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Slowakei: Hohe Tatra

Nach dem wir uns auf der polnischen Seite mit Bergwandern und vorm-Gewitter-Verstecken ausgetobt haben (1. Teil des Reiseberichts über die polnische Tatra), umrunden wir im Uhrzeigesinn das Bergmassiv Hohe Tatra und passieren nach einer Woche in Polen die slowakische Grenze.

Für die nächsten Tage sind Gewitter und Dauerregen angesagt und so beschließen wir, uns ein Paar Tage in einer spontan gemieteten Ferienwohnung (funktioniert in der Slowakei wunderbar) nähe Poprad auszuruhen. Poprad ist eine kleine Stadt ohne erwähnenswerte Sehenswürdigkeiten – zumindest haben wir keine gefunden. Im Stadtzentrum gibt es sehr gute, liebevolle Kletter- und Sportläden und am Wochenende Straßensupermärkte, auf denen die einheimischen Bauer ihre im eigenen Garten gezogenen Tomaten (bis zu einem Kilo schwer!), Paprika, Bohnen und eingeweckte Köstlichkeiten verkaufen. Frische Himbeeren gab es gleich auf die Hand für ein Paar Münzen oder in eine Papiertüte eingewickelt. Mehr Bio geht gar nicht.

Bei schlechten Wetter lohnt sich der Besuch in Aquacity – für Kleine zum Austoben auf den unzähligen Rutschen, für Große zum Schwimmen in einem 50 Meter langen und sehr nostalgischen Sportbecken sowie zum Schwitzen in der Sauna.

Am nächsten Tag müssen wir uns wieder von schwarzen Wolken und Gewitter verstecken. Das geht am besten in der Eishöhle! Die Slowakei besitzt ein einzigartiges unterirdisches Netz aus vielfältigem Karstgebilde; einige der Höhlen sind in die Weltnaturerbeliste der UNESCO aufgenommen worden, so z. B. die Dobšinská ľadová jaskyňa im slowakischen Paradies, die wir auch besuchten. Vom Parkplatz wandert man ca. 40 Minuten zu dem Eingang, Führungen gibt es mehrmals in der Stunde. Zu empfehlen sind auch bei warmen Temperaturen ein Pullover und festes Schuhwerk. Auf dem Weg zur Eishöhle befindet sich ein kleiner, gemütlicher Kletterwald, der auch sehr zu empfehlen ist.

Für Kletterfans gibt es direkt in Poprad einen wertvollen Tipp: die Kletterhalle Hall Woodrock (Partizánska 1849, 058 01 Poprad-Priemyselný obvod – západ, Slowakei) mitten in einem Gewerbegebiet. Der Kletterbereich an sich ist mit seinen ca. 50 m² eher nicht beeindruckend, dafür aber die Höhe von fast 40 Metern! Die Halle wird von einem sehr freundlichen Paar betrieben und hat neben den witzigen Kletteraccessoires auch kreativen, selbstgemachten Kletterschmuck in der Vitrine. Equipment gibt es dort zum Ausleihen.

Östlich von Poprad befinden sich die Zipser Burg (slowakisch: Spišský hrad) , eine der größten Burganlagen in Mitteleuropa,die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Für die Besichtigung sollte man – je nach persönlichem geschichtlichem Anspruch – einen halben Tag einplanen.

Am dritten Tag verlassen wir die Ferienwohnung und machen uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Diese sind auf der slowakischen Seite nicht so oft anzutreffen und viele sind sehr spartanisch bis gar nicht eingerichtet. Also am besten vor der Anreise schon mal ein Bild machen. In Strba werden wir fündig (https://autocamping-strba.sk/). Ein liebevoll eingerichteter Campingplatz mit ausreichend Dusch- und Kochmöglichkeiten, die auch in der Hochsaison nicht ausgelastet sind. Für die Kids gibt es einen großen Spielplatz, der von der Terrasse des nahegelegenen, super gemütlichen Biergartens aus zu überwachen ist. Sehr leckeres heimisches Essen zum Superpreis gibt’s hier auch. Wer es etwas uriger mag, kann sich in einem der nahegelegenen Supermärkte selbst versorgen und abends am Lagerfeuer den einheimischen Gitarrenkünstler lauschen. Für diejenigen, die etwas komfortabler unterwegs sind: Auf diesem Campingplatz gibt es einige Hütten – von spartanisch bis richtig luxuriös mit eigenem Gartenbereich 🙂

Gleich am ersten Tag hat sich mal wieder bestätigt, dass die Welt ein Dorf ist. Unsere Zeltplatznachbarn sind auch aus Leipzig und wie sich dann später herausstellt, haben sich unsere Wege bereits im Berufsleben schon einige Male gekreuzt.

In der dritten Wochen fahren wir nach Námestovo in der westlichen Tatra. Diesen Teil des Urlaubes wollen wir überwiegend dem Wassersport und unserem Faltboot widmen.

Von Deutschland aus haben wir eine Hütte auf dem Campingplatz Stará Hora am Stausee Oravská Priehrada  reserviert. Dort angekommen, steht uns die Hütte nicht mehr zur Verfügung, da wir uns einen Tag vorher nicht gemeldet haben. Mitten in der Hauptsaison stehen wir ohne eine Bleibe da, direkt am Wasser (was wegen des Faltboots sinnvoll wäre) ist jeder Quadratmeter sehr begehrt. Etwas ziellos fahren wir durch die Gegend, vorbei an den ausgebuchten Ferienwohnungen und überfüllten Parkplätzen. Wie durch einen Zufall führt uns der Weg zur Ranč u Edyho (https://www.rancuedyho.sk), einer Pferderange im Cowboy-Stil, umgeben von den slowakischen Bergen. Die Preise sind für die Region etwas gehoben, doch wir haben Glück im Unglück und bekommen eine ganze Blockhaushütte für ca. 50 Euro am Tag, die reichlich Platz für weitere 5 Personen hätte. Die Hütte ist bei den Einheimischen nicht wirklich beliebt, da sie etwas abgelegen liegt – ganze 100 Meter weit entfernt von der Kneipe und direkt neben dem Pferdestall und einer Schaf- und Ziegenwiese. Also genau unser Ding! Zum See sind es 50 Meter, unser aufgebautes Faltboot können wir im Pferdestall oder in der Werkstatt des super freundlichen Hausmeisters unterbringen. So werden wir jeden Morgen 6:00 Uhr sanft von Hühnergesang und Ziegenmeckern geweckt. Nach ein Paar Yogamoves direkt am Wasser springen wir auf unseren Alligator (so wurde unser schlammgrünes Faltboot am ersten Tag getauft) und erkunden den riesigen Stausee. Empfehlenswert ist der Besuch der Slanická Osada, einer kleinen Insel mitten im See, auf der im Rahmen einer Dauerausstellung kulturelle Schätze der dem Stausee gewichenen Ortschaft präsentiert werden. Das Betreten der Insel ist kostenpflichtig (ca. 1 Euro). Der See ist sehr fischreich, kleine und große Unterwasserbewohner begleiten uns durchgehend auf unseren Entdeckungstouren. Neben den gut besuchten Stränden gibt es zahlreiche „wilde“ Uferbereiche, wo man auf jeden Fall in Ruhe die Seele baumeln lassen kann.

Kurze Infos zum Faltboot:

Auf einem Testevent haben wir einige Faltboote ausprobiert und unseren Ally sofort ins Herz geschlossen. Hat man vor, eine Investition dieser Größenordnung zu tätigen, ist ein Vergleich mehrerer Modelle auf jeden Fall empfehlenswert. Wir haben den Typ Ally 18, in dem  3-4 Personen Platz finden. Das Boot wiegt ca. 20 kg, lässt sich komfortabel (um-)tragen und relativ schnell zusammenbauen (15 – 20 Minuten). Erst wird die Bootshaut ausgerollt, dann wird eine Art Isomatte auf den Boden ausgelegt. Das ganze wird mit einem Gestell aus Alu-Stangen, die sich ineinanderstecken lassen, in Form gebracht. Das gesamte Zubehör passt in einen Packsack, der sich auch allein gut transportieren lässt. Der Packsack passt in jeden Kofferraum und nimmt relativ wenig Platz ein.

Beste Reisezeit

Am besten außerhalb der Ferienzeit

Anreise

Anreise mit dem Auto ist empfehlenswert. Innerhalb des Landes kann man auch unproblematisch mit dem Zug fahren.

Fortbewegung vor Ort

mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem ÖPNV oder Auto… alles ist möglich

Geld

Die Landeswährung sind slowakische Kronen. Der Euro wird akzeptiert, allerdings wird dann sehr großzügig aufgerundet.

Sprache

Slowakisch, Polnisch, Russisch, Englisch

Verpflegung

Unbedingt zu empfehlen sind die heimischen Märkte mit frischem Obst und Gemüse aus Eigenanbau. Ansonsten sind die Gerichte sehr fleischhaltig, Vegetarier müssen erfinderisch sein 🙂 Am Wegesrand gibt es hin und wieder Stände mit dem geräucherten Schafskäse – lecker!

Arztbesuch

Wer in der Slowakei zum Doktor muss, kann mit ruhigem Gewissen gleich in das nächstgelegene Krankenhaus fahren. Das erklärte mir der etwas verärgerte, aber doch hilfsbereite Arzt, den ich wegen einer Verletzung in seiner Praxis in Poprad aufsuchen musste. Das Krankensystem funktioniert nämlich genau andersrum: erst die Notaufnahme bzw. Krankenhaus, dann Überweisung in die Praxis. Für Ausländer gibt es täglich eine Besucherzeit, die auf den Internetseiten der Krankenhäuser immer ausgewiesen ist.

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