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Teaserbild: Testbericht: Kletterschuh Rebel QC von Rock Pillars

Testbericht: Kletterschuh Rebel QC von Rock Pillars

Wir haben einen neuen Wurf der tschechischen Kletterschuhschmiede Rock Pillars in den Laden bekommen und dieser kann sich sehen lassen. Der Rebel QC wirkt auf den ersten Blick ambitioniert und ist bei Rock Pillars der firmeninternen 8a-Schuhkategorie zugeordnet. Damit sitzt er irgendwo zwischen Ghost QC (7a-Kategorie) und Ozone QC (9a-Kategorie). Das lässt einiges erhoffen und musste natürlich überprüft werden!

Aufbau

Optisch wirkt der Rebel QC aggressiv und fordernd und bringt einen angedeuteten Downturn im Vorderfuß mit, welcher die Zehen krallenartig in den Felsen haken soll. Ebenfalls fällt auf, dass die Spitze des Schuhs stark in die Richtung des großen Zehs gezogen ist. Da diese zumeist die stärkste ist, eine durchaus sinnvolle Bauart. Im Gegensatz zu den meisten anderen Rock-Pillars-Modellen ist die Sohle dieses Schuhs nicht durchgängig, sondern unterliegt einer Dreiteilung: besohlter Vorderfuß, flexibler Mittelfuß und Ferse. Dadurch setzt der Schuh etwas mehr auf Sensibilität, die bei Hooks und Toe-Hooks ausgespielt werden soll, als auf die reine Leistenpower auf winzigsten Tritten.

Die weiß abgesetzte Ferse ist schmal gehalten. Bis auf das Echtlederfußbett sind alle Teile des Kletterschuhs aus Synthetikmaterialien gefertigt und äußerst geschmeidig und anschmiegsam – auf der Innenseite ist sogar eine leichte Fleecelage eingearbeitet. Als Gummi benutzt Rock Pillars das eigene Grippin’Edge, das mir schon vom Ghost QC bekannt ist. Der Klettverschluss wirkt solide und ist wechselseitig angebracht. Der Einstieg in den Schuh ist umsäumt und genauso wie die Klettstreifen weiß abgesetzt.

Sitz und Größenwahl

Der starke Zug in Richtung der großen Zehen ist beim Rebel QC deutlich zu spüren. Steht der große Zeh bei mir ideal an, müssen sich die anderen vier spürbar einfalten und Platz nach oben verschaffen. Dabei helfen ihnen die geräumige Zehenbox und das weiche Material im vorderen Schuhbereich. Die richtige Größe ist bei mir die UK 7, was der EU-Größe 41 entspricht. Also -0,5 im Verhältnis zu meiner Straßenschuhgröße. Damit fällt der Rebel QC etwas klein und eher wie der Ghost QC aus. Bei einer weiteren halben Größe kleiner war der Einstieg in den Schuh zwar weiterhin möglich, aber die Schmerzen, gerade in den kleineren Zehen, einfach zu groß. Ähnlich wie beim Ozone QC besitzt der Rebel QC auf Grund seiner Synthetikmaterialien eine gewisse Formstabilität. Dies ist doppelt von Vorteil: Zum einen behält der Schuh länger seine Spannung, zum anderen erspart es dem Kletterer das schmerzhafte Eintragen. Die Ferse sitzt straff und ist – typisch für Rock Pillars – eher schmal gehalten.

Anklettern

Durch die sehr pointierte Spitze des Schuhs tritt sich der Rebel QC sehr präzise. Das ist für mich eigentlich die Eigenschaft, die ihn sehr von den typischen Allroundern abhebt. Der Deal: ein wenig mehr Schmerzen für ein deutliches Mehr an Trittkompetenz. Weiter fällt auf, dass sich der Schuh sehr leise klettert. Der Sohlengummi scheint sehr geschmeidig zu sein und steht für eine firmeneigene Mischung außerordentlich gut. Ich habe den Schuh im Plastik, im Porphyr und im Kalk getragen und merke zwar einen Unterschied zu Kletterschuhen mit Vibram oder anderen Highend-Gummis, aber Reibung ist da und der Rebel QC steht einfach auch!

Durch die mittelfeste Zwischensohle, die sich über die Zeit noch etwas weichklettert, tritt sich der Schuh gefühlvoll. Sensibles Manövrieren durch anspruchsvolle und wacklige Passagen ist somit durch das Zusammenspiel von Spitze, Gummi und Sohlenaufbau gut möglich. Der Rebel QC ist eher der einfühlsame Performer als der brutale Leistenfresser und spielt auf moderarten Schrägen, Leisten und in Löchern seine Stärken aus.

Toe-Hook-Fähigkeiten werden dem Schuh durch eine entsprechende Gummierung über dem großen Zeh verliehen. Wenns es also irgendwo eine Kante zum Reinhängen gibt oder im Dach ein Hook verklemmt werden muss, dann bleibt er dort auch hängen. Der Fersengummi ist weiß abgesetzt und in ihn ist eine Art Reifenprofil eingelassen. Die Hooks sitzen gut, auch wenn mir der Fersenbau etwas breiter als beim Ozone QC vorkommt. Prinzipiell habe ich meine Ferse am liebsten so eng wie möglich im Schuh verpackt. Hier wackelt nichts und die Otto-Normal-Ferse wird ihren Spaß haben, aber die Freunde des Vertikalssports, die schon immer Probleme mit einem zu weiten Ferseaufbau hatten, würde ich eher in Richtung Ozone QC beraten. Dessen Ferse sitzt dann nicht nur enger, sondern auch noch kompakter, pressiger und satter. Was der Freude über den Rebel QC aber keinen Abbruch tut!

Fazit

Den Rebel QC von Rock Pillars ist ein Kletterschuh, mit dem auch richtig schwer geklettert werden kann. Gerade, wenn die Kletterkarriere nach dem Erst- oder Zweitschuh einen ambitionierteren Weg einschlagen soll, ist er eine gute Wahl als erste richtige Kletterwaffe im Ensemble. Schwere Boulder und anspruchsvolle Touren sind mit einem Paar Rebel QCs definitiv möglich, wobei Verarbeitung und Materialien ihr Übriges zum Erfolg an der Wand beitragen.

+ Spitze mit leichtem Downturn auf großen Zeh gezogen, dadurch präzise im Antritt

+ Rock Pillars Grippin’Edge-Gummi: taugt mehr als viele andere firmeneigene Gummikreationen

+ anschmiegsames Synthetikmaterial und vorbildliche Verarbeitung

– Ferse zwar schmal und gut, aber etwas breiter als beim Ozone QC (bei welchem die Ferse bei mir perfekt sitzt)

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