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Teaserbild: Kreuz und quer durch Sachsen – Der Thule AllTrail 45L im Praxistest

Kreuz und quer durch Sachsen – Der Thule AllTrail 45L im Praxistest

Ursprünglich für seine Autodach-Transportsysteme und Fahrradtaschen bekannt, haben die Schweden von Thule in den letzten Jahren auch im Rucksack-Bereich stark an Bekanntheit hinzugewonnen. Nach einigen Jahren lässt sich sagen, dass Thule definitiv im technischen Trekking- und Backpacking Bereich angekommen ist. Bisher hatte ich gute Erfahrungen mit den Fahrradtaschen von Thule gemacht und so freute ich mich sehr, den Thule AllTrail 45L auf Tour testen zu dürfen. Ein cleanes Design gepaart mit vielseitigen Bedienmöglichkeiten hinterließen bei mir einen positiven ersten Eindruck. Ob der Allrounder auf meinen vielseitigen Reisen durch Sachsen bestehen und sich damit gegen meine anderen Rucksäcke behaupten konnte, sollt ihr im nachfolgenden Test erfahren.

Nach einem ruhigen Nachmittagstee in der heimischen Küche war der Plan schnell klar: An drei Wochenenden sollte der AllTrail 45L rund um Leipzig in den verschiedensten Einsatzgebieten sein Können unter Beweis stellen. Dabei wurde er sowohl unter Volllast, als auch mit Überlast getestet. Am ersten verlängerten Wochenende ging es an die Zwickauer Mulde an der Chemnitz-Mündung zum Wandern, dann ging es auf eine zweite Tour ins wunderschöne Erzgebirge. Abschließend hatte ich den Rucksack auf einem Ausflug bei Finsterwalde in Brandenburg dabei. Auch beim ein oder anderen Einkauf und an einem gemütlichen Nachmittag am Cossi durfte mich der AllTrail 45L begleiten.

Das solide Material lieferte durchweg eine gute Performance ab. Reißverschlüsse und Schnallen wirkten robust und ließen sich jederzeit gut bedienen. Auch als ich den Rucksack mit Sonnenschirm etc. stark überlud, hatte ich immer das gute Gefühl, dass die Nähte schon halten würden.
Mit den Abmessungen von 70 x 30 x 36 cm ist der AllTrail 45L leider ein klein wenig zu groß fürs Handgepäck, was ich einem Allrounder gern zugetraut hätte. Mit 1,6 kg Eigengewicht hingegen liegt der Rucksack im gutem Mittelfeld seiner Klasse.
Der AllTrail 45L wartet – neben dem simplen und zugleich präzise einstellbaren Tragesystem – mit einigen tollen Features auf, deren Praxistauglichkeit ich zu Beginn definitiv unterschätzt hatte.
Der Thule-Rucksack ist mit seinen 45 Litern sehr großzügig bemessen. Allein in das Schlafsackfach passt schon eine Menge rein: Dort konnte ich Schlafsack, Isomatte, Hängematte und Tarp verstauen – so war im Hauptfach des Rucksacks noch genügend Platz für eine (fast unpassende) Vollausrüstung von Regenjacke, Isolationsjacke, Wanderstöcken, Wechselunterwäsche, Traingia-Kochsystem mit Gaskocher, Kartusche, Tütennahrung für 3 Tage, Snacks für zwischendurch, 3 Liter Getränke, Spiegelreflexkamera (in der Hüfttasche, dazu später mehr), Stirnlampe, Tool und ein Buch zum Vorlesen. Ja, auch mein ultraleichter Campingstuhl musste und konnte mit IN den Rucksack!

Beim näheren Betrachten wurde ich neugierig und wollte wissen, was der grüne Alleskönner denn alles tragen kann. So belud ich den Rucksack von Wochenende zu Wochenende immer schwerer. Auf der im Vergleich eher leichtgewichtigen Tour von Rochlitz nach Wechselburg war der Tragekomfort sehr hoch: lediglich mit dem Nötigsten bepackt, wog der AllTrail 45L knapp unter 8 Kilo. Am nächsten Wochenende sah das ganz anders aus!
Voll gepackt spürte ich nun auch den Unterschied zwischen einem stärker ausgeprägten und fester gepolsterten Tragesystem und den verhältnismäßig weichen Gurten des AllTrail 45L. Trotzdem ließ es sich mit dem Rucksack gut wandern und die doch eher weichen Gurte ließen ein bewegliches, aktives Wandern zu.
Unter den extremen Festival-Bedingungen musste noch einiges mehr in und an den Rucksack, wodurch ich die Kapazitätsgrenze des Tragesystems endgültig ausreizte. Jedoch mussten halt das Wikingerschach, einige Getränke, Petroleum-Lampe, Camping Stuhl und ein Sonnenschirm mit ;). Die überzeugende Handhabung des Rucksacks machte definitiv einiges in Bezug auf ein überlastetes Tragesystem wieder wett.

Der AllTrail 45L verzichtet auf einen klassischen, horizontalen Schlafsackzugriff – jedoch nicht auf ein komplett getrenntes Schlafsackfach, an das man durch einen seitlichen Reißverschluss-Zugang jederzeit leicht herankommt. Das war einfach krass: Durch einen dreidimensional geformten Zugang, der mit einem Zwei-Wege-Reißverschluss ausgestattet ist, erinnert mich der Rucksack eher an einen wohl durchdachten Fotorucksack als an ein Tourenmodell.
Je nach Bedarf kann man den Rucksack als Einkammer- oder Zweikammerrucksack nutzen. Zwischen Hauptfach und Schlafsackfach lässt sich ein separater Boden einziehen, der mit zwei Schlaufen befestigt wird. Ich mag dieses Feature, das ich von meinem Osprey-Rucksack schon kenne: Ich empfinde die Schlaufen-Lösung als wesentlich nutzerfreundlicher und flexibler als einen Reißverschluss, der sich auch mal verklemmen kann.
Weitere Taschen runden den AllTrail 45L ab. Im rechts angebrachten (immer rechts, ja ja, ich bin Linkshänder ;)) Trinkflaschenfach ließ sich sogar meine dicke 1-Liter-Thermoskanne von Hydroflask problemlos unterbringen. Bei jeder Tasche, auch den zwei großzügigen Dechelfachtaschen, hatte ich nie das Gefühl, es könne etwas rausfallen (noch nicht mal im geöffneten Zustand) – gerade auf dem Festival war das großartig!

Ein Highlight des AllTrail 45L ist für mich die Shove-It-Tasche, die etwas außergewöhnlichere Fronttasche! Wo andere Modelle auf eine leichte, luftdurchlässige Mesh-Tasche setzen, packt der AllTrail 45L noch einen drauf und hat an der Front einen langen, bis fast zum Boden führenden Reißverschluss, hinter dem sich ein sehr großzügig bemessener Stauraum verbirgt.
Shove-it ist dabei wörtlich und doppeldeutig zu nehmen: Man „schiebt“ die Fronttasche während des Öffnens des Rucksacks um 180° und öffnet gleich einem Shove-it (eine 180°-Drehung eines Skateboards) die Frontabdeckung zur Seite hin. Dieser Mechanismus verhindert, dass beim Beladen etwas herausfällt. Durch den Kompressionsriemen unter dem Deckelfach lässt sich die Größe der Fronttasche außerdem stufenlos einstellen.
Trotz des vollgepackten Zustands ließ sich mithilfe eines langes Reißverschlusses und eines soliden Druckknopfs die Fronttasche einfach öffnen und schließen und mit Kleinkram beladen. So waren unkomplizierte, kurze Pausen mit Kaffee und Keksen ohne Kramen immer möglich!

Durch das modulare VersaClick-System war es mir möglich, die linke Seite des Beckengurts individuell an meine Bedürfnisse anzupassen. Es gibt verschiedene Einsätze als separat zu erwerbende Artikel (z. B. ein Accessory Pouch, ein Water Bottle Sleeve oder eine DSLR-Kameratasche); für Städtetrip, Wandertour oder Klettertour ist für alles eine passende Variante dabei. Das VersaClick-System war mit zwei kleinen Einsatzhaken äußerst leicht zu handhaben und veränderte den Rucksack mit wenigen Handgriffen für meine Zwecke. So nutze ich die standardmäßig mitgelieferte Trekkingstockhalterung im hügeligem Erzgebirge, um die Stöcke am Rucksack anzubinden, ohne den Rucksack dafür abzusetzen zu müssen.
Netterweise wurde mir von Thule für den Test die VersaClick-Fototasche zur Verfügung gestellt und statt der Trekkingstöcke fand meine Kamera am Hüftgurt Platz. Die Fototasche ist aus Neopren gearbeitet und schützt somit vor Spritzwasser sowie vor Stößen. Ein eingebautes kleines Fach für den Objektivschutz war ebenfalls sehr praktisch, ob für die Kamera oder Kekse und Pistazien als Wegzehrung zum Zeltplatz.
Ich muss zugeben: Bei einer längeren Wandertour würde die Tasche doch eher meinen Armschwungradius tangieren, jedoch ist es die ideale Erweiterung für jede Städtetour, kürzere Ausflügen oder fürs Festival. Genauso kann ich mir für meinen Hüftgurt auch das VersaClick-Accessory Pouch als Chalkbag für einen Klettertrip oder einfach die wasserdichte Hüfttasche (die Rolltop Safezone Pocket) vorstellen, die Ander zusammen mit dem Thule Versant 50 Trekking-Rucksack getestet hat.

Ob kleine Wanderung, Städtetrip oder irgendwas dazwischen: Wer auf der Suche nach einem echten Allrounder ist, sollte den AllTrail 45L von Thule definitiv anprobieren! Die raffinierten Detaillösungen zeichnen diesen Rucksack aus, und wenn er auch noch gut passt, kann er ein zuverlässiger Begleiter für vielfältige Aktivitäten werden.

Pro & Contra Liste
+ tolles Preis-Leistungs-Verhätniss
+ ein Rucksack für (fast) alle Fälle
+ großartige Handhabung!
+ sehr praktische Shove-It-Tasche
+ VersaClick-System funktioniert sehr gut
+/- Tragesystem eher nicht für lange Touren geeignet, da es nicht auf hohes Gewicht ausgelegt ist
– keine Carry-on-Maße / nicht handgepäckstauglich

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