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Teaserbild: Testbericht: mit dem Hurricane Women von Boreal in den Bergen dieser Welt unterwegs

Testbericht: mit dem Hurricane Women von Boreal in den Bergen dieser Welt unterwegs

Der Hurricane von Boreal hat mit seiner Markteinführung das Bergschuhsortiment und die zugehörige Kategorisierung ordentlich durcheinander gewirbelt. Der Schuh, mitten zwischen den anderen typischen erdfarbenen Lederbergstiefeln der traditionellen Bergschuster wie Meindl, Hanwag und Lowa, polarisiert und das nicht nur ob seines modern-sportlichen Äußeren. Als unsere Planungstapire das Ziel der Testour 2017 bekanntgaben, habe ich mich schnell als diesjähriges Testmodel für den Hurricane Women entschieden. Damit es aber in der Hohen Tatra keine bösen Überraschungen geben würde, nutzte ich die Chance, im Vorfeld der Tour die Schuhe schon mal einzulaufen.

Boreal wurde 1975 in Villena gegründet, einem Gebiet in Spanien, das auf eine lange Tradition in der Schuherstellung zurückblicken kann. Viele kennen Boreal eher von Kletterschuhen, doch schon in den Gründungsjahren in den den Siebzigern hatte man begonnen, leichte Bergschuhe zu bauen.

 

Der Hurricane ist definitv ein würdiger Nachfolger dieser Tradition. Ausgestattet ist der gut 900 g schwere Frauentrekkingschuh mit einem sehr leichten, flexiblen und auf dem ersten Blick sehr dünn wirkenden texturierten Außenmaterial (Polyester/Polyamid), das von seitlichen TPU (thermoplastisches Polyurethan)-Verstärkungen gestützt und in einer stabilen Form gehalten wird.

Doch nicht nur dort: Die Spanier haben auch unter den Zehen und der Ferse einen TPU-Einsatz zur Unterstützung der Stabilität verbaut.

Für den notwendigen Wetterschutz sorgt die darunter liegende wasserdichte Membran (SympaTex®), deren atmungsaktive Eigenschaften vom leichten und luftdurchlässigen Obermaterial bestens unterstützt werden.Weiterhin versprechen die Spanier, dass das Innenfutter des Hurricane stark hydrophile Eigenschaften aufweist, was dafür sorgen soll, dass die Feuchtigkeit des Fußes direkt und schnell aufgenommen und nach außen abgegeben wird.

Die Zehen werden durch eine Gummifrontkappe geschützt. Der Schuhschaft ist ziemlich weich, durch seine Flexibilität passt er sich gut an den Knöchel an. Boreal-typisch ist der Hurricane mit einer rutschfeste Vibram® Borealis Gummisohle mit mittlerer Profilierung und einem stoßdämpfenden Rand aus EVA und Polyurethan ausgestattet worden. Für einen guten Gehkomfort sorgt darüberhinaus das PB-60-Fußbett.

Der Schuh hat keinerlei Lederanteile; ob er aber ein echter veganer Bergschuh ist, haben wir auch auf Nachfrage nicht in Erfahrung bringen können, da die Bestandteile des Klebers nicht zweifelsfrei bestimmt werden können.

Aus dem Feedback der Kunden im tapir wissen wir, dass der Schuh eine halbe Nummer kleiner ausfällt. Da ich einen etwas breiteren Vorfuß habe, fiel meine Wahl beim Hurricane eine ganze Nummer größer aus, um ein Einschlafen des Fußes im Ballenbereich auf langen Touren zu verhindern.

Wochenlang bin ich um den Hurricane herumgeschlichen. Wer mich kennt, weiß, dass es mit meinen breiteren (Vor-)Füßen nicht immer einfach ist, ein passendes Paar Wanderschuhe zu finden. Deshalb wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen, die Schuhe in die Hohe Tatra auf unsere tapir-Testtour mitzunehmen. Um die für mich richtige Größe herauszufinden, nutzte ich die Chance, an einem langen Samstag den Schuh schon mal im tapir beim Arbeiten Probezutragen. Das hatte sich gut angefühlt, also konnte der Hurricane mit auf Tour gehen.

 

In den vergangenen 6 Monaten habe ich den Schuh unter den unterschiedlichsten Bedingungen an den Füßen gehabt. Los ging es mit einer spontanen Tagestour auf den Brocken Anfang Mai und Frühjahrswanderungen durch die Sächsische Schweiz. Nicht, dass ich den Schuh dafür von den Bedingungen her wirklich gebraucht hätte. Doch im Auf und Ab unserer Mittelgebirge konnte ich die Boreal-Schuhe einfach und unkompliziert einlaufen, zumal wir teilweise auch bei eher feucht-rutschigen Bedingungen unterwegs waren.

Die nächste Station: Hohe Tatra, auf dem Weg zum Rysy. Wer unseren Blog regelmäßig verfolgt, weiß, dass aus der Frühjahrsbesteigung eher eine Schneetour geworden ist. Die ersten Höhenmeter über Stock und Stein brachten keinerlei Probleme mit sich, die Bedingungen waren ja auch nicht anders als bei den Eingehtouren. Doch es wurde immer mehr Schnee und in mir kam ein leiser Zweifel auf, ob ich mich für den richtigen Schuh entschieden hatte. Ist ja nicht so, dass daheim nicht auch ein paar festere Trekkingstiefel in der Ausrüstungstruhe liegen und auf ihren Einsatz warten …

Meine Skepsis wurde schnell besiegt: Auch unter den Schneebedingungen und beim Queren von Wasserläufen erwies sich der Hurricane von Boreal als gut tritt- und erstaunlich lange wasserfester Bergschuh. Also genau der richtige Begleiter für die Touren, bei denen es ruhig etwas unwegsamer zugehen kann, bei denen aber Steigeisen absehbar keine Rolle spielen.

Da meine anderen Bergschuhe bisher deutlich schwerer waren und mich der Schuh auch in der Tatra mit Gepäck auf dem Rücken überzeugt hatte, habe ich den Boreal Hurricane gleich noch mit auf eine Tour nach Georgien in den Kaukassus mitgenommen. Die langen Dayhikes und Mehrtagestouren um Mestia herum sind nur etwas für Liebhaber steiler Zu- und Abstiege; die Wegebeschaffenheit ist, wenn man die Hochebenen mit ihren Wiesen verlassen hat, eher ganz schön steinig. Doch das alles ging eher über meine Knie, denn die Füße haben sich auch im steilen wegelosen Gelände gut und sicher im Hurricane gefühlt.

Allerlei Wetter, angefangen vom Schnee am Rysy bis hin zu Temperaturen über 30 °C auf fast 3.000 m Höhe, war im vergangenen halben Jahr dabei. Vom Schnee, der sich dann doch mal langsam von oben in den Hurricane hereingearbeitet hatte, einmal abgesehen, blieben meine Füße trocken. Auch im Hochsommer empfand ich das Fußklima (in Woolpower 200 und in Falke TK2-Socken) sehr angenehm. Damit hat sich der Hurricane Women für mich genau als der Multifunktionsschuh mit hohem Schaft erwiesen, den ich mir als leichte Variante eines Bergschuhs gewünscht habe.

… als super leichten Bergschuh fällt ohne Einschränkungen positiv aus. Klar, er ist kein steigeisenfester Schuh, aber das will er auch nicht sein. Ich habe ihn und meine Füße bisher nur kurz an die Grenze gebracht und das im losen Geröll. Doch das war auch nichts, was mich wirklich überrascht hat! Ein Volllederschuh bietet spürbar mehr mechanischen Schutz, wenn der Fuß mal kurz in engen Kontakt mit spitzem Gestein kommt.

Die leuchtende Neonfarben des Hurricane sind jetzt etwas blasser geworden, der Boreal-Schuh mittlerweile etwas eingestaubt. Aber das sind nur Äußerlichkeiten. Der Schuh passt und ist wasserfest, die Sohle ist trittfest, aber nicht zu steif, sodass man, wenn es die Bedingungen erfordern, auch auf langen ebenen Strecken (Asphalt) leichtfüßig wandern kann. Und bei all dem positiven Feedback meinerseits, ist es nun auch nicht mehr verwunderlich, wenn ich den Bericht damit abschließe, dass der Hurricane Women (s)einen würdigen Platz in meiner Ausrüstungstruhe gefunden hat. Ich freue mich auf eine lange gemeinsame Zeit mit ihm!

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