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Der Platzwart informiert: Meine Jahre mit Hilleberg

Der Platzwart informiert: Meine Jahre mit Hilleberg

Tusch und Gratulation – seit nunmehr 50 Jahren baut Hilleberg die besten Zelte der Welt! Es hat etwas gebraucht, bis ich von diesem Nimbus erfuhr – aber 25 Jahre lang bin ich nun doch schon Hilleberg-Groupie. Grund genug, mal in Dankbarkeit auf meine Jahre mit Hilleberg zurückzublicken. Wie in jeder langen Beziehung war nicht immer alles gut, aber wir haben uns beide weiterentwickelt und sind heute noch immer zusammen …

Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, warum ich mir erst im Jahr 1996 das erste Hilleberg-Zelt zugelegt habe, aber ich weiß noch genau, was ich Ahnungsloser zuerst damit machte: alle Nähte dick mit Sil-Net-Nahtdichter einpinseln – aus Faulheit von außen. Sah mistig aus, gab aber ein sicheres Gefühl. Dann fuhr ich zu dieser Bach-Hilleberg-Yeti-Schulung, auf der auch Bosse Hilleberg war. Der blieb wie angewurzelt vor meinem Zelt stehen, machte ein grimmiges Gesicht und grummelte so sinngemäß: „Die Nähte sind auch ohne das Zeug dicht“ – ich dachte schon, tapir kommt jetzt auf eine schwarze Liste und darf nie wieder Hilleberg führen. War nicht so – aber ich habe nie wieder ein Hilleberg-Zelt mit Nahtdichter verschandelt und ich weiß daher 100%ig: Ja, Hilleberg-Nähte, sind auch ohne „das Zeug“ dicht. Und 2017 habe ich auch GESEHEN, warum – dazu weiter unten mehr.

Mein erstes Hilleberg war ein Keron 3 GT. Heute wiegt das 5 kg. Ich denke, damals war es schwerer, denn meines hatte noch zusätzliche Monster-Reißverschlüsse, mit denen der lange GT-Vorraum abgezipt und in eine normal große Apsis ohne zusätzlichen Bogen verwandelt werden konnte. Ich glaube zwar, mit langem Vorbau waren wir nur per Rad unterwegs, aber in der „kurzen“ Variante habe ich unser Keron 3 (Gewicht dann immer noch etwa 4 kg) zum Beispiel auf La Reunion vom Strand auf den Piton de Neige (3.069 m) getragen, wo wir es bei heftigem Wind fünf Meter unter dem Gipfelkreuz aufgestellt haben, um morgens den Sonnenaufgang exklusiv für uns zu haben. An Leiden wegen des Zelt-Gewichtes kann ich mich nicht erinnern! Aber von der Wind- und Wetterfestigkeit unseres Keron war ich immer SCHWER beeindruckt.

Ab 1999 mochte unsere Tochter nicht mehr mit uns auf Tour gehen und wir waren nur noch zu zweit im Keron 3 unterwegs – selbst ohne GT-Apsis viel zu viel Platz für zwei relativ kurz Geratene. 2002 waren wir dann reif für einen Wechsel: Das Nallo 2 GT mit dem neuen, leichten Kerlon-1000-Außenzelt schien perfekt zu passen. Aber ach – was für ein grandioses Missverständnis! Diese erste Generation hatte nämlich viele der Belüftungs-Features der heutigen Nallo-Familie noch nicht und wir wiederum waren einerseits den Belüftungs-Komfort des Keron gewöhnt und kannten andererseits Belüftungs-Kniffe, wie das entfernte Setzen der Heringe, noch nicht. Die Menge an Kondensfeuchtigkeit im Zelt hat uns überrascht und frustriert – nach nur einer Tour wurde das Nallo deshalb durch ein Keron 2 (baut Hilleberg heute nicht mehr) ersetzt und es folgten unzählige glückliche gemeinsame Outdoor-Nächte! Mit wachsender Erfahrung hat sich dann meine Kondens-Toleranz ganz entscheidend erhöht, was am deutlichsten an der Tatsache abzulesen ist, dass das Keron 2 im Jahr 2014 gegen ein einwandiges (!) Rajd (bei Hilleberg mittlerweile durch das klar bessere, doppelwandige Anaris ersetzt) getauscht wurde. Wer da zu zweit drin schläft, sollte Kondens-Management nicht nur können, sondern mit Freude betreiben, wird dafür dann aber mit Minimalgewicht belohnt.

Das Hilleberg-Werk steht in Rapla in Estland und im Oktober 2017 war ich da und habe selbst versucht, mit einer Doppelkappnaht zwei Stücke silikonisierten Stoffes zusammenzunähen. Chancenlos! Aber wenigstens für gute Laune bei den Näherinnen haben meine täppischen Versuche gesorgt. Alle Nähmaschinen im Werk haben luftgekühlte Nadeln und werden nicht mit Maximalgeschwindigkeit, sondern, wenn nicht gerade ich an einer sitze, mit größter Sorgfalt und Präzision bedient, so dass kleinstmögliche Nahtlöcher entstehen, die dann durch die imprägnierten Fäden wieder wasserdicht verschlossen werden. Wasser ist also keine Gefahr in einem Hilleberg-Zelt – was die perfekt verarbeiteten Nähte aber nicht abhalten, ist Kälte: Nach der Factory-Tour waren wir noch ein paar Tage mit einem Niak in Estland unterwegs und hatten plötzlich -6 °C und Wind. Da die Mesh-Tür an dem 3-Jahreszeiten-Zelt keine Abdeckung hat, froren wir in unseren Schlafsäcken – bis ich die Tür mit unseren Regenjagen zuhängte. Da wurde es warm im Zelt und die Nacht war gerettet! Hilleberg-Zelte sind die besten der Welt – trotzdem ist nicht jedes Hilleberg perfekt für jeden Ort. Es gilt also selbst hier: Augen auf bei der Partnerwahl! Ich selbst habe mich übrigens, das ist der letzte Stand der Dinge, aktuell in das elegant taillierte Tarp 5 verguckt. Macht eine super Figur auf kürzeren Touren unter gemäßigten Bedingungen.

Vermutlich wäre meine Outdoor-Biografie ohne Hilleberg nicht viel anders verlaufen – mit Hilleberg aber war sie um einiges komfortabler, sicherer und freudbetonter (bei jedem Zeltaufbau nämlich). Dafür möchte ich, anlässlich des 50. Hilleberg-Geburtstages, einfach mal danke sagen: DANKE!

Kaitum 2 GT

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Anjan 2 GT

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