Testbericht: Deviator Hoody Men von Outdoor Research

Nachdem Polartec Alpha nun schon eine Weile auf dem Markt ist, bin ich endlich selber mal in das Vergnügen gekommen mit dem Outdoor Research Deviator Hoody eine Polartec Alpha Hybrid Jacke zu testen. Normalerweise wäre ich auf unsere 3-tägige Radtour mit meiner Powerstretch Jacke und leichter Softshell-Weste oder Windjacke aufgebrochen, so habe ich auf ein Kleidungsstück verzichtet und statt dessen das Deviator Hoody am eigenen Leib getestet.

Wie bereits erwähnt war der Einsatz der mit 304 Gramm sehr leichten Isolationsjacke eine 3-tägige Radtour bei Temperaturen zwischen 8 und 14°C. Da ich in Bewegung schnell ins Schwitzen gerate, war leicht wärmende Bekleidung die vor Wind und Fahrtwind schützt die richtige Wahl. Unter dem Deviator Hoody hatte ich lediglich ein mittelwarmes Longsleeve an und musste tatsächlich tagsüber (außer bei längeren Pausen) nichts überziehen.


Schnitt und Konstruktion

Schon beim Anziehen merkt man, dass das Deviator Hoody für den aktiven Einsatz konzipiert ist. Es ist sehr körpernah geschnitten, ohne dass die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist und ist etwas länger geschnitten. Auch die Ärmel sind so dimensioniert, dass die Daumenschlaufen, wenn man sie denn mag, bequem genutzt werden können und die Jacke auch etwas kräftigeren Zeitgenossen als mir noch gutpasst. Die Beweglichkeit wird durch den Materialmix aus texturiertem Fleece (Polartec Power Grid mit 16% Elasthan-Anteil) und dem isolierenden Polartec Alpha mit windabweisendem Nylon Außenmaterial gestützt. Die Kapuze sitzt sehr gut und passt sich den Bewegungen an und lässt sich problemlos unter einen Helm oder Hardshell tragen. Für meinen Geschmack könnte der Kragen noch etwas höher schließen, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Zugunsten von Gewicht und Packmaß wurde auf überzählige Features verzichtet. Es gibt 2 Einschubtaschen (davon eine mit Karabiner für den Schlüssel) und eine Brusttasche mit Reißverschluss. Der weitenverstellbare Saum wird ebenfalls von einer der Taschen aus bedient.


Bei der Materialverteilung haben die Produktdesigner ganze Arbeit geleistet: der isolierende Bereich ist über die Schultern gezogen und auch im Hüftbereich nach hinten, Richtung Nieren verlängert. So ist auch Wärme im „Schwitzbereich“ des Rucksacks garantiert und unterkühlten Nieren wird vorgebeugt. Der Rest der Hybridjacke ist aus besagtem Polartec Power Grid gearbeitet, was trotz der geringen Stärke sehr warm ist. Der stärker isolierte Bereich ist mit einer dünnen Lage Polartec Alpha gefüttert, der nach Außen hin mit einem dünnen Rip-Stop-Nylon stark windabweisend gehalten und nach Innen mit einem sehr luftigen Mesh-Futter gestaltet. Diese sehr luftdurchlässige Konstruktion grenzt Polartec Alpha von vielen anderen Materialien auf dem Markt ab – und es macht tatsächlich einen Unterschied.

Performance

Polartec Alpha macht tatsächlich einen Unterschied. Es ist warm und deutlich atmungsaktiver als alle Kunstfaserjacken, die ich bisher kenne. Bei Tagestemperaturen um die 10°C fand ich das Deviator Hoody über meinem dünnen Thermo-Longsleeve trotz Fahrtwind in punkto Isolation vollkommen ausreichend. Lediglich bei längeren Pausen und am Abend brauchte ich eine zusätzliche Isolationsschicht. Begeistert war ich tatsächlich von der Atmungsaktivität. Bei mehreren längeren Anstiegen und sportlichen Sprints bin ich doch sehr ins Schwitzen geraten und habe anschließend getestet, wie das Material sich anfühlt. Die gut durchlüftete Mesh-Innenseite war nahezu trocken und die Transpirationsfeuchtigkeit war hauptsächlich auf der Außenseite der Jacke zu spüren. Die nach innen sehr offene Konstruktion von Polartec Alpha funktioniert tatsächlich für sportliche Aktivitäten, genau wie Polartec es konzipiert hat. Trotz fehlender Sonne und der geringen Temperaturen war die Jacke auch nach den schweißtreibenden Passagen sehr schnell trocken. Ist man sehr windexponiert und nicht mehr in Bewegung, merkt man dem Deviator Hoody schnell an, das die Isolation auf die vordere Körperseite begrenzt ist. Also abends am Camp bei unter 10°C sollte dann doch noch eine Bekleidungsschicht mehr dabei sein. Für Touren in den wärmeren Monaten ist das Deviatoor Hoody allerdings eine wunderbare Komplettlösung für eine sehr atmungsaktive Isolation auf Tour und am Camp.


Fazit

Das in dieser Hybrid-Isolationsjacke verarbeitete Polartec Alpha erfüllt voll und ganz seinen Zweck, eine gute Isolation unter gemäßigten Bedingungen zu gewährleisten und wartet dabei aber mit dem Feuchtigkeitsmanagement einer guten Unterwäsche und minimalem Gewicht auf. Perfekt für nahezu alle Spielarten der Bewegung draußen ist das Outdoor Research Deviator Hoodys zudem mit einer gut sitzenden Kapuze (perfekt auf dem Rad oder am Berg) ausgestattet und bis ins Detail durchdacht. Durch die Kombination aus mäßig wärmender, hoch atmungsaktiver Isolation am Körper und atmungsaktiven Stretch-Fleece-Bereichen würde ich die Jacke bei sportlichen Touren jedem Softshell vorziehen. Kippt das Wetter, ist das Deviator Hoody sowohl vom Schnitt, als auch von der Klimaregulation her, auch unter einem Hardshell die perfekte Isolationsschicht. Vom Joggen, über Radfahren, Wandern und Trekken bis zu alpinen Unternehmungen ist das Deviator Hoody eine ziemlich vielseitig einsetzbare Jacke mit der Chance zum absoluten Lieblingsstück zu werden.

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