ist etwas ungewohnt, kommt aber der Gewichtsverteilung zugute. Eine schöne Ergänzung ist die großzügige Fronttasche zur Unterbringung von Regensachen und Kartenmaterial. Dessen Größe wird allerdings neben den Kompressionsriemen durch elastische Gummiriemen im unteren Bereich des Faches beschränkt, welche für mich gerne etwas länger oder verstellbar sein dürften, um das Fach noch besser an die individuellen Platzbedürfnisse anzupassen.

Für mich kleine, aber feine Details: die zwei Hüfttaschen, in die sich Snacks, Handy, Schlüssel und anderer Kleinkram gut aufteilen lassen, sowie das kleine Wertsachenfach nah am Rücken des Topio 30.

Hinzu kommen zwei Mesh-Fächer für Flaschen oder anderes Equipment an der Seite. Der gesamtform des Rucksacks folgend, sind diese leicht angeschrägt, was zwar den Zugriff ohne Absetzen erleichtert, aber leider auch dazu führen kann, dass größere Flaschen (ab ca. 0,7 Litern, abhängig von der Flaschenform) die Bewegungsfreiheit der Arme einschränken können. Insbesondere, wenn man mit Stöcken unterwegs ist, ist das sehr ungünstig. Mit kleineren Flaschen (0,5 Liter) oder Trinkblase lässt sich das Problem natürlich umgehen. Ich habe meine große Flasche dann einfach im Hauptfach untergebracht.

In einer weiteren kleinen Seitentasche ist das mitgelieferte Raincover untergebracht. Theoretisch ist diese Tasche natürlich auch noch für andere Dinge nutzbar, der Platz ist allerdings eher begrenzt.

Ich habe bei meinen Ausflügen und Touren immer alles im Inneren unterbekommen, aber diverse Materialschlaufen im Bodenbereich, an den Kompressionsriemen und verdeckt unterhalb des Frontfaches geben zusätzliche Möglichkeiten, auch außen einiges anzubringen.

Der erste Einsatz für den Topio 30 kam bei der tapir-Testtour Mitte Juni. Bei sommerlich heißen Temperaturen um die 30 °C und dem Transport der Hauptgepäcks mit dem Auto war der Rucksack eher spärlich beladen. Mittels der Kompressionsriemen konnte ich ihn allerdings dennoch schön zusammenzurren und unnötige Schwingbewegungen des Rucksacks minimieren. Auch der Netzrücken mit seiner Belüftung kam mir sehr gelegen. Hier musste ich leider lernen, dass meine geliebte 1182-ml-Flasche von Klean Kanteen mit den Seitentaschen leider nicht kompatibel ist – Aua, meine Ellenbogen! – und meine Wasserversorgung entsprechend anpassen.

Bei einem Wochenendausflug hat der Rucksack dann die Reisetasche gemimt. Vollgepackt mit Klamotten, Schlafsack und einem Buch, hat er alles transportiert, was er sollte und war trotzdem bequem. Beim Packen musste ich mich ein wenig umgewöhnen, da mein Schlafsack nicht wie gewohnt am Boden Platz fand, sondern eher in die Mitte, über einige Kleidungsstücke, wandern musste, da der Rucksack unten zu eng ist.

Zuletzt hat es mich mit dem dem Topio 30 in die bayerischen Voralpen verschlagen. Auch 1000 Höhenmeter und eine Gratwegwanderung hat der Rucksack hier gut mitgemacht. Insbesondere die Fronttasche habe ich zu lieben gelernt, denn auf wechselhafter Tagestour ließ sich eigentlich fast alles, was schnell griffbereit sein sollte – Hut, Jacke oder Pullover – sehr gut unterbringen. Trotz Verpflegung, mehrerer Wasserflaschen und Wechsel- bzw. Regensachen habe ich die Last am Rücken kaum gespürt und auch bei kleineren Kletterpassagen saß der Rucksack sicher am Rücken. Auf dem Gratweg besonders aufgefallen ist mir, dass der Rucksack aufgrund seiner Form nicht allein stehen kann. Ein Punkt allerdings, der mich persönlich wenig stört, da man ihn gut anlehnen oder auf die Vorderseite legen kann, aber an den man denken muss, insbesondere wenn es links und rechts steil nach unten geht.
Auf der letzten Tour hat der Rucksack auch mal den Träger gewechselt, was durch die einfachen Anpassungsmöglichkeiten von Gurten und Rückenlänge kein Problem war.

Der Topio 30 ist ein wunderbarer Allround-Rucksack, der für ausgedehnte Tagestouren ebenso geeignet ist wie für einen Übernachtungsausflug. Insbesondere das Tragesystem hat es mir angetan. Der Tragekomfort und die Lastverteilung passen hier, wie ich es bei einem Rucksack dieser Größe bisher selten erlebt habe. Im Gegenzug hat er ein paar Eigenheiten, an die ich mich zunächst gewöhnen bzw. bisherige Gewohnheiten ein bisschen anpassen musste. Als nächstes steht definitiv an, den Rucksack wirklich an seine Grenzen zu bringen und die diversen Anbringungsmöglichkeiten im Außenbereich vollständig auszutesten. Ich bin gespannt!

+ super Tragekomfort
+ tolle Gewichtsverteilung
+ gut belüfteter Rücken
+ große Fronttasche
+ schöne und robuste Materialkombination

0 Gesamthöhe ist bei kurzer Rückenlänge eine Herausforderung – einfach ausprobieren!

– die seitliche Mesh-Taschen sind für die Bestückung mit großen Wasserflaschen ungeeignet
– kann nur angelehnt stehen

Topio 30

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149.95€

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