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Teaserbild: Echte Komforthütte: MSR Hubba Tour 2 im Test

Echte Komforthütte: MSR Hubba Tour 2 im Test

Das MSR Hubba Tour 2 gehört in die Kategorie leichter Tourenzelte mit großem Vorraum. Das ist natürlich für Trekker interessant, spricht aber vielleicht noch mehr Tourenradler an. Deshalb war es ziemlich passend, dass unser Kurztest des Hubba Tour 2 auf einer Wochenend-Radtour stattfand.

Für ein 2-Personen-Tourenzelt hat das MSR Hubba Tour 2 mit 53 x 17 cm ein angemessenes Packmaß. Mit Heringen und allem drum und dran bringt das Zelt (exakt ermittelte!) 2.784 g auf die Waage. Damit liegt es  in einem sehr guten Bereich – natürlich gibt es, auch von MSR selbst, leichtere Zelte; die sind aber meist nicht so universell einsetzbar wie das Hubba Tour 2. Insgesamt waren wir mit Packmaß und Gewicht sehr zufrieden. Wollte MSR noch etwas Gewicht und Gesamtvolumen sparen, könnte der Packsack durchaus noch etwas enger ausfallen. Der größere Packsack, der zudem noch komfortabel über eine sehr große seitliche Öffnung bepackt wird, hat allerdings den Vorteil, dass das Zelt auch unter schwierigen Bedingungen (z. B. nass und mit kalten Händen) unkompliziert und schnell verstaut werden kann. Außerdem würde ohne Probleme auch eine optionale Zeltunterlage mit in den Packsack passen. Wir haben halt die zwei Kompressionsriemen am Packsack genutzt, um das Packmaß so klein wie möglich zu halten.

MSR liefert von Haus aus noch einen Ersatzhering und Ersatzabspanner sowie etwas Extraleine mit. Nette Extras, um etwaige erste Tourenverluste ausgleichen zu können.

Der Aufbau des Hubba Tour 2 ist schnell und unkompliziert bewerkstelligt, sobald man sich mit der Konstruktion des Zeltes etwas näher befasst hat. Besonders erwähnenswert für ein MSR-Zelt: Das Zelt lässt sich komplett von außen aufbauen, da das leichte Aluminium-Gestänge am Außenzelt befestigt wird und das Innenzelt dort, von Nässe und Schmutz unberührt, einhängt ist. Zunächst wird der Gestängebogen für das Vorzelt in den dafür vorgesehenen Gestängekanal eingeschoben, der farblich vom Rest des Außenzelts abgehoben und so leicht zu finden ist. Danach wird das zweite Gestänge angebracht; da dieses an insgesamt sechs Endpunkten mit dem Außenzelt verbunden werden muss, sollte man hier erst einmal kurz innehalten, um zu schauen, wo welches Teil genau hingehört. Das war anfangs schon etwas verwirrend, doch nach dem ersten Aufbau ist das kein Problem mehr! Dieses zweite Gestänge ist für die Spannung des Hauptzelts verantwortlich. Sind die Enden befestigt, bringen einige Klipps den Rest des Zelts auf Spannung. Dann noch die Heringe rein und die Abspannleinen befestigt, schon konnten wir einziehen. Schönes Detail: Die leichten Needle-Heringe aus Aluminium  (jeweils 9,6 g) waren dank ihrer roten Lackierung im Gras leicht auszumachen; sie boten ausreichend Halt und ließen sich leicht befestigen. Um für verschiedene Bodenverhältnisse gerüstet zu sein, würde ich aber zusätzlich ein paar Y-Heringe einpacken.

Beim ersten Mal brauchte ich für den Aufbau alleine etwa 15 – 20 Minuten, am zweiten Tag schafften Felix und ich das gemeinsam in unter 10 Minuten. Einmal aufgebaut, offenbart sich auch gleich die durchdachte Konstruktion des Hubba Tour 2: Wenn es nicht regnet, kann man zu zweit zeitgleich sein Bett herrichten. Einer krabbelt in das Vorzelt und packt von dort aus, der zweite benutzt den „Hintergang“.

Neben Trockenheit und einem vernünftigen Verhältnis zwischen Robustheit und Gewicht steht für mich die Raumnutzung eines Zelts ganz oben auf der Liste der relevanten Dinge. Hier kann das MSR Hubba Tour 2 absolut punkten. Das Zelt ist in ein Innenzelt und ein großes Vorzelt unterteilt, die man jeweils durch einen separaten Eingang betreten kann. Der Schlafbereich im Innenzelt ist hierbei mit den Maßen 1,32 m x 2,23 m so geschnitten, dass Felix (1,88 m) und ich (1,85 m) hier gemütlich unterkamen. Das erreicht MSR vor allem durch die senkrechten Wände am Kopf- und Fußende, die dazu führen, dass die Länge der Aufstellfläche im Innenzelt komplett nutzbar ist. Wir hatten sogar so viel Platz, dass wir theoretisch auch kleinere Mengen Gepäck im Innenzelt hätten verstauen können, doch war das gar nicht nötig denn …

… das Vorzelt ist die absolute Wucht! Auch wenn es nach außen hin vielleicht etwas unförmig erscheinen mag, ist die Konstruktion des Vorzeltes bis ins Detail durchdacht und hat uns im Tourenalltag begeistert. Der große, in das Dach hineingeschnittene Eingang mit seinem bogenförmigen Reißverschluss, an dessen Regenschutzleiste übermäßige Wassermengen ablaufen, ermöglicht einen außerordentlich angenehmen Zugang zum Zelt. Im 1,47 m breiten Vorzelt wartet das MSR Hubba Tour 2 dann mit einem besonderen Highlight auf – einem etwa dreiecksförmig angebrachten Boden links vom Eingang. Man kann also mit seinen dreckigen Schuhen den nicht abgedeckten Bereich des Vorzeltes betreten und Fahrradtaschen oder Rucksack schmutz- und wassergeschützt auf diesem Boden ablegen. Genial! Der Vorraum bot genug Platz für unsere vier Fahrradtaschen und ist mit 96 cm auch hoch genug, um zwei Trekkingrucksäcken Unterschlupf zu gewähren.

Das MSR Hubba Tour 2 ist von der Ausstattung her für mittellange, nicht-alpine Touren gedacht. Der breite Eingang zum Vorzelt ist zusätzlich mit einer Moskitonetztür ausgestattet. Hin und wieder störte es uns etwas, dass wir dadurch zwei Reißverschlüsse öffnen mussten, um ins Zelt zu gelangen, doch kann man das umgehen, wenn man die Moskitonetztür an den dafür vorgesehenen Punkten fixiert. Sehr gut haben uns die beiden Belüftungsöffnungen an Kopf- und Fußende des Hauptzeltes gefallen, die natürlich ebenfalls mit Moskitonetzen geschützt sind, sich aber dank zweier Reißverschlüsse aus dem Innenzelt heraus bedienen lassen. Allerdings eignen sich die Belüftungsöffnungen nicht zum Herausschauen aus dem Zelt – hier hätte ich mir zusätzlich schon eine Art Fenster gewünscht.

Um den im Tourenalltag rumliegenden Kleinkram sinngerecht verstauen zu können, gibt es sowohl im Vor- als auch im Hauptzelt genügend große Materialnetze mit viel Platz. Wer seine Wäsche gern im Zelt aufhängt, hat dazu ebenfalls im Vorzelt die Möglichkeit, da dort zwei Befestigungsmöglichkeiten für eine Wäscheleine angebracht sind. Komfortmäßig hat das Hubba Tour 2 also einiges zu bieten.

Einziges Manko aus meiner Sicht war die Farbe des Außenzeltes: Während der Boden in einem schönen Rot leuchtete, war das Außenzelt dunkelgrün – super, wenn man nicht gesehen werden will – ich wache jedoch lieber in einer hellen Umgebung auf. Geschmackssache.

Da es in der zweiten Testnacht tatsächlich (teilweise heftig) geregnet hat, konnten wir die Wasserdichtigkeit von Material und Konstruktion zumindest punktuell testen. Weder das Außenzeltmaterial noch der ohnehin hervorragend beschichtete Boden, zeigten dabei Schwächen. Wir nutzten das Zelt übrigens ohne Zeltunterlage. Überzeugt haben uns auch, wie schon erwähnt, die „Wasserablaufrinnen“ über den Außenzelt-Reißverschlüssen.

Nicht ganz so uneingeschränkt positiv fiel unser Urteil im Hinblick auf Kondensfeuchtigkeit aus. In der ersten Nacht hatte Felix die Außentür des Vorzeltes „absichtlich“ offen gelassen 😉 Das führte zwar einerseits zu frischeren nächtlichen Temperaturen im Zelt, andererseits aber auch zu besserer Belüftung. So hatten wir am Morgen, trotz Zeltplatz am See, nur so wenig Kondensfeuchtigkeit auf der Innenseite des Außenzeltes, dass unser morgendlicher Aufbruch nicht durch aufwändige Abwischarbeiten verzögert wurde. In der zweiten, windigen und regnerischen Nacht blieb der Vorzelt-Eingang geschlossen, beide Lüfter waren jedoch offen. In dieser Testsituation trat doch so viel Kondens auf, dass das Außenzelt, das im Bereich des hinteren Einganges vom Wind an das Innenzelt gedrückt wurde, punktuell mit diesem „zusammenklebte“. Da in Situationen mit hoher Luftfeuchtigkeit und viel feuchter Ausrüstung im Zelt Kondensfeuchte im Zelt nicht vollständig verhindert werden kann, muss das MSR Hubba Tour 2 in solchen Fällen im hinteren Bereich recht akribisch abgespannt werden, damit Innen- und Außenzelt dort nicht aufeinanderkleben.

Das Hubba Tour 2 von MSR ist ein komfortables Tourenzelt für zwei Leute. Felix und ich hatten immer genügend Platz und fühlten uns im Zelt ausgesprochen wohl. Unser Gepäck konnten wir stets bequem unterbringen; der einfache und schnelle Aufbau überzeugt. Allerdings muss man beim Abspannen recht akribisch arbeiten, damit bei Wind am Hinterausgang nicht das Außenzelt auf dem Innenzelt aufliegt. Hier wären zusätzliche Abspannmöglichkeiten eine Hilfe, damit man auch etwas „gedankenloser“ aufbauen kann. Unser kleines Highlight ist der durchdachte Boden des Vorzeltes, auf den ersten Blick eine Kleinigkeit, auf den zweiten unheimlich praktisch. Gewicht und Packmaß des MSR freuen Trekker ebenso wie Radler –  insbesondere im Hinblick auf das überragende Raumgefühl.

Pro

  • 1a Raumgefühl und massig Stauraum für 2 Personen!
  • gutes Packmaß und Gewicht
  • durchdachter Boden im Vorzelt
  • schneller & unkomplizierter Aufbau mit außenliegendem Gestänge
  • zwei Eingänge ermöglichen den beiden Bewohnern paralleles Einrichten des Schlafbereichs
  • zwei gegenüberliegende, von innen bedienbare Belüftungsöffnungen

 

Contra

  • gewissenhaftes Abspannen des hinteren Einganges erforderlich, damit bei Wind von dieser Seite nicht das Außen- auf das Innenzelt gedrückt wird
  • kein Fenster zum Wetter-Check
  • Packsack könnte kleiner sein

Verbindet geringes Gewicht, viel Platz und unkomplizierten Aufbau zu einem perfekten Tourenzelt.

Hubba Tour 2 im tapir store

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