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Teaserbild: Testbericht „Cerro Torre 65:85“  von Lowe Alpine – Ein Klassiker im Himalaya

Testbericht „Cerro Torre 65:85“ von Lowe Alpine - Ein Klassiker im Himalaya

Nicht nur die tapire selbst sind in Testlaune, auch die Mitglieder aus dem tapir-Testteam, die wir im Sommer und Herbst mit Ausrüstung für die große weite Welt ausgestattet haben, sind zurück und wollen euch an all ihren Praxiserfahrungen teilhaben lassen. Markus hatte es im September nach Asien gezogen und gut bepackt war er mit dem Cerro Torre 65:85 von Lowe Alpine in der nordindischen Bergwelt des Himalaya auf Trekkingtour unterwegs. Hier ist sein Testbericht:

Im September 2014 nahm ich an einer Himalaya-Exkursion des Südasieninstitutes der Uni Heidelberg teil. Ziel war unter anderem die Zanskar Range, die sich im nordwestlich gelegenen indischen Distrikt Ladakh befindet. Für unsere Tour benötigten wir Zelt, Isomatte, Schlafsack, Daunenjacke, warme Kleidung, Lebensmittel und diverse Kleinigkeiten, die für eine Dauer von 9 Tagen in einem geeigneten Trekkingrucksack verstaut werden mussten. Da mein neuseeländischer Osprey mittlerweile etwas in die Jahre gekommen war, bewarb ich mich spontan als tapir-Tester, um das neue Modell des traditionsreichen Cerro Torre 65:85 von Lowe Alpine auf Stabilität und Qualität zu prüfen.

Einsatzgebiet und Volumen

Mit seinem bis zu 85 Liter großen Fassungsvermögen ist der Cerro Torre 65:85 mit Sicherheit ein Trekkingrucksack, den man auch über einen längeren Zeitraum intensiv nutzen kann. Er ist mit einer maximalen Zuladung von 25 bis 32 Kilogramm vom Hersteller ausgewiesen. Getestet habe ich ihn mit unterschiedlichen Lasten zwischen ca. 10 und 17 Kilogramm, die dem Wanderer in Höhen bis etwa 5000 Metern aufgrund der dünnen Luft einiges an Ausdauer abverlangen. Besonders gefallen hat mir die aufstockbare Größe von 65 auf 85 Liter, die ausreichend Platz für kleine Expeditionen lässt.


Verarbeitung und Material

Der Cerro Torre 65:85 besteht aus einem Mix aus TriShield Grid Nylon und 420 D Nylon, die als typische Materialen für Trekkingrucksäcke verbaut werden. Mit 2,6 Kilo ist der Rucksack sicherlich kein Leichtgewicht. Als etwas zerbrechlich kamen mir die Steckschließen (mit Ausnahme des Verbindungsstückes der Hüftflossen) des Cerro Torre daher. Im Gegensatz zum Specialist FA von Bach wirken sie winzig und sind zudem verhältnismäßig schmal. Ansonsten ist die Verarbeitung solide, wie man es von einem Trekkingrucksack dieser Preisklasse erwarten sollte.


Tragesystem

Besonders gespannt war ich auch auf das neue Tragesystem „Axiom+“, das eine neue und anfangs etwas ungewöhnliche Anpassung der Rückenlänge auf den Benutzer verspricht. Mit Hilfe der beiden Bändchen – schwarz (rechts) und grau (links) – lässt sich die Rückenlänge unproblematisch verstellen, wobei ich die Justierung nur einmal gemacht habe. Danach passte der Rucksack bereits wie angegossen. Die Rückenpolster des Tragesystems wirken auf den ersten Blick etwas steif. Für mich persönlich waren sie jedoch die perfekte Mischung aus Stabilität und Komfort und lagen optimal am Rücken an.


Packen und Zugang unterwegs

Der Rucksack ist für sein Fassungsvermögen relativ schmal, sodass meine Isomatte (Therm’A’Rest Prolite) und mein Schlafsack (Mountain Equipment Classic 500) in das Bodenfach eher diagonal als horizontal passten, was mich zu einer Neuorientierung meines traditionellen Packsystems zwang. Durch meinen alten Osprey war ich zudem den beim Cerro Torre 65:85 vorhandenen Fronteingriff nicht gewohnt und habe diesen während der Tour auch nicht benutzt.

Als vorteilhaft empfand ich hingegen die flache Reisverschlusstasche auf der Front, die für nützliche Gegenstände wie Sonnencreme Anwendung fand. Ebenfalls begeistert haben mich die beiden kleinen Taschen auf den Hüftflossen, die für Snacks und wichtige Kleinigkeiten auch während des Laufens Stauraum mit Zugriff bieten.

Die großen elastischen Seitentaschen sind Vor- und  Nachteil zugleich. Durch ihre überdurchschnittliche Größe bieten sie viel Platz für 2 große Trinkflaschen auf jeder Seite. Allerdings kommt man an diese während des Laufens nicht heran, was so manch anderes Rucksackmodell wie der Kajka von Fjällräven durch spezielle seitliche angebrachte Trinkhalterungen ermöglicht.

Auch das große Deckelfach und das etwas kleinere Geheimfach haben sich bei der Tour bewährt. Pluspunkte sind zudem auch die seitlichen Kompressionsriemen, mit denen Getränkeflaschen und ähnliches festgeschnallt werden können und die auch durch angebrachte Steckschließen, wie beispielsweise beim anbringen einer Therm’A’Rest Z-Lite-Isomatte, variabel einsetzbar sind.


Fazit

Der Cerro Torre 65:85 ist ein Rucksack, der für Trekkingtouren ein idealer Begleiter sein kann, vorausgesetzt, der Nutzer kommt mit der etwas steifen Rückenpolsterung zurecht. Das große, aufstockbare Fassungsvermögen lässt für eine längere Trekkingtour definitiv genug Platz.

 

Zusammenfassend hier nochmal eine Bewertung meiner persönlichen Erfahrungen mit dem Cerro Torre:

+ Axiom+-Tragesystem

+ sehr gute Lastenverteilung

+ großes und aufstockbares Fassungsvermögen für lange Trekkingtouren

+ nützliche Taschen an Hüftflossen und auf der Außenseite

+/- Gewicht

+/- Rückenpolsterung

+/- Fronteingriff

+/- Preis

– schmale und labil wirkende Steckschließen

– verhältnismäßig schmales Bodenfach

(Keine Bewertung gibt es für die Stockhalterungen, die zusätzlichen Materialriemen, sowie für das Raincover, die allesamt nicht verwendet wurden.)

Für mich persönlich bleibt abschließend nur zu sagen: Praxistest bestanden und „Namaste Cerro Torre“!

 

 

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