Testbericht: Storm Racer Jacket Men von Patagonia

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planet tapir Matthias | 8. März 2017

Das Storm Racer Jacket von Patagonia ist eine atmungsaktive Regenjacke und damit auf den ersten Blick vermeintlich nichts Besonderes. Allerdings hauen mich das Packmaß und das Gewicht vom Hocker: Mit 164 Gramm in der Größe S zählt es zu den leichtesten Regenjacken auf dem Markt. Zusammengepackt ist die Hardshell nicht größer als ein Fausthandschuh. Aufgrund des Gewichts und des kleinen Packmaßes eignet sich die Jacke besonders für gewichtsoptimierte Aktivitäten wie Trailrunning, Skilanglauf und Radfahren und könnte als Back-up für plötzlich einsetzenden Regen dienen. Da muss ich diese  coole Jacke gleich mal einem Test unterziehen!


Bisher war ich ja immer der Meinung, dass man zum Laufen nicht zwingend eine Regenjacke braucht, da der Hitzestau aufgrund nicht ausreichender Atmungsaktivität unangenehmer ist als das Gefühl, nass zu werden. Um diese Meinung entweder zu bestätigen oder aber auch zu revidieren, nehme ich das Storm Racer Jacket zum 24-Stunden-Skirennen Miriquidi nach Zinnwald mit, um es einem ausgiebigen Test zu unterziehen.


Die Bedingungen könnten nicht besser sein: ein paar Grad unter Null und leichter Schneeregen in der Wettervorhersage. Getestet wird die Jacke jeweils 8 x rund 30 Minuten beim Fahren der Skirunden mit jeweils einer Pause von 30 Minuten dazwischen. Unter der Jacke habe ich ein langes Icebreaker Merino-Shirt  an und so mache ich mich gut ausgestattet in die erste Runde. Ich lege mich gleich voll ins Zeug und treibe den Puls hoch. Schnell ist mir warm und ich fange an zu schwitzen, aber es wird nicht unangenehm. Der lästige Gegenwind bläst mir ins Gesicht, aber am Körper und an den Armen nicht durch das Storm Racer Jacket hindurch. Der leichte Regen macht der Jacke nicht das Geringste aus, die Tropfen perlen einfach ab.
Nach circa 28 Minuten erreiche ich den Start/Ziel-Bereich völlig geschafft, aber nicht komplett durchnässt. In der Pause zwischen den Läufen kann ich feststellen, dass die Jacke wirklich nicht feucht von innen ist. Patagonia verwendet das H2No™ Performance Standard-Laminat, eine dreilagige Membran, die absolut wasserdicht und hoch atmungsaktiv ist. Der Hersteller gibt aber keine Werte für den Wasserdampfdurchgang an, weil sie sagen, dass unterschiedliche Labore bei denselben Stoffproben völlig unterschiedliche Ergebnisse ausweisen. Ich kann aber feststellen, dass der gefühlte Wert exorbitant gut sein muss und bin sehr zufrieden.

Das Storm Racer Jacket ist minimalistisch ausgestattet. So besitzt die Regenjacke, um Gewicht zu sparen, keine Unterarmreißverschlüsse. Ich vermisse sie aber auch nicht, da ich aufgrund der sehr guten Atmungsaktivität keine zusätzliche Belüftung brauche. Es gibt lediglich eine Brusttasche, in der die Jacke auch kleinstmöglich verstaut werden kann. Die Kapuze lässt sich mit einem Kordelzug am Hinterkopf hervorragend einstellen. Die Jacke ist sehr eng und sportlich geschnitten. Solide, halb-elastische Bündchen, die für besten Komfort flach anliegen, verhindern ein Hochrutschen der Ärmel. Die Ärmel sind so angesetzt, dass die Jacke bei gehobenen Armen nicht übermäßig hochrutscht. Das Storm Racer Jacket ist außerdem mit reflektierenden Logos auf der Brusttasche und im Nacken ausgestattet, die für erhöhte Sicherheit auf dem Rad oder bei langen Ultratrails sorgen. All diese Features führen dazu, dass diese Jacke auch vom und für den UTMB empfohlen wird.
Da diese Jacke dreilagig verarbeitet ist, sollte sie auch sehr abriebfest und dadurch auch besonders langlebig sein, was ich aber noch nicht testen konnte. Der Langzeittest und die nächsten Aktivitäten werden Aufschluss darüber bringen.

Fazit
Diese Jacke ist eine absolute Empfehlung für alle, die sportlich aktiv unterwegs sind und auf jedes Gramm achten wollen: Rennradfahrer können sie auf ihre Ausfahrten mitnehmen, da sie minimalistisch und federleicht in eine Trikottasche passt. Auch Trailrunner sollten das Storm Racer Jacket von Patagonia in ihre Überlegungen einbeziehen, wenn sie Ultratrail-Wettkämpfe planen. Bei solchen Veranstaltungen gehören Regenjacken oft zur Pflichtausrüstung und sollten so leicht wie möglich sein. Die Jacke eignet sich auch hervorragend als Back-up auf Alpentouren zu Fuß oder mit dem Mountainbike.

Und ja, ich habe meine Meinung revidiert und werde das Strom Racer Jacket ab jetzt auch zu verregneten Trainingsläufen tragen.

 

 

 

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