Dein Abenteuer beginnt hier!

Teaserbild: Warm verpackt in gemäßigten Nächten: Sea to Summit Trek TKI & Trek TKI Women im Doppeltest

Warm verpackt in gemäßigten Nächten: Sea to Summit Trek TKI & Trek TKI Women im Doppeltest

Auf der diesjährigen Glamping Testtour im Allgäu hatten wir verschiedene Schlafsäcke von Sea to Summit mit im Gepäck, unter anderem den Trek TKI in der Frauen- und Männervariante. Sea to Summit ist bekannt für seine immer wieder innovativen Detaillösungen, wie etwa die Field Repair Buckle, und so blickten wir einem Test der neuen Schlafsäcke mit Spannung entgegen. Während ich den TKI mit dabei hatte, hat die Alex den TKI Women ins Feld geführt.

Der Daunenschlafsack Trek TKI ist ein Wandler in zwei Welten, denn es handelt sich um ein Modell in einer etwas weiteren Mumienform, die sich allerdings dank des umlaufenden Reißverschlusses im Sommer zur Decke öffnen lässt. Packmaß und Gewicht sind voll tauglich für Touren, bei denen Gepäckreduktion im Vordergrund steht. Ich habe die Standardlänge für Schläfer bis 1,83 m Körpergröße getestet, während Alex mit der kleinen Frauenvariante für Schläferinnen bis 1,70 m unterwegs war. Männer- und Frauenvariante unterscheiden sich neben der Größenauswahl vor allem durch unterschiedliche Daunenfüllmengen und einem daraus resultierenden  unterschiedlichen Temperaturbereich (Trek TKI: 5 °C bis 0 °C | Trek TKI Women: -2 °C bis -8 °C).

Der Trek TKI kommt in einem sehr spannenden Aufbewahrungssack für zuhause, der sich im Volumen verstellen lässt. Wenn Platz keine Rolle spielt, lässt sich der Sack voll aufzippen, ist dann etwa so groß wie ein Kopfkissen und der Schlafsack kann frei entfaltet aufbewahrt werden. Wenn Platz knapp ist, gibt es eine etwas volumenreduzierte Option (mittels Reißverschluss zu verkleinern), die dann auch perfekt in ein Schrankfach passt, ohne die Daune so sehr zu belasten wie im Transportsack. Dieser wiederum ist aus sehr hochwertigem silikonbeschichteten Nylon gefertigt und hat Kompressionsriemen, mit denen sich der Schlafsack auf ca. 60 % der Packsackgröße reduzieren lässt. Komprimiert liegt das Packmaß dann bei ca. 18 x 23 cm. Durch die Kompressionsoption des Packsacks ist das Einpacken des Schlafsacks völlig unproblematisch möglich.

Bei den technische Feinheiten des Schlafsacks ist zuerst die Daune zu erwähnen. Verwendet wird eine Entendaune im Mischungsverhältnis 85/15 (Daune zu Federn), die mit einer Imprägnierung versehen ist. Die Kombination aus dem etwas robusteren Mischungsverhältnis und der Imprägnierung macht die Daune ziemlich strapazierfähig. Die wirklich sehr nasse Luft war überhaupt kein Problem für den Schlafsack; auch die Imprägnierung des Obermaterials machte auf der Tour einen guten Eindruck. Kapuze und Fußteil sind vergleichsweise einfach konstruiert, sitzen dafür aber gut. Ein Wärmekragen fehlt – auf diesen Teil komme ich später noch einmal zu sprechen. Sehr gut gefällt mir die innere Daunen-Reißverschlussabdeckung, die mit einem stabilen Material hinterlegt ist, so dass man nicht versehentlich das dünne Nylon in den Reißverschluss einzieht. Auch die Lösung, den Schlafsack zur Decke umzufunktionieren ist gelungen. Hier überlappen sich die beiden Reißverschlüsse von Fußteil und Seite um etwa 15 cm, so dass hier keine Kältebrücken entstehen. Die Kammern sind durchgesteppt, was deutlich macht, dass der Trek TKI nichts für Touren im Grenzbereich ist.

 

Alex‘ Erfahrungen:Generell empfand ich die breite und stabil verstärkte Reißverschlussabdeckung als sehr hilfreich. Der Reißverschluss lässt sich schnell und unkompliziert öffnen und genauso wieder verschließen, ohne dabei versehentlich den Stoff einzuklemmen. Angetan war ich außerdem von der kleinen Innentasche. Mit einer soliden Größe von 12 x 22 cm ist die Tasche ein sinnvolles Detail, um kleine Kostbarkeiten wie Schmuck, Uhr, Stirnlampe oder Mobiltelefon zu verstauen, ohne am Morgen alles am Fußende suchen zu müssen.“

Der Seat o Summit Trek TKI ist im Beinbereich etwas weiter geschnitten als die klassische Mumienform und bietet so etwas mehr Platz als absolut auf Wärmeeffizienz und Minimalgewicht getrimmte Modelle, ohne dass man sich verloren fühlt, was wiederum der Wärmeleistung zu Gute kommt. Etwas kräftigere Menschen haben noch die Option der Wide-Variante mit 172 cm Umfang im Schulterbereich statt der standardmäßigen 152 cm, mit denen ich mit meiner eher schlanken Statur gut zurechtkam. Die Frauenvariante gibt es ebenfalls in zwei unterschiedlichen Schulterweiten: in der Regular-Variante mit 148 cm und in der Long-Variante mit 150 cm.

Die Kapuze schließt bei Bedarf vernünftig und stört im Sommerbetrieb nicht. Sehr schön ist die Option, den Schlafsack zur Decke zu öffnen, wenn er im Sommer oder auf Reisen bei Freunden etc. genutzt wird. Das Material ist angenehm weich und akustisch unauffällig. Der nach der EN-Norm 13537 ermittelte Komfortbereich von 0 bis 5 °C ist beim Trek TKI mit Vorsicht zu genießen (bei der Frauenversion -2 bis -8 °). Wir hatten etwa 5 °C und ich lag aus alter Gewohnheit im Seideninlet und musste die Kapuze schon fest schließen, damit es nicht kalt war. Mit zugezogener Kapuze war es dann eine angenehme Nacht und in den folgenden, etwas wärmeren Nächten habe ich wunderbar geschlafen. Allerdings lag kein harter Trekking-Tag hinter mir und die Verpflegung war luxuriös. Hier zeigt sich wieder einmal, dass die EN-Norm für Schlafsacktests nicht mehr als ein grober Richtwert für das Einsatzspektrum von Schlafsäcken sein kann. Eine vernünftige Beratung oder aber zumindest eingehende Betrachtung aller Details ist beim Schlafsackkauf dringend nötig. Das ist jetzt kein Problem von Sea to Summit speziell, sondern ein generelles. Im Labortest werden Konstruktionsmerkmale wie aufwändige Kapuzen, Wärmekragen und ausgetüftelte Fußteile nicht berücksichtigt – in der Praxis machen diese Aspekte wahrscheinlich die Hälfte des Schlafkomforts aus. So, würde ich sagen, ist der Trek TKI ein super Sommerschlafsack mit Puffer für gelegentliche Einsätze um 5 °C, also Touren von Ostern bis in den frühen Herbst. Für einen ernsthaften Einsatz um den Gefrierpunkt fehlt einfach die nötige Ausstattung wie aufwändigere Kammern und Wärmekragen. Denn je kälter es wird, desto wichtiger werden Kammerkonstruktion, Kapuzenschnitt, Wärmekragen und gut ausgedachte Fußteile. Der Trek TKI punktet dafür mit einem besseren Platzangebot bei vergleichsweise geringem Gewicht und einem schön kleinen Packmaß.

 

Alex‘ Erfahrungen:Ich habe mich im Sea to Summit Trek TKI Women wohl gefühlt. Das sonnig-gelbe Außenmaterial fühlt sich geschmeidig an und ist angenehm weich. Für Sommer- und Herbsttouren finde ich den Deckenschlafsack sehr empfehlenswert. In kühlen Herbstnächten oder auf Wintertouren wäre der TKI Women für mich allerdings wegen des fehlenden Wärmekragens nicht die erste Wahl.“

Der Seat to Summit Trek TKI ist ein solider Allrounder, der dank seines kompakten Packmaßes und geringen Gewichts ein sehr breites Einsatzspektrum bietet. Egal, ob Weekend-Trip zu Freunden, Familiencamping oder Trekkingtouren unter sommerlichen Wetterbedingungen: Der Trek TKI bietet eine sehr gute Balance zwischen Komfort, Packmaß und Gewicht. Lediglich sollte man vielleicht nicht unbedingt die Grenzen des Temperaturlimits ausloten, es sei denn, man ist ein ganz harter Hund. Die 239,95 € (Trek TKI Women: 259,95 €) sind vor dem Hintergrund der imprägnierten Daune und der guten Verarbeitung ein absolut fairer Preis.

+ innovativer Packsack ermöglicht unterschiedliche Verstauvarianten

+ leises Außenmaterial lässt auch den Zeltnachbar gut schlafen

+ imprägnierte Daune schützt vor Nässe

+ Reißverschluss läuft flüssig

+ praktische Innentasche ermöglicht schnelles Finden von Stirnlampe & Co

– Komfortbereich zu optimistisch angegeben

– ein Wärmekragen würde zwar mehr Gewicht mit sich bringen, wäre aber eine angenehme Ergänzung

Artikel: Trek TKI
Sea to Summit

Trek TKI
239.95€

tapir store
Artikel: Trek  TKI Women
Sea to Summit

Trek TKI Women
259.95€

tapir store

Kommentar schreiben

Lesen: Warm verpackt in gemäßigten Nächten: Sea to Summit Trek TKI & Trek TKI Women im Doppeltest

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiterschmökern

Ein Hauch von Nichts - der Ember Quilt von Sea to Summit im nächtlichen Test

Rabanus 31. August 2018

Testbericht: Das Ultra Tour Jacket von Montane

tapir Testteam 26. Juli 2018

Baumwollzelt Eureka Habitat BTC RS im Praxistest oder: Mondän logieren im Palazzo di Cotone

Ander 29. Juni 2018

Testbericht: Sitzgurt Loopo II Lite von Edelrid

Ander 27. Oktober 2017

Kuschelschlafsack für zwei: Der Therm-a-Rest Ventana Duo 35 im Test

Patricia  3. August 2018