Testbericht: Auf Tour mit dem Lamina 20 von Mountain Hardwear

avatar
planet tapir tapir | 29. April 2015

Der Frühling, und mit ihm die Sonne, hat Einzug gehalten und viele von uns warten nur darauf, losziehen zu können. Die Reisesaison hat schon längst begonnen und damit ist auch der Startschuss für das tapir-Testteam gefallen. Als eines der ersten Test-Produkte 2015 ist nun ein auch für uns tapire neuer Kunstfaserschlafsack schon wieder zurück in Leipzig. Wir waren echt neugierig, wie sich die neuen Lamina-Schlafsäcke von Mountain Hardwear mit der firmeneigenen Thermal Q™-Füllung unter Tourbedingungen bewähren würden. Stefan hat den Dreijahreszeitenschlafsack auf seiner Schottlandreise auf dem Cape Wrath getestet. Hier ist sein Erfahrungsbericht:

Trocken und warm durch Schottland: Kunstfaser sei Dank

Es wird feucht, es geht hoch und tief runter: Der Lamina 20 von Mountain Hardwear wandert mit mir für über eine Woche durch die schottischen Highlands auf dem ersten Drittel des Cape Wrath Trails. Für diese Tour sollte es ein neuer Schlafsack sein, und da ich mich und mein glückliches Händchen kenne, entschied ich mich für die Variante Kunstfaserschlafsack. Eins nehme ich vorweg, es ist eine Liebe auf den zweiten Blick.

Die erste Nacht
Der Schlafsack wird zunächst auf dem heimischen Teppich ausgebreitet und erlebt seine erste Testnacht unter traumhaften Bedingungen. Auch ich habe gut geschlafen und das liegt vor allem an dem breiten Schnitt im Schulterbereich und dem überraschend guten Loft, den die Kunstfaser Thermal Q bietet. Davon begeistert möchte ich den Lamina 20 sofort einpacken und los wandern. Aber ich habe nicht mit dem Packsack gerechnet, mit dem ich so meine rechte Mühe habe. Ich darf wirklich keinen Zentimeter verschenken, um den Schlafsack in seine Hülle zu pressen. Anschließend bin ich recht frustriert, denn das Ergebnis ist ein länglicher, nicht im Schlafsackfach des Rucksacks zu verstauender, Packsack. Nach einigem Hin und Her passt er zwar rein, aber ich entschließe mich – da ich auf der Tour schnelle Lösungen bevorzuge – den Packsack meines alten Schlafsacks zu verwenden. Das anfängliche Problem ist gelöst und der eigentliche Test kann beginnen.

Reale Bedingungen
Der Lamina 20 wird in unbeheizten Hütten und im Zelt getestet, dabei schwankt die Temperatur zwischen +8°C und -6°C und er erlebt trockene bis feuchte Umgebungen.
Er war stets warm und komfortabel, was an seiner nahtlosen Verarbeitung liegen mag, die keine Kältebrücken entstehen lässt. Die Außenhülle wird dafür beim Lamina 20 direkt mit der mehrlagigen Füllung verschweißt, diese Schicht für Schicht Verarbeitung führt zum Produktnamen. Als Füllung dient Thermal Q, welches tatsächlich komprimierbar ist. Bereits beim Einpacken dachte ich daran, den Schlafsack niemals in seinen Packsack zu kriegen, wenn kein Wunder helfen würde. …


Dieser technisch durchdachte Eindruck setzte sich fort und einige weitere technische Details haben eine Geschichte zu erzählen:
Die Außenhülle aus 40D Micro Ripstop Nylon ist DWR-beschichtet, sie schützt vor Feuchtigkeit und das ist beispielsweise keine Floskel. Einmal trat im Zelt so viel Feuchtigkeit auf, dass meine Begleitung mit Daunenschlafsack in arge Kältebedrängnis kam. Der Lamina 20 zeigte sich unbeeindruckt. Er war außen zwar nass, innen aber trocken; auch dank der Thermal Q Füllung, die Feuchtigkeit nach außen ableiten soll. Diese Funktion kann ich bestätigen.
Der Schlafsack bietet außerdem einen angenehmen Komfort, den er durch seinen weit geschnitten Schulterbereich, die großzügige Fußbox, einen Wärmekragen, die regulierbare Konturkapuze und dem wirklich guten Loft erreicht. Für gewöhnlich habe ich keinen sonderlich angenehmen Schlaf, da ich nach wie vor auf eine einfache Evazote-Matte setze, aber ich kann definitiv behaupten, dass dieser Schlafsack einen außergewöhnlich komfortablen Schnitt hat.
Ein durchgehender 2-Wege-Reißverschluss erleichtert den Einstieg. Auf der Innenseite verrichtet eine Abdeckwulst die Isolationsarbeit und es gibt zusätzlich Schutzleisten, die verhindern sollen, dass der Reißverschluss seinen Weg ins Material findet. Hier finden sich im Internet andere Meinungen, ich hatte keine Probleme mit dem Reißverschluss.

Nette Spielereien gibt es auch: So ist die Konturkapuze an seiner Ober- und Unterseite separat in der Weite zu regulieren, wobei die Kordeln zusätzlich farblich voneinander abgesetzt sind. Weiterhin gibt es auf Schulterhöhe eine Außentasche für Handy, MP3-Player oder Stirnlampe. Das sind keine essenziellen Details, aber geben dem Schlafsack das gewisse Extra.
Ein Hinweis sei abschließend dennoch gestattet: Ich liege mit meiner Körpergröße genau zwischen den zwei verfügbaren Längenvarianten Regular und Long und empfehle für ähnliche Situationen dicke Socken, da die Fußbox gerade am Ende des Komfortbereichs nicht ausreichend durch den Körper gewärmt werden kann, wenn man wie ich gerne die Beine anwinkelt.

Fazit
Die anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Packsack des Laminas sind vergessen. Das komfortable Erlebnis im Schlafsack und die stabile, angenehme Wärme haben mich überzeugt, insbesondere weil die technische Verarbeitung hält, was sie verspricht. Darüber hinaus ist der Schlafsack im Vergleich zu anderen seiner Klasse etwa 300 bis 400g leichter, was sich an jedem Anstieg bemerkbar macht. Das Preis-/ Leistungsverhältnis stimmt mich froh, denn es bietet Spielraum einen anderen farbenfrohen Packsack mit einem Augenzwinkern zu kaufen.

Weiterschmökern:


Kommentar-Feed Kommentar schreiben oder Trackback einrichten

Vorheriger Eintrag
Nächster Eintrag

Kommentar schreiben