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Slowenien: Soča-Tal und Triglav-Nationalpark

Beim Stichwort „Alpen“ kommt den meisten Leuten sofort Österreich, Frankreich, Italien oder die Schweiz in den Sinn. Doch die Julischen Alpen in Slowenien haben zumindest für Wanderer ebenso viel zu bieten wie die Berge und Täler der anderen Alpenländer. Im Triglav-Nationalpark fanden wir traumhafte Camping-Spots, wunderschöne Wanderwege und eiskalte Erfrischungen in der Soča.

Zuvor kannte ich die traumhaften Wanderrouten, die dramatischen Schluchten und reißenden Bergbäche nur von Erzählungen. Um die Schönheit des Soča-Tals und des Triglav-Gebirges selbst zu erleben, fuhren wir im Sommer 2018 mit Zelt und Wanderschuhen bepackt in den Triglav-Nationalpark. Etwas naiv gingen wir trotz des Verbots davon aus, Wildcamping-Spots in der wunderschönen Natur zu finden – und mussten direkt mal enttäuscht werden. Geeignete Stellen zu finden war nahezu unmöglich, sodass wir die erste Nacht auf dem Campingplatz in Gabrje verbrachten. Dieser liegt zwar wunderschön direkt an der Soča, kann aber zur Hochsaison brechend voll sein. Wir fanden dennoch einen gemütlichen Platz am Ufer mit Feuerstelle und beschlossen, nur die eine Nacht zu bleiben.

Für den nächsten Tag nahmen wir uns die Besteigung des Berges Krn vor – nachdem wir eine Weile über die richtige Aussprache des Namens diskutiert hatten. Der Krn ist ein Berg in der Nähe des Campingplatzes mit verschiedenen Routenmöglichkeiten für unterschiedlich lange Touren. Die Wettervorhersage prophezeite etwas Regen und mögliche Gewitter für den Nachmittag, also machten wir uns früh auf den Weg. Über eine gut ausgebaute Straße erreichten wir den kostenlosen Parkplatz kurz hinter dem kleinen Dorf, das den selben Namen wie der Berg trägt: Krn. Die Sonne stand hoch und die Vorboten des Gewitters ließen noch auf sich warten. Also nichts wie los!

Über einen schmalen Pfad liefen wir über Kuhweiden und saftig grüne Wiesen der Südflanke des Krn entgegen, den 2245 Meter hohen Gipfel immer im Blick. Hier und da stehen alte Bauernhütten mit Brunnen, aus denen eiskaltes Bergwasser kommt. Es empfiehlt sich, die Wasservorräte noch mal aufzufüllen, da es die letzte Möglichkeit vor dem steilen und anstrengenden Gipfelanstieg ist. Die nächsten anderthalb bis zwei Stunden ging es in Serpentinen zur Schutzhütte Gomiščkovo zavetišče hinauf. Je nach Fitness und Wetter ist der Aufstieg wirklich hart, wenn auch technisch nicht sehr anspruchsvoll. Die Natur knapp oberhalb der Baumgrenze ist dafür umso schöner, denn langsam aber sicher gewinnt man einen atemberaubenden Ausblick auf die gesamten Julischen Alpen: die grauen Felsen im Norden und das üppige Grün im Süden, dazwischen Gletschermuränen und Bergseen.

Ein hart umkämpfter Gipfel

Nach einer kurzen Pause bei der Schutzhütte, die saisonal sogar bewirtet ist und Getränke und leichte Speisen serviert, nahmen wir das letzte Stück zum Gipfel in Angriff. Die tolle Aussicht war nur das eine, was uns an diesem Tag zum Krn lockte – an klaren Tagen blickt man bis an die Adria! –, doch die historische Bedeutung des Berges ist beinahe noch faszinierender. Während des ersten Weltkrieges lieferten sich italienische Soldaten mit denen Österreich-Ungarns tödliche Gefechte inmitten dieser so friedlich erscheinenden Landschaft. Noch heute zeugen Stacheldraht, Kanonen und Bunker von der kriegerischen Vergangenheit des Krn. Ein Nebengipfel des Krn diente einst als Sprengstoff-Arsenal, welches während eines Gefechts explodierte und die Spitze des Berges wegsprengte.

Von alledem spürte man an diesem wunderschönen Ort jedoch nichts mehr. Kaum zu glauben, dass dies mal ein Kriegsschauplatz gewesen sein soll … Eine leichte Brise wehte, während wir uns zur Besteigung beglückwünschten und den Segelfliegern ringsherum erstaunt zuschauten. Der Blick nach Süden, wo sich dunkle Wolken auftürmten, verriet nun, dass tatsächlich ein Gewitter herannahte und so brachen wir alsbald wieder auf. Wir wählten jedoch nicht die direkte Abstiegsroute, die wir zum Aufstieg genommen hatten, sondern verließen den Gipfel über die Ostseite, wo man zahlreiche teils gut erhaltene Höhlenanlagen aus den Kriegstagen vorfindet.

Das Gewitter kommt näher

Der Abstieg wurde zum Wettlauf mit der Zeit, da das Gewitter immer näher kam, es leicht zu regnen begann und das Donnern immer lauter wurde. Begleitet von mehreren Schafherden suchten wir nach dem richtigen Weg. Auf dieser Route ist der Pfad leider nicht mehr so eindeutig wie zuvor. Doch glücklicherweise hatten wir die Wanderkarte von einem Pärchen, welches wir auf dem Gipfel trafen, abfotografiert. So konnten wir anhand markanter Geländepunkte den richtigen Weg ausfindig machen und kamen nach insgesamt etwa fünf Stunden wieder wohlbehalten am Parkplatz an.

Die Nacht verbrachten wir diesmal außerhalb des Nationalparks am Ufer der Soča, wo wir ein eiskaltes Bad im Wasser nahmen, bevor der Campingkocher uns eine wohlverdiente Mahlzeit bescherte. Am nächsten Morgen wollten wir die beeindruckenden Schluchten der Soča anschauen und am Nachmittag über den Normalweg den Mangart auf der italienisch-slowenischen Grenze besteigen. (Die Betonung liegt hierbei auf: „wollten“ …).

Die Soča-Schlucht liegt zwischen Bovec und Trenta an der Soča-Straße. Dort, wo sich viele Menschen an einer Art Strand gegenüber vom Campingplatz Kamp Soča tummeln, parkten wir das Auto und liefen den Flusslauf wenige Meter hinauf, bis wir auf engen Pfaden, die mitten durch die Schlucht führen, ein beeindruckendes Naturspektakel vorfanden. Die Schlucht ist extrem eng und zum Teil sehr tief, sodass wir nur von einigen wenigen Stellen eine gute Sicht auf das türkisblaue Wasser bekamen. Diese waren dafür umso schöner. Weiter oben bildet die Schlucht einige natürliche Pools  und die Möglichkeit, bis zum Ufer hinabzusteigen. Diese Chance ließen wir uns selbstverständlich nicht entgehen und sprangen kurzerhand in das kristallklare Wasser. Der Schock über das Bad, das noch kälter erschien als am Abend zuvor, währte nur kurz, denn wenige Minuten später befanden wir uns schon auf dem Weg zum Mangart.

Zu spät für den Mangart …

Die Straße hinauf zum Fuß des Berges zählt zu den schönsten der Alpen. Leider (und für uns überraschend) zahlt man für die Straße eine Maut von 5 Euro, aber die Schönheit der Route und die Aussicht bis nach Italien waren es wert. Die Zeit war nun schon weit vorangeschritten und wieder einmal verhieß der Blick in den Himmel nichts Gutes. Dennoch begannen wir den Aufstieg über den Normalweg, der ohne Klettersteig bis zum Gipfel führt. Doch bereits kurze Zeit später begegneten wir einer Familie, die uns fragte, ob wir zum Gipfel wollten. Wir hatten Informationen aus dem Netz vernommen, dass die Wanderung etwa drei Stunden dauert. Wir waren davon ausgegangen, dass diese Zeitangabe für Auf- und Abstieg galt. Dem war offenbar nicht so und so riet uns die Familie abzubrechen, da wir erst bei Anbruch der Dunkelheit am Gipfel wären und den Abstieg ohne Tageslicht machen müssten.

Wir befolgten den Rat und beließen es bei einem Abschiedsfoto vor dieser beeindruckenden Bergwelt, bevor wir uns auf die Suche nach einem Camping-Spot machten. Entlang der Straße  hinab Richtung Bovec kamen wir durch das kleine Dorf Strmec na Predelu, wo wir eine Anwohnerin fragten, ob wir auf der riesigen Wiese hinter ihrem Haus unser Zelt aufschlagen könnten. Sie schenkte uns ein paar Äpfel und ließ uns unseren letzten Abend dieser aufregenden Reise an diesem wunderschönen und beschaulichen Ort übernachten.

Beste Reisezeit

Solange es warm ist, kann man die wunderschönen Wanderungen im Triglav-Nationalpark und im Soča-Tal machen. Zu Beginn und am Ende des Winters sollte man sich jedoch über die Schneesituation informieren, da Schnee und Eis einige Gipfel unbegehbar machen könnten. Der Sommer lohnt sich aber besonders, da die Erfrischung in den eiskalten Bergbächen und -flüssen dann am angenehmsten ist.

Einreise nach Slowenien

Der Triglav-Nationalpark liegt im Nordwesten Sloweniens, sodass man in den meisten Fällen über Villach (Österreich) anreist. Auch die Anreise über Italien ist möglich, je nachdem, wohin man im Park möchte. Das gilt natürlich nur für die Anreise mit dem Auto. Da es keinen mir bekannten öffentlichen Nahverkehr im Park gibt, ist das Auto aber auch fast unumgänglich – auf alle Fälle, wenn man mehrere Orte im Triglav-Nationalpark besuchen möchte oder den Ausflug mit einem Städtetrip nach Ljubljana verbinden möchte.

Geld

Slowenien gehört zur Eurozone, was jeglichen Geldwechsel überflüssig macht. Allerdings sollte man sicherstellen, dass man auch Euros dabei hat, bevor man sich auf den Weg in die Natur macht, denn je näher man dem Park kommt, desto weniger größere Orte mit Geldautomaten wird man finden. Bovec am Westrand des Parks, Tolmin im Süden und Bled im Osten sind jedoch solche Orte mit Supermärkten und auch ATMs. Die Preise in Slowenien sind in etwa die gleichen wie in Deutschland oder Österreich. Tanken sollte man jedoch in Österreich, denn dort ist es günstiger.

Sprache

Landessprache in Slowenien ist Slowenisch. Jedoch sprechen die meisten Menschen am Dreiländereck Slowenien-Italien-Österreich oft auch Italienisch und sogar ein paar Brocken Deutsch. Englisch wird dagegen zumindest unter der älteren, lokalen Bevölkerung nahe des Nationalparks weniger gesprochen. In Ljubljana wiederum sprechen die meisten gut verständliches Englisch.

Viele Wanderrouten im Triglav-Nationalpark sind auf der Bergfex-Website, in der zugehörigen App und bei Outdooractive beschrieben. Wir hatten den Großteil unserer Infos von der Website des Soča-Tals. Den Link für die Route auf den Krn findest du hier: https://www.soca-valley.com/en/summer/hiking/mountain-trails/2015031114311171/krn-2244-m/

Der slowenische Tourismusverband bietet außerdem auf seiner Website viele interessante Broschüren, zum Beispiel über das Nachhaltigkeitskonzept der slowenischen Tourismus-Branche.

 

Eine Wanderkarte ist praktisch, aber für viele Wandertouren nicht zwingend notwendig. Je länger und exponierter die Route jedoch ist, desto wichtiger wird es, den exakten Weg zu kennen. Topografische Karten für den Triglav-Nationalpark gibt es viele, Band 64 der KOMPASS-Wanderkarten ist nur ein Beispiel.

 

  • Wanderstiefel sind für die meisten Wanderungen im Nationalpark unabdinglich, für einfache Wanderungen im Tal reichen auch leichtere Schuhe.
  • Für die Besteigungen des Mangart oder des Triglavs ist auf bestimmten Routen Klettersteigausrüstung notwendig.
  • Wer zelten will, sollte natürlich ein Zelt dabei haben. Wasserdicht sollte es sein, ansonsten reicht auch ein einfaches Camping-Zelt.

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