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Teaserbild: Der neue Gneik 42 von Lundhags im tapir Test

Der neue Gneik 42 von Lundhags im tapir Test

Lange war nicht viel zu hören aus der Rucksackabteilung der schwedischen Outdoorexperten von Lundhags, aber nun bringen sie im Zuge ihres neuen Rucksacksortiments mit dem Gneik 42 einen wahren Alleskönner auf den Markt, der mit Technik, Aussehen und Nachhaltigkeit sehr zu überzeugen weiß. Ich durfte mir den Rucksack ein paar Tage leihen um ihn einem kurzen, aber intensiven Test zu unterziehen.

Der Gneik 42 ist vom Aufbau her ein technischer Tourenrucksack für kürzere Unternehmungen mit reichlich Gepäck oder für mittellange Strecken mit weniger Gepäck. Es gibt bei Lundhags noch eine 54-Liter- und eine 34-Liter-Variante, jedoch finde ich die 42-Liter-Version am universellsten einsetzbar. Sie ist groß genug für ausgendehnte Unternehmungen und zugleich kompakt genug, um bei kürzeren Touren nicht überdimensioniert zu wirken.

Das Hauptmaterial ist das hauseigene LPC Eco (Lundhags PolyCotton), ein Mischgewebe aus 65 % recyceltem Polyester und 35 % Biobaumwolle (ähnlich dem G1000-Textil von Fjällräven), was extrem robust und zusammen mit der verwendeten fluorcarbonfreien DWR-Imprägnierung und der PU-Beschichtung auch sehr wasserfest ist. Lundhags legt viel Wert auf eine nachhaltige und ökologische Produktion und versucht deswegen immer stärker, recycelte und biologisch hergestellte Materialien zu verwenden. Außerdem kann man bei Lundhags alles reparieren lassen, was zu reparieren geht. Zu dieser Philosophie passt auch der Gedanke, Produkte herzustellen, die sehr haltbar und hochwertig sind.

Bei den Schnallen wurde bei dem Gneik auf Aluminium statt auf Plastik gesetzt. Das bricht nicht, ist somit langlebiger und gibt dem Rucksack auch einen generell robusten Eindruck.

Die Austattung beim Gneik ist – wie das Aussehen – recht minimalistisch, aber sehr gut durchdacht. Es gab kein Feature, das ich vermisst habe, hatte aber auch nie das Gefühl, dass etwas überflüssig ist. Der Rucksack besteht aus einer Hauptkammer, die man über einen großen Frontzugriff auch von vorn öffnen kann. Vor dieser Öffnung sitzt nochmal eine aufgesetzte, sehr voluminöse Fronttasche, an der auch ein Frontgriff angebracht ist, was dem Gneik eine hervorragende Handhabung gibt, wenn man ihn mal nicht auf dem Rücken hat. An den Seiten befinden sich klassischerweise zwei Einschubtaschen für Wasserflaschen oder ähnliches, der Hüftgurt ist mit zwei wasserfesten Reißverschlusstaschen ausgestattet. Pickel- und Wanderstockhalterung sind natürlich auch vorhanden und das abnehmbare Kopfteil wartet noch einmal mit zwei separaten Taschen auf. Genügend Platz also, um alle Kleinig- und Großigkeiten verstaut zu bekommen.

Wirklich begeistert hat mich das Tragesystem. Das Rückenteil besteht aus einem gebogenem, sehr verwindungssteifen Aluminiumgestell mit hinterlüftetem Netz. Das ist erstens sehr luftig am Rücken – falls man doch mal etwas mehr schwitzt – und der Rucksack kann auch mal richtig vollgekracht werden, ohne dass er sich unangenehm trägt. Die Schulter- und Hüftpolster sind eher direkt, also ein bisschen härter gepolstert, was ich sehr angenehm finde. Dadurch habe ich ein sehr stabiles und angenehmes Tragegefühl bekommen, auch wenn das Gewicht (15 kg) mal sehr hoch war.

Ich hatte den Gneik beim Klettern und Wandern im Bahratal dabei. Das hieß, dass ich den Rucksack nicht permanent auf den Rücken hatte, sondern wir von Fels zu Fels gezogen sind. Also Rucksack auf, zum Felsen gelaufen, Rucksack in den Dreck, Equipment raus, klettern, Equipment wieder rein, Rucksack auf und ab zum nächsten Fels. Hier habe ich besonders darauf geachtet, wie er sich handhaben lässt, wenn er nicht auf dem Rücken ist. Vor allem der große Frontgriff kommt hier, wortwörtlich, sehr zum Tragen. Der ermöglicht es, den Gneik auch mal wie eine normale Tasche anzupacken und zu tragen. Das ist bei einem schnellen Ortswechsel sehr angenehm. Auch die gut gängigen und dicken Reißverschlüssen haben mir das häufige Ein- und Auspacken erleichtert. Sie sind intelligent gesetzt, man bekommt sie einhändig gut geöffnet, ohne dass etwas verklemmt. Außerdem ist jede Ecke des Rucksacks gut bepackbar.

Er hat ohne Aufwand mein gesamtes Equipment geschluckt und ließ sich dabei immer noch sehr angenehm tragen. Beim Klettern war es mir vor allem wichtig, dass der Rucksack viel Abrieb verträgt, weil man ja doch oft mit dem Fels in Kontakt kommt. Weiterhin, dass er sich auch im abgesetzten Zustand gut bedienen lässt, also wenn man die Ausrüstung ent- und belädt und dass er bei langen Strecken und hoher Beladung immer noch gut am Rücken liegt. All das erfüllt er mit Bravour. Der sehr weite zu öffnende Frontzugriff macht ein bequemes Handling des Equipments möglich und das Außenmaterial hielt dem rauen Sandstein sehr gut stand. Wie schon eher erwähnt, finde ich vor allem das Rückensystem wirklich gelungen. Es macht einen sehr sicheren und stabilen Eindruck, ohne an Komfort einzubüßen und passt ohne großes Einstellen hervorragend an meinen Rücken. Man hat beim Gneik wirklich das Gefühl, ein qualitativ hochwertig hergestelltes und langlebiges Produkt in der Hand zu halten.

Wer einen sehr robusten, stylischen, bequemen und umweltbewusst hergestellten Rucksack fürs Wandern, Trekken, Tourengehen, Schlittenfahren oder alle anderen Aktivitäten braucht, der sollte sich den Gneik 42 von Lundhags unbedingt genauer anschauen. Die lundhagstypische Qualität und Verarbeitung macht ihn für mich sehr empfehlenswert! Den Gneik gibt es in einer kurzen und einer langen Version für verschieden lange Rücken.

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