Dein Abenteuer beginnt hier!

Teaserbild: Testbericht: Minimalistisch unterwegs mit der Alpha FL von Arc’teryx

Testbericht: Minimalistisch unterwegs mit der Alpha FL von Arc’teryx

Arc’teryx steht wie kaum eine andere Marke für Funktionsbekleidung für anspruchsvolle Bergsteiger, Skifahrer, Kletterer, Radfahrer oder Weltenbummler. Die Kanadier stellen einen extrem hohen Anspruch an Materialien, Design, Schnittführung und Konstruktion ihrer Sachen – egal ob es um Bekleidung oder Hardware geht. Das Alpha FL Jacket wurde für Puristen und Minimalisten entwickelt, die auf allerlei Schnickschnack an Jacken gut verzichten können, aber bei ihren Ansprüchen an Funktionalität keine Kompromisse eingehen wollen. Ander und ich sind mit der Hardshell unterwegs gewesen; unter teils ziemlich widrigen Bedingungen konnten wir uns ziemlich intensiv mit der Alpha FL auseinandersetzen. Die aktuellen Modelle sind mittlerweile auch im tapir angekommen – ein perfekter Zeitpunkt für ein gemeinsames Fazit im Testbericht.

Wer schnell und mit wenig Gepäck auf dem Rücken unterwegs sein will, bekommt mit der Alpha FL eine Hardshell aus robustem, dreilagigem GORE-TEX® Pro (N40p-X). Trotz ihres minimalistischen Ansatzes, mit dem Verzicht auf seitliche Einschubtaschen und Pit Zips (Unterarmbelüftung) und einem Gewicht von gerademal 315 g (Männermodell, Größe M) bietet die Alpha einen zuverlässigen Wetterschutz. Zum Athletenteam von Acr’teryx gehören einige der besten Athleten im Bergsport, deren Feedback zum technischen Know-how bei den Kanadiern beiträgt. Für die Alpha heißt es, dass auch diese Jacke extrem gut abgestimmt ist auf die Bedürfnisse von Kletterern, Alpinisten und Skitourengeher – aber auch Radtrekker dürften ihre Freude an ihr haben.

Die Kapuze (StormHood™) des Alpha FL Jackets ist arc’teryx-typisch helmtauglich, gut einstellbar und mit einem Schirm versehen, der besten Wetterschutz auch für Brillenträger bietet, ohne das Sehfeld einzuschränken. Der nicht einengende, körpernahe Schnitt überzeugt ebenso wie die Schnittführung im Armbereich (e3D Patterning). Letztere ist so angelegt, dass die Jacke selbst bei Überkopf- oder anderen weiträumigen Bewegungen ohne zu verrutschen sitzt. Der Klett im Armabschluss ist weich und kratzt nicht – das freut nicht nur die Merinowoll-Langarmshirt-Träger. Der Saumabschluss ist mit flachen Einhandtankas leicht und schnellgängig einzustellen, ein weiteres Plus in puncto Tragekomfort. Und dass der Schulterbereich nahtfrei gehalten ist, versteht sich von selbst.

Das robuste Nylon-Außenmaterial ist robust und verzeiht Felskontakt oder das Gewicht eines Trekkingrucksacks. Der durchgehende Frontzipper ist wasserdicht und hinterlegt. (WaterTight™ Zipper). Der Abperleffekt (dank der exzellenten wasserabweisende Eigenschaften des Materials), geringe (schmale) Tapeflächen und die sehr gute Atmungsaktivität gehören zu den Top-Ausstattungsmerkmalen der Dreilagenjacke. Damit keiner in der Dunkelheit verloren gehen kann, ist die Hardshell mit reflektierenden Logos ausgestattet.

Die Alpha FL selbst hat nur eine Tasche. Die Brusttasche hat einen wasserdichten Reißverschluss (WaterTight™ Zipper) und ist groß genug, wenn man will, für Kleinigkeiten, an die ich schnell auch am Berg herankommen will. Für den Transport der Jacke im Rucksack gibt Arc’teryx einen kleinen Packbeutel dazu.

Ander konnte das Alpha FL Jacket mit auf den Rysy nehmen – ihr erinnert euch: Das war unsere Testtour im vergangenen Jahr, als wir eine Frühjahrsbesteigung des Rysy geplant hatten, bei der uns außer ein paar Restschneefeldern und vielleicht ein paar Regentropfen von oben wettertechnisch nichts weiter erwarten sollte.

Am ersten Tag der Tour wurden vor allem die Winddichtigkeit und die Robustheit der Jacke geprüft. Die Temperaturen bewegten sich schnell in Richtung Gefrierpunkt, der eisige Wind tat sein Übriges. Die Robustheit der Jacke durfte sich bei unseren kleinen Kletterpartien auf dem Weg Richtung Gipfel unter Beweis stellen. Am zweiten Tag wurde die Jacke schon eher geschont, nicht dass es notwendig gewesen wäre. Doch Petrus hatte ein Einsehen, am dritten Tag schickt er noch mal so richtiges Schietwetter vorbei, der Himmel hatte für ein paar Stunden alle Schleusen geöffnet – es regnete so richtig schön durchweichend.

Simone hat sich 2015 das Alpha FL Jacket Men gekauft, schlicht und einfach, weil es zu dem Zeitpunkt noch keine Frauenjacke gab. Seitdem kommt die Jacke eher unter winterlich-nasskalten Schneebedingungen zum Einsatz, aber auch immer dann im Herbst und im Frühjahr, wenn es sich nicht vermeiden lässt, im Regen längere Strecken zu radeln. Auf ihren letzten Sommerbergtouren wurde die Jacke immer nur im Rucksack durchs Gebirge getragen – schön für die Tour, weil es irgendwie nie geregnet hat und schade für die Jacke, weil sie sich so am Fels nicht beweisen konnte. Und hat es im Sommer in Leipzig mal so richtig geschüttet, hing die Jacke bestimmt wieder daheim auf dem Kleiderbügel.

Ander: Lass es mich so zusammenfassen: Perfektes Schlechtwetter-Backup auf anspruchsvollen Touren, wo Mensch und Material belastet werden – sowohl auf alpinen Touren mit Felskontakt, als auch  beim Trekken, wenn der Rucksack Belastung aufs Material ausübt.

Relativ kurz geschnitten – perfekt für optimale Bewegungsfreiheit mit angelegtem Klettergurt. Klettergurt und Rucksack sind aufgrund des Fehlens von Einschubtaschen und Unterarmbelüftung überhaupt kein Problem.

Ansonsten: anti-wetteristischer Schutzwall! Perfekt geschnittene Kapuze mit einem Kragen, in dem man sich perfekt vor dem Wetter verstecken kann, weit genug für ein Buff darunter. Wohlfühl-Schnitt für maximale Bewegungsfreiheit, schön lange Ärmel und genug Platz für eine Isolationsjacke oder, in meinem Fall, Softshell darunter, ohne Beklemmungen zu kriegen.

Unterarmreißverschlüsse habe ich bei den niedrigen Temperaturen nicht vermisst – benutze ich eigentlich auch sonst nur beim Radfahren. Bei einer Backup Jacke überflüssiges Gewicht und bei gemäßigten temperaturen reicht der Wasserdampfdurchgang des Materials.

Zuverlässigkeit: Auch nach stundenlangem Schnee/Nebel/Regen im Innern noch angenehm trocken und warm – DWR von außerordentlicher Qualität und Haltbarkeit.

Fehlen mir Taschen? Nein! Ich bin nicht so der Taschentyp, das meiste hab ich eh im Rucksack. Ich hatte Smartphone und Funkgerät in der Brusttasche – mehr als so einen kleinen Stauraum brauche ich eigentlich bei einem Regen-Backup nicht.

Simone:  Ich kann mich Ander nur anschließen, das Alpha FL Jacket begleitet mich nun schon seit ein paar Jahren und ich möchte die Jacke, wenn das Wetter mal wieder angekündigt (oder auch nicht) Kapriolen schlägt, nicht mehr missen. Sie muss immer mit!

Oder um es einmal so auszudrücken: Das Alpha FL Jacket kann seine Herkunft wirklich nicht verleugnen, weder optisch, noch in seiner Funktionalität. Der Tragekomfort ist genial bei maximaler Bewegungsfreiheit ohne Kompromisse: Sie ist definitiv ihren Preis wert, nimmt es die Jacke doch mit wirklich jeder Witterung am Berg auf. Und nicht nur dort, auch im Alltag hält sie mich rundum trocken. Logisch, Arc’teryx wäre nicht Arc’teryx, wenn sie es nicht auch geschafft hätten, auch dieser Jacke einen Schnitt zu verpassen, der sich auch im Alltag sehen lassen kann. Der Rücken ist etwas verlängert, was nicht nur auf Tour dafür sorgt, dass der Kletter- oder Rucksackhüftgurt die Jacke nicht über den Hosenbund zieht. Nein, auch im Alltag, beispielsweise auf dem Fahrrad, sitzt die Jacke so, dass es schön warm bleibt und der Rücken nicht droht entblößt zu werden.

Die Alpha FL hat eine hervorragende Atmungsaktivität, ist bis heute komplett wasserdicht. Bewegungen sind kein Problem: Die Jacke macht einfach alles mit und sitzt. Unter die Kapuze passt bequem der Kletterhelm; ohne Helm im Alltag lässt sie sich gut anpassen, sodass ich auch beim Radeln nicht den Überblick beim Abbiegen verliere.

Dass die Jacke nur eine Tasche hat, stört mich genausowenig wie Ander. Ich gehe fast nie ohne Rucksack oder Tasche los, da reicht für mich die eine Brusttasche der Alpha FL vollkommen aus.

Auf den Punkt gebracht: Die Alpha FL mit ihrem extrem gelungenen Mix aus Passform, Funktion, Leistung und Gewicht hat mich komplett überzeugt. Will man etwas finden, dann ist es vielleicht der leise Raschelton bei Bewegungen, was aber für mich auch zu einem robusten Nylon als Außenmaterial einfach dazu gehört. Und, aber da gelte ich auch als ziemlich eigen, ich kann nicht verstehen, warum die Kanadier in ihren Jacken einfach keine Zwei-Wege-Reißverschlüsse verbauen wollen …

Wer wissen möchte, was es mit Alpha, Beta oder Gamma bei Arc’teryx auf sich hat und was sich hinter dem Kürzel FL verbirgt, dem sei dieser Artikel ans Herz gelegt. Und wir wollten am Ende nicht vergessen zu erwähnen, dass Arc’teryx natrülich seine Sachen immer weiter entwickelt. Heißt: Neu in dieser Saison ist, dass die Arme des Alpha FL Jackets Men nun etwas schmaler geschnitten sind.

Artikel: Alpha FL Jacket Men
Arc'teryx

Alpha FL Jacket Men
399.95€

tapir store

Kommentar schreiben

Lesen: Testbericht: Minimalistisch unterwegs mit der Alpha FL von Arc’teryx

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiterschmökern

Schick, sportlich, funktional – Das Keb Eco-Shell Jacket Women von Fjällräven

Andrea 16. Mai 2017

tapir Interview: Scharfer Blick von oben – Ander plaudert über Ornithologie und Sortimentsentwicklung

Rabanus 23. November 2018

Aufsteiger der Woche: Wasserfilter BeFree™ von Katadyn

Simone 14. September 2018

Testbericht: Das Ultra Tour Jacket von Montane

tapir Testteam 26. Juli 2018

Testbericht: Deviator Hoody Men von Outdoor Research

Ander  7. April 2017