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Teaserbild: Test in den Schottischen Highlands: Das Rab Latok Alpine Jacket begeistert in jeder Wetterlage

Test in den Schottischen Highlands: Das Rab Latok Alpine Jacket begeistert in jeder Wetterlage

Was gibt es für eine bessere Gelegenheit, eine 3-Lagen Regenjacke zu testen, als bei einer zweieinhalb-wöchigen Wanderung durch die regnerischen Highlands in Schottland? Auch wenn das Rab Latok Alpine Jacket auf schottischen Pfaden und Wegen einen gewissen Heimvorteil genießt, hält das einen tapir natürlich nicht davon ab, die Regenjacke auf Herz und Nieren zu testen. Und es stellt sich selbstverständlich wieder vor allem eine Frage: Kann die verwendete eVent-Membran halten, was sie verspricht?

Passform, Tragekomfort und Ausstattung

Das Latok Alpine Jacket ist lang geschnitten, vergleichbar mit Jacken von skandinavischen Herstellern wie Norrona oder Bergans. Insbesondere den Hochgewachsenen und Schlanken unter den Wanderern wird sie gut passen. Die Jacke ist an allen relevanten Stellen gut einstellbar:  Am Saum lässt sie sich mittels Kordelzug lockerer bzw. enger stellen und Klettverschlüsse verhindern, dass der Wind durch die Ärmel fegt. An letzteren sind auch einige Reflektoren angebracht, auch wenn diese so klein sind, dass man sie kaum sieht. Die helmtaugliche Kapuze kann an drei Stellen verstellt und auf die persönlichen Bedürfnisse hin angepasst werden. Rab verwendet hier jedoch lediglich ein Gummiband als Verstärkung an der Frontseite – die Kapuze ist somit weniger steif. Modisch kann man Rab’s Entscheidung für das Gummiband durchaus hinterfragen und auch funktional: Ein fester Schirm ist oftmals formstabiler. In jedem Fall kommt kein Wasser durch und darauf kommt es an! Die Kapuze ist nicht abnehmbar; wie von Rab gewohnt kommt auch hier wieder die altbekannte Velcro-Abrolllasche zum Einsatz, mit der die Kapuze mittels Klettverschluss fixiert werden kann.

Der Zwei-Wege-Frontreißverschluss ist wasserdicht und mit einer inneren Windschutzleiste mit Regenabfluss hinterlegt. Selbst heftigster Regen kommt hier nicht durch! Ein Druckknopf am unteren Ende sorgt dafür, dass die überdurchschnittlich breite Windschutzleiste perfekt fixiert werden kann. Beim Test ließ sich der wasserdichte Frontreißverschluss hin und wieder schwer zuziehen, weshalb ich einen vorne abgedeckten Reißverschluss dem wasserdichten vorgezogen hätte. Gerade in der stürmischen Umgebung der Highlands hat sich der hohe Kragen des Latok Alpine Jacket bezahlt gemacht. Er lässt sich sogar bis über die Nase ziehen und bietet somit optimalen Schutz. Ein innen mit Fleece versehener Kinnschutz stellt sicher, dass der Kragen dabei trotzdem nicht unangenehm ist.

Da es sich bei dem Latok Alpine Jacket um ein robustes 3-Lagen-Fabrikat handelt, ist es nicht so klein verpackbar wie beispielsweise das Super Lett Jacket, aber natürlich komplett rucksacktauglich – ohne Probleme hielt das Latok Alpine den rund 20 kg stand, die in meinem Bach Specialist 2 FA verpackt waren.

 

Wasserdichte und Atmungsaktivität

Bei vielen gelten Jacken mit der überdurchschnittlich atmungsaktiven eVent-Membran (Wassersäule: >30.000 mm) als Geheimtipp. Aber kann die Membran wirklich halten, was sie verspricht? In einem Satz: Ja, sie kann. In den vergangenen Wochen wurde das Latok Alpine in zahlreichen typisch schottischen Wetterbedingungen getestet: Dazu gehörte neben lang andauerndem Nieselregen auch heftiger Sturm samt hohen Windgeschwindigkeiten sowie spontane, heftige Wolkenbrüche. Bei all diesen unterschiedlichen – und doch immer nassen – Bedingungen zeigte sich die Qualität des Latok. Als das VauDe Hetch Jacket (mit Sympatex Membran) meines Freundes schon nach kurzer Zeit schlapp machte, stand das Latok wie ein Fels in der Brandung – ein ausgesprochen leichter Fels wohlgemerkt, denn mit 540g (460g für die Damen) fühlt man das Gewicht der Jacke kaum. Egal wie sehr es windete, wie sehr es stürmte, da kam nix durch. Die regenabweisenden Qualitäten der Jacke haben mich demnach vollends überzeugt. Doch wie sieht es mit der Atmungsaktivität aus?

Dank der eVent Membran ohne PU-Beschichtung wird selbst bei steilen Anstiegen und dementsprechend vielem Schwitzen die Feuchtigkeit zuverlässig nach außen transportiert. Zunächst skeptisch betrachtete ich hierbei den dunkleren und leichteren Stoff, der dort saß, wo ich Unterarmreißverschlüsse erwartet hatte. Der Stoff an dieser Stelle ist etwas dünner und demnach noch atmungsaktiver als der Rest der Jacke. In zweieinhalb Wochen Highlands gab es keine Situation, in der ich Unterarmreißverschlüsse vermisst hätte. Ganz im Gegenteil – was nicht da ist, kann man weder öffnen noch schließen und so kann man sich mehr mit dem vor einem liegenden Weg beschäftigen. Für unsere Kletterfreunde außerdem interessant: Wo kein Reißverschluss ist, kann man auch nicht hängen bleiben! Die Atmungsaktivität des Latok Alpine konnte somit ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen.

Wie andere eVent Jacken fühlt sich das Latok allerdings recht kalt an. Die Jacke selbst bietet kaum Wärmeleistung – was in Anbetracht ihrer hervorragenden Atmungsaktivität ja auch Sinn macht. Mit zweiter Schicht wie z.B. einem Fleece trägt sich die Jacke ausgesprochen angenehm. Bei typisch schottischem Wetter (schnell wechselnden Wetterbedingungen, mitunter Sonne und Regen gleichzeitig) lag es manchmal jedoch auch nahe, die Hardshell nur mit einem Shirt darunter zu tragen. Hier zeigte sich die Kälte der Jacke am deutlichsten und es empfiehlt sich, sie nicht ohne zweite Schicht zu tragen, da die Haut an den Armen sonst recht schnell auskühlt.

 

Ein Highlight: Die Taschen

Als begeisterter Taschen-Nutzer habe ich die verschiedenen Taschen des Latok Alpine im Laufe der Tour ausgiebig genutzt. Die Jacke verfügt über vier davon, zwei Innen-Meshtaschen sowie zwei Außentaschen. Letztere sind gleich doppelt gegen Regen gesichert: mit wasserdichten Reißverschlüssen und mit einer breiten Stoff-Hinterlegung. Die Außentaschen sind zudem leicht schräg angesetzt, was zum einen das Hineingreifen erheblich erleichtert und zum anderen das Abfließen von Wasser unterstützt. Zu leichtem Schmunzeln führte beim Auspacken ein von Rab beigelegter Zettel, der darauf hinwies, dass Außentaschen nie 100% wasserdicht sein können… nicht aufgrund des Materials, sondern aufgrund der Neigung von Wanderern, Taschen auch im Regen zu öffnen. Ich musste lachen – denn dazu gehöre ich auch 😀

Alle vier Taschen sind auf Brusthöhe angebracht und es kann somit auch beim Tragen eines großen Trekking-Rucksacks problemlos auf den Inhalt zugegriffen werden. Und da passt einiges rein! Die geräumigen Taschen lediglich mit ein, zwei Müsliriegeln zu füllen, würde einer Beleidigung gleich kommen – da müssen schwerere Geschütze her! Wie das Photo zeigt, passt selbst eine Bridge-Kamera wie meine Panasonic Lumix FZ28 in eine einzelne Außentasche – somit wurde das Latok bereits nach wenigen Tagen zum Kameratransporteur befördert. Die Reißverschlüsse ließen sich gut und schnell öffnen – langwieriges Kamera-Kramen, um sich bewegende Photomotive rasch aufs Bild zu bannen, fiel also weg. Jeder Taschen-Fanatiker wird vom Latok Alpine begeistert sein.

 

Fazit

Der ausgiebige Test im schottischen Hochland zeigt: Das Rab Latok Alpine Jacket überzeugt beinahe auf ganzer Linie. Wir haben hier eine ziemlich leichte Hardshell, die selbst starken Wind und Regen abhält, dabei in hohem Maße atmungsaktiv und zugleich rucksacktauglich ist. Kapuze und Saum sind gut einstellbar, der hohe Kragen sorgt für optimalen Wetterschutz. Bei der Kapuze wäre allerdings ein nicht nur mit einem Gummizug verstärkter Schild wünschenswert gewesen und auch der Frontreißverschluss könnte etwas flüssiger schließen. Dank eVent-Membran sind Unterarmreißverschlüsse überflüssig. Positiv hervorzuheben sind auch die vier sehr geräumigen, hoch angebrachten Taschen.

Egal, ob man im Gebirge, auf Hügeln oder in der Stadt unterwegs ist: Das Latok Alpine Jacket ist ein zuverlässiger Begleiter, der sich weder von Stürmen noch von hohen Windgeschwindigkeiten einschüchtern lässt.

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