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Teaserbild: Testklettern mit dem Shark 2.0 von Mad Rock

Testklettern mit dem Shark 2.0 von Mad Rock

Ein neuer Kletterschuh der Firma Mad Rock hat seinen Weg zu uns ins Sortiment gefunden. Der Name Shark 2.0 ziert diese Kletter- und Bouldersocke und verspricht eine entsprechende Bissigkeit am Felsen. Grund genug, sich diesen Kletterschuh genauer anzuschauen und ihn auf einen Klettertrip nach Sizilien mitzunehmen.

 

Fakten zum Mad Rock Shark 2.0

Die richtige Größe beim Shark 2.0 zu bestimmen, war zunächst gar nicht so einfach. Der Schuh besteht aus Gummi und wo er nicht aus Gummi ist, ist er aus Synthetik. Die Eigenschaft des Weitens ist damit weitestgehend eingedämmt. Nach einigem Hin und Her bin ich bei Größe 40 (US 7,5) gelandet. Ich empfand den Schuh als präzise und kompakt. Im vorderen Bereich ist der Schuh etwas schmaler und bildet eine – für mich – angenehme Zehenbox aus. Unterstützend kommt hinzu, dass der Shark 2.0 zu einem Großteil aus sehr anschmiegsamen Materialien besteht, weshalb er mir keinesfalls schmerzhaft vor kam. Im Gegenteil: Je länger man den Kletterschuh am Fuß hat, so mein Eindruck, desto wärmer wird das Gummi und umso angenehmer das Tragen. Aufgefallen ist mir: In kleine Größen kommt man zwar immer noch gut rein, aber sehr, sehr schwer wieder raus. Der Schuh wackelt absolut nicht. Dies ist dem engen und gut sitzenden Fersenbau zu verdanken, der natürlich auch seine Vorteile hat…

Die Spitze des Schuhs sitzt, wo sie beim ambitionierten Klettern sitzen muss, asymmetrisch Richtung große Zehen. Ein entsprechend gezieltes Antreten ist also absolut möglich. Ebenfalls ist der Leisten an der Spitze leicht nach unten gezogen, was das Krallen der Zehen unterstützen soll. Diese Eigenschaft wird zudem durch den weichen Sohlenaufbau unterstützt, welcher den Schuh nicht nur durch die Form, sondern auch durch die eigene Zehenkraft aktiv in den Tritt krallen lässt.

Für die entsprechende Reibung auf der Unterseite sorgt das Mad Rock-eigene Science Friction Rubber, welches zugunsten einer längeren Haltbarkeit auf dem äußeren Zentimeter dicker gummiert wurde. Ebenfalls ist die Oberseite des Spanns für entsprechende Toehooks gummiert. Der eigentliche Wurf war bei Mad Rock aber schon immer die Fersenkonstruktion. Beim Shark 2.0 ist diese mit einer ca. 1cm breiten Lippe ausgestattet, welche das Haken in der Wand unterstützen soll.

Verschlossen wird der Mad Rock-Schuh mit einem Velcro im oberen Spannbereich. Durch die weiche Konstruktion und entsprechende Spannung sitzt er aber auch ohne diesen schon fast wie ein Slipper.

 

Praxistest in Porphyr und Kalk

Testgebiet Nummer eins war der sonnige Kalk auf Sizilien. Hier konnte ich den Schuh an neun Klettertagen testen. Zunächst bestätigte sich mein Eindruck in Sachen Größe und Passform. Obwohl ich mir den Schuh als engen Performance-Schuh gekauft hatte, saß er so anschmiegsam, dass ich ihn durchweg ohne „größere“ Schmerzen klettern konnte. Soll heißen: Er kommt eigentlich schon fertig eingeklettert aus dem Karton.

Für mich hat sich ebenfalls herausgestellt, dass der weiche Sohlenaufbau meinem eher statischen Kletterstil entgegen kommt. Ähnlich wie beim La Sportiva Python oder Speedster kann man einfach stärker in die Tritte krallen und noch weiter über diese aufstehen. Gerade in schweren Touren mit weiten Zügen ist dies durchaus ein Vorteil, der mich überzeugt hat. Auch hier macht der Shark 2.0 alles richtig und kann punkten.

Das Mad Rock-eigene Gummi steht auch auf Schrägen und Dullen, wobei ich weiterhin Vibram-Fan bleibe. Meiner Ansicht nach wackelt nichts so wenig wie eine anständige Portion Vibram XS Grip …

Durch überhängende Touren mit reichlich Sintern konnte ich auch den Toehookbereich des Schuhs genauer unter die Lupe nehmen. Die Oberseite im vorderen Fußbereich ist fast vollständig eingummiert und hängt an allen Ecken. Prinzipiell zeigte sich mir aber kein Qualitätsunterschied zu anderen Schuhen mit entsprechenden Toehook-Zonen. Irgendwie kann man den Schuh passiv hinter den Felsen hängen, ohne rauszufallen, aber das macht er eben auch nicht besser oder schlechter als andere Schuhe.

Der Hook hingegen ist hier wieder eine echte Revolution. Dieser hängt wirklich überall! Hiervon konnte ich mich nicht nur beim Klettern, sondern auch bei einem Boulderausflug ins Chemnitztal überzeugen. Im Boulderproblem Odyssey kommt es darauf an, über einen schlechten Hook aufzustehen – und was soll ich sagen: Der Problemzug hat jedes einzelne Mal gehalten und das mit deutlich weniger Aufwand meinserseits als in meinen anderen Schuhen. Neben dem anschmiegsamen Sitz ist die Ferse ein absolutes, wenn nicht sogar DAS große Plus an diesem Boulderschuh.

Bouldern mit dem Shark 2.0 im Chemnitztal from tapir Isabel on Vimeo.

 

Fazit

Guten Gewissens kann man den Shark 2.0 auf die Boulder- und Kletterwelt loslassen. Gerade bei langen oder mehrtägigen Sessions sitzt der Schuh unendlich angenehm im Vergleich zu meinen anderen „Performance“-Kletterschuhen. Die Fersenkonstrutkion ist neu und überzeugt beim Antesten zu 100%, was den Schuh vor allem im Boulderraum interessant macht.

+ komfortabler und trotzdem sehr sicherer Sitz auch bei kleiner Größe (Schuh ist quasi schon eingeklettert)

+ unschlagbarer Hook

+ gefühlvolles Antreten durch sensiblen Sohlenaufbau

+ weiträumiger Toehook-Bereich für Dachbouldereien jeglicher Art

– Geruchsentwicklung, welche sich durch den Synthetikaufbau höchstwahrscheinlich nicht vermeiden lassen wird

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