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Abenteuer Nepal: Pokhara

Abenteuer Nepal: Pokhara

Nachdem es im ersten Teil meines Reiseberichts aus Nepal um den Manaslu Circuit ging, soll sich nun der zweite Teil um unsere Zeit in Pokhara drehen. Pokhara liegt ca. 200 km westlich von Kathmandu und ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Verglichen mit Kathmandu verteilt sich Pokhara sogar auf eine größere Fläche, jedoch leben hier nur rund 300.000 Einwohner, was das Flair der Stadt ein bisschen entspannter macht. Pokhara liegt direkt am Ufer des Phewa Lake und am Horizont erstreckt sich bei guter Sicht ein großer Teil des Himalaya-Hauptkamms über der Stadt.

Nachdem wir mit dem Jeep in Besisahar angekommen waren, hatten wir noch relativ viel Zeit und entschlossen uns kurzerhand, noch am gleichen Tag mit dem Bus weiter nach Pokhara zu fahren und nicht noch eine Nacht in Besisahar zu bleiben.
Die Busfahrt dauerte nochmals reichlich 5 Stunden und war nepaltypisch laut, staubig und einfach nur anstrengend. Am Abend mussten wir noch eine Bleibe für die Nacht finden, was sich gar nicht so einfach gestaltet wie erhofft, wenn man, wie wir, Low-Budget unterwegs ist.

Die meisten Hotels und Hostels findet man im Touristenviertel Lakeside, welches sich am Ostufer des Phewa Lake befindet. Nach dem Trek auf dem Manaslu Circuit wollten wir uns für zwei Tage ein Hotelzimmer mit vernünftigem WLAN gönnen, um einfach mal die Beine hochzulegen. Bis auf die ganz edlen Adressen war am Abend aber leider spontan nicht mehr viel zu bekommen, weshalb wir in den sauren Apfel beißen und ein paar Taler mehr bezahlen mussten. Für mehr als eine Nacht war uns der Spaß aber zu teuer und am nächsten Tag machten wir uns erneut auf die Suche nach einem Hotel. Etwas weiter vom touristischen Zentrum Pokharas entfernt wurden wir dann im K2-Hotel fündig. Verhandeln funktioniert auch bei Hotelzimmern und so organisierten wir uns ein super Zimmer für 1000 Rs/Nacht (für beide zusammen!). Die günstigsten Hostels waren auch nicht billiger, weshalb wir uns kurzerhand dazu entschieden, gleich die gesamte Zeit dort zu nächtigen (ganz zur Freude des super netten Hotelbesitzers).
Wer also damit leben kann, ein paar Minuten bis ins Zentrum der Lakeside zu laufen, dem würden wir dieses Hotel wärmstens ans Herz legen: ausreichende Ausstattung zu einem unschlagbaren Preis und ein besonders hervorzuhebender Service.

Da wir den Manaslu Circuit doch schneller bewältigt hatten als ursprünglich gedacht, blieben uns in Pokhara ganze neun Tage, bis wir zurück nach Kathmandu mussten. Das bedeutete für uns, dass wir Pokhara und die Umgebung in aller Ruhe erkunden konnten. Dabei hatten wir lediglich zwei Präferenzen: Wo gibt es das beste Essen zu erschwinglichen Preisen und wo sind die schönsten Plätze, an die vielleicht nicht jeder Tourist kommt?

Gleich am ersten Tag stolperten wir durch Zufall auf der Suche nach einem Hotel am „Kebap House“ vorbei. Der unscheinbare Laden bietet frisch zubereitet türkische Spezialitäten für einen kleinen Taler an. Der erste Falafel-Wrap hat uns so sehr überzeugt, dass wir von da an fast jeden Tag wenigstens einmal dort vorbeischauten und uns durch die Speisekarte durchprobierten. Absoluter Geheimtipp!
Eine weitere sehr gute Adresse fürs Abendessen ist das „Kebab King Restaurant“. Klingt zwar auch wieder nach Döner, in Wirklichkeit wird dort aber hervorragendes indisches Essen serviert. Etwas teurer, aber das Preis-/Leistungs-Verhältnis stimmt hier auf jeden Fall auch.
Irgendwann hatten wir mal genug von asiatischem Essen und auch da hat Pokhara genug Alternativen zu bieten. Es gibt eigentlich alles, was das Herz begehrt in allen Preisklassen. Wir entschieden uns fürs „Godfathers Pizza“ und wurden auch dort nicht enttäuscht.
Mit dem Frühstück ist es in Nepal so eine Sache … Die Einheimischen essen gefühlt den ganzen Tag nur Dal Bhat und deshalb ist es relativ schwierig, Lokale zu finden, die einfach nur vernünftiges Brot mit Beilagen anbieten. Aber auch hier wurden wir wieder eher zufällig am westlichen Ende der Lakeside in der „Sujit Bakery“, dem zweiten Geheimtipp, fündig. Hier werden super leckere Sandwiches mit gebratenem Gemüse und Spiegelei angeboten, die unsere hungrigen Mägen auch bis zum Abendessen gefüllt bekommen haben. Für unterwegs gibt es dort auch noch allerlei süßes Gebäck zum Mitnehmen und das Beste: Alles ist super preiswert.

Alle hier genannten Lokale lassen sich übrigens sehr gut mit maps.me finden!

Somit wären die wichtigsten zwei Punkte, Essen und Schlafen, schon mal geklärt und ich kann mich dem letzten Punkt meines Berichts widmen.

Im Zentrum Pokharas gibt es einige touristische Highlights zu entdecken. Die meisten füllen aber keinen ganzen Tag und wenn man es schlau anstellt, kann man vieles auch miteinander verbinden (es haben ja vielleicht nicht alle so viel Zeit wie wir).
Das Wahrzeichen Pokharas ist wohl die „World Peace Pagoda“, die sich an der Südseite des Phewa Lake auf einem Bergrücken befindet. Es gibt mehrere Möglichkeiten, dorthin zu gelangen. Am einfachsten ist sicherlich das Taxi, wesentlich schöner jedoch ist eine kleine Wanderung kombiniert mit einer Bootsfahrt über den See. Für diese Variante entschieden auch wir uns und sind vom K2-Hotel aus zur Stupa gewandert. Dazu muss man zunächst um das östliche Ufer des Sees herumlaufen und dann ein bisschen nach dem richtigen Wanderweg suchen oder sich durchfragen (hier hat uns maps.me das einzige mal nicht weitergeholfen, da gefühlt jeder Trampelpfad als Weg eingezeichnet war …). Der Aufstieg führt relativ gemütlich durch einen sehr schönen Wald hinauf bis auf 1100 m und dauert ca. 1,5 Stunden. Neben der Stupa bietet sich von dort oben auch ein hervorragender Blick auf die Stadt und das Himalaya-Massiv.
Der Rückweg geht über Treppen steil bergab zurück ans Seeufer, von wo aus man sich in einem kleinen Ruderboot zurück auf die andere Seeseite fahren lassen kann.

Wir hatten uns für 4 Tage einen Motorroller ausgeliehen, mit dem wir die Umgebung Pokharas relativ bequem und kostengünstig erreichen konnten. Ein weiteres Highlight war definitiv der Ausflug nach Sarangkot, wo sich mehrere Aussichtspunkte befinden, von denen man einen grandiosen Blick auf die Berge hat. Wir waren sogar zweimal dort oben, einmal am Nachmittag und am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang. Der Roller stieß zwar bei dem Anstieg auf immerhin 1500 m an seine Grenzen, aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Wer allerdings in Ruhe den Sonnenaufgang genießen will, sollte sich einen anderen Platz dafür suchen, denn mit uns waren bestimmt noch 300 andere Touristen an diesem Morgen dort. Trotzdem sehr lohnend! Wer es noch spektakulärer mag, kann sich für das nötige Kleingeld auch per Paragleitschirm zurück nach Pokhara fliegen lassen.

Ein Stück außerhalb von Pokhara befinden sich der Begnas Lake und der Rupa Lake. Die Fahrt mit dem Roller zum Begnas Lake ging ziemlich problemlos, da die Straßen für nepalesische Verhältnisse echt gut waren. Wir wollten allerdings ein Stück um den See herumfahren und schnell wurden aus den guten Straßen nur noch Schotterpisten. Dementsprechend abenteuerlich wurde es also, je weiter wir ins Hinterland fuhren. Es sollte sich aber lohnen und wir wurden mit einem tollen Blick auf den See belohnt, der ein wenig an die Krombacher-Werbung erinnerte. Irgendwann war für den Roller Schluss und wir wanderten weiter bis zum Seeufer. Zum Baden eher nicht geeignet, lud unser Platz aber dennoch zum Verweilen ein.

Im Internet hatten wir gelesen, dass sich im historischen Teil Pokharas der „Old Bazaar“ befinden soll. Klang zunächst spannend, also fuhren wir hin. Ernüchterung machte sich breit, denn bis auf ein paar alte Häuser und Läden gab es dort nicht mehr so viel zu entdecken und schon gar keinen Basar. Allerdings befindet sich in der gleichen Ecke der „Bindhyabasini Temple“, welcher auf jeden Fall sehenswert und sogar kostenlos ist. Zu der Zeit, als wir in Pokhara waren, wurde in Nepal das Tihar Festival gefeiert, welches auch das „Fest der Lichter“ genannt wird. Anders als das Dashain Festival am Anfang unserer Reise ist das Tihar Festival viel lebendiger. Die Menschen feiern auf der Straße und schmücken ihre Häuser mit bunten Lichterketten. Auch im „Bindhyabasini Temple“ fand gerade eine Zeremonie statt, bei der die einheimischen Frauen Gabenteller für ihren Götter vorbereiteten. Am Nachmittag fuhren wir dann noch etwas weiter raus an den Fluss Seti Gandaki, wo wir sogar einen Platz zum Baden fanden.

Für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen, mal ein Stück weiter aus Pokhara raus zu fahren. Das Prinzip blieb das gleiche: Je weiter wir fuhren, desto schlechter wurden die Straßen. Unser Ziel war Dhampur westlich von Pokhara. Schnell stellten wir fest, dass unser Roller nicht in der Lage gewesen wäre, um mit uns in das kleine Bergdorf zu fahren und so stellten wir ihn in Phedi ab. Von da aus startet ein Wanderweg hinauf nach Dhampur. Nach zwei Stunden Treppensteigen in der prallen Mittagshitze erreichten wir den kleinen Ort. Wir hatten keine großen Erwartungen und umso erfreulicher war es, als sich uns dort oben der bislang schönste Blick auf das Annapurna-Massiv mit all seinen Highlights bot. Der fast 7000 m hohe Machupuchare, auch das Matterhorn Nepals genannt, präsentierte sich uns an diesem Tag in seiner ganzen Pracht. Was wir ebenfalls nicht wussten: In Dhampur gibt es noch einige sehr gut erhaltene Häuser im historischen Baustil, die man quasi wie ein Freilichtmuseum besichtigen kann.

Für Bergsportbegeisterte und Gebirgsliebhaber hat Pokhara noch ein weiteres Highlight zu bieten: Im „International Mountain Museum“ bekommt man einen sehr ausführlichen und schön aufbereiteten Eindruck über die Geologie des Himalayas, dessen Bewohner und die Bergkultur Nepals. Für einen fairen Eintrittspreis definitiv ein lohnender Ausflug!

Einen Tag galt es für uns noch sinnvoll zu nutzen und Chris wollte sich gern einen Wunsch erfüllen und sich einen Tag lang eine Royal Enfield ausleihen. Royal Enfield, ursprünglich ein britisches Unternehmen, expandierte in den 50er-Jahren nach Indien, wo bis heute dieses Kultmotorrad produziert wird. Auch in Nepal scheinen diese Motorräder unglaublich beliebt zu sein, denn man sieht sie quasi an allen Ecken. Für uns bot sich also nochmals die Möglichkeit, deutlich bequemer als auf dem Roller die Straßen rund um Pokhara unsicher zu machen. Wie wir wussten, war die Straße zum Begnas Lake gut zu fahren und direkt daneben liegt der Rupa Lake. Unser Ziel war also klar. Geheimtipp: Beginnend am Rupa Lake fanden wir dann eine Straße, die hoch in die Berge führte und entgegen aller Erwartungen frisch asphaltiert war. Die Asphaltqualität hätte auch in Deutschland ihresgleichen gesucht und war der perfekte Spielplatz, um Männerherzen für eine Weile höher schlagen zu lassen. An einem alten Tanklaster machten wir halt und auch dieser war als Abenteuerspielplatz wie für uns gemacht.

Für die Nachteulen bietet Pokhara einige Locations, in denen man am Abend sogar feiern gehen könnte. Wer es ruhiger angehen lassen will, sollte auf jeden Fall einen abendlichen Spaziergang an der Seepromenade entlang machen und eine der gemütlichen Bars besuchen. Am westlichen Ende des Sees befindet sich ein kleiner Freizeitpark, der nur abends geöffnet hat, in bunten Farben leuchtet und eine Reihe von Attraktionen zu bieten hat, denen wir allerdings nicht unser Vertrauen schenken wollten – TÜV lässt grüßen. Schön anzusehen war es aber allemal. Auch entlang der Lakeside war am Abend immer etwas los, wahrscheinlich nicht zuletzt wegen des Tihar Festivals.

Pokhara ist auf jeden Fall einen Besuch wert, gerade wenn man, wie wir, von einem Trek kommt und nicht direkt wieder nach Hause fliegen muss. Die Stadt ist wesentlich europäerfreundlicher als Kathmandu – ruhig, relativ sauber und viel weniger chaotisch. Wir hatten hier tatsächlich das Gefühl Urlaub zu machen, was man von Kathmandu nicht gerade behaupten konnte. Auch für Reisende, die Nepal nicht primär für eine Trekkingtour besuchen, ist Pokhara insofern interessant, als dass man von da aus auch sehr bequem kürzere Trips in den Himalaya unternehmen kann.
Alle beschriebenen Plätze sind auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Taxi zu erreichen, wenn man sich nicht selbst mit dem Motorroller in das asiatische Verkehrschaos stürzen möchte.

Reisezeit
Die Hauptreisezeit in Nepal ist im Herbst von Oktober bis November und im Frühling von März bis April. In den Monaten dazwischen kann man natürlich auch nach Nepal reisen, in dieser Zeit muss man aber damit rechnen, dass es viel und oft regnet, da in dieser Zeit Monsun herrscht. Für Wandertouristen, wie wir es waren, bieten sich also Herbst und Frühling hervorragend an, da es zu dieser Zeit meist trocken ist und die Temperaturen sich noch im angenehmen Bereich bewegen.

Einreise
Für die Einreise benötigt man einen Reisepass. Ebenfalls muss man sich ein Visum besorgen, das aber relativ unkompliziert direkt nach der Ankunft am Flughafen zu erwerben ist. Man sollte nur ein wenig Zeit mitbringen, da die zuständigen MitarbeiterInnen gefühlt in Zeitlupe arbeiten (zumindest in unserem Fall – wir standen über 2 Stunden in der Schlange). Man kann übrigens ein Visum für 15, 30 oder 90 Tage direkt am Flughafen bekommen. Das 30-Tage-Visum kostet 48 €.

Anreise/Abreise
Die meisten Reisenden verbinden einen Aufenthalt in Pokhara vermutlich mit einer Trekkingtour auf dem Annapurna oder Manaslu Circuit. In beiden Fällen gibt es gute Busanbindungen von den jeweiligen Endpunkten der Treks.
Das gleiche gilt für den Transfer zurück nach Kathmandu. Pokhara besitzt zwar einen Flughafen, deutlich günstiger ist man allerdings mit dem Bus unterwegs. In unserem Fall sind wir wieder mit dem Local-Bus für 500 Rs ca. 8 Stunden zurück nach Kathmandu gefahren. Bequem geht anders, aber dafür ist es günstig.

Sprache
Wer halbwegs gutes Schulenglisch spricht, wird in Nepal problemlos über die Runden kommen. Die jüngeren Einheimischen sprechen fast alle mehr oder weniger gutes Englisch. In den ländlicheren Regionen nimmt die Beherrschung von Englich vor allem bei den älteren Bewohnern des Landes deutlich ab. Je nachdem, wo man gern hin möchte, ist es also durchaus hilfreich, einen Guide dabei zu haben, der Nepalesisch spricht.

Geld
Die Landeswährung sind nepalesische Rupien. Der Kurs liegt zur Zeit bei 1 € : 125 Rs. Pokhara ist vom Preisniveau insgesamt etwas teurer als Kathmandu. Dennoch ist immer noch alles deutlich günstiger, als man es von Europa gewohnt ist.

Um ehrlich zu sein, haben wir uns im Voraus quasi nicht auf Pokhara vorbereitet, sondern erst vor Ort recherchiert und spontan entschieden, was wir unternehmen. Viele nützliche Tipps haben wir auch von unserem Hotelier bekommen.

Informativ fanden wir diesen Blog: https://wetraveltheworld.de/pokhara-sehenswuerdigkeiten-reisetipps/

Als Karte und zur Orientierung können wir nur immer wieder auf die App maps.me verweisen. Funktioniert einwandfrei, ist sehr präzise und kostenlos!

  • lockere Kleidung, denn tagsüber kann es in Pokhara schon mal ziemlich warm werden
  • Chlortabletten für’s Wasser (dem Leitungswasser wollten wir nicht vertrauen)

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