Testbericht Chrysalis Eureka

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planet tapir Alex | 29. Juni 2016

Eureka ist nicht nur irgendein niederländisches Unternehmen, sondern gilt als ein Pionier moderner Zeltkonstruktionen – schließlich firmieren sie bereits seit 1895. Über die Jahre hinweg hat sich das Label als innovativer Markenführer innerhalb der Outdoor-Industrie entwickelt und steht mit seinem Namen für hochwertige Qualitätszelte. Das war für mich noch ein Grund mehr und steigerte die Vorfreude, auf der letzten tapir-Testtour an der Ostsee das Hängemattenzelt Chrysalis von Eureka zu testen. Auch wenn ich eine aufkeimende Skepsis als notorischer Bauchschläfer nicht unterdrücken konnte.

Wie ich leider feststellen musste, ist es gar nicht so einfach, auf Wandertouren oder Zeltplätzen passende Bäume oder andere große Gegenstände zur Befestigung der Hängematte zu finden. Zumal wir auf unserer Testtour neben der Chrysalis auch noch eine Ultralight-Hängematte von Exped im Gepäck hatten, in der Marcus seine lauschigen Nächte verbringen wollte.

 

Die größere Herausforderung war jedoch der Aufbau beziehungsweise die Befestigung des Hängemattenzeltes an sich selbst. Anders als beim Zeltaufbau kam hier der unschöne Fakt der Möglichkeit hinzu, sich nachts während des Schlummerns aus mindestens einem Meter Höhe durch eine abrupte Landung auf dem harten Boden der Tatsachen wiederzufinden. Und das nur, weil beispielsweise im Vorfeld beim Aufbau die Gurte nicht ordentlich befestigt wurden. Wenn man jedoch die eigentlich simple, aber dennoch sichere Konstruktion der Befestigung verstanden hat, gelingt einem der Aufbau recht zügig. Dennoch bleibt mein Wunsch nach einer beigefügten, ausführlichen Anleitung zum Aufbau der Hängematte und zur Befestigung, um den Prozess zu beschleunigen.


Wenn die Hängematte erst mal baumelt, ist das Hängemattenzelt im Inneren angenehm groß. Durch das patentierte Stangensystem (zwei Querstangen) entsteht eine komfortable horizontale Liegefläche, die nach dem Unterbringen der Isomatte nicht durchhängt. So ergibt sich jeweils am Kopf- und Fußende ausreichend Stauraum für das Gepäck. Allerdings ist eine durchdachte Verteilung des Gepäcks ratsam, denn diese beeinflusst die Liegeposition auf der Matte. Bei einem Zuviel an Gepäck im Fußraum hat das beim Schlafen ein ständiges Runterrutschen zur Folge.

Eine zusätzliche Unterbringung des Gepäcks ist auch außerhalb an den Befestigungsgurten möglich. Das wasserdichte Überzelt garantiert einen kompletten Wetterschutz. Das Innenzelt aus Meshgewebe bietet Rundumblick, sorgt für gute Belüftung, dient als Insektenschutz und kann ebenso komplett geöffnet werden.


Mit Aussicht auf eventuell kältere Temperaturen im Herbst beziehungsweise um kalter Zugluft von unten in der Hängematte vorzubeugen, hatte ich mich für die Synmat 7 von Exped als Isomatte entschieden. Eine gute Entscheidung, denn auch dadurch war es angenehm warm im Inneren und allen Zweifeln zum Trotz konnte ich so in der Hängematte bequem auf der Seite, dem Rücken oder auf dem Bauch schlafen. Leider war am nächsten Morgen die Metamorphose zum Schmetterling nicht gegeben, wie der Name der Hängematte Chrysalis (Puppe) ursprünglich vermuten lässt. Wenn man wackelfest ist und weniger schnell seekrank wird, ist in der 1-Person-Hängematte das An-, Aus – und Umziehen im Sitzen bequem möglich. Durch die kühleren Außentemperaturen bildete sich im Inneren an der Decke und den Seitenwänden etwas Kondensfeuchte. Diese wurde nur beim Hinausschlüpfen aus der Hängematte, wenn die Zeltwand an mir kleben blieb, zum Problem.

 

Mein Fazit

Der Hängemattentest in der Chrysalis von Eureka war für mich eine angenehme und spaßige Erfahrung. Ich hatte nicht erwartet, so bequem und warm darin zu schlafen und ohne unangenehme Druckstellen oder Kreuzschmerzen aufzustehen. Allein das Gewicht der Hängematte ist der einzige Wermutstropfen, sodass sie sicherlich nicht die erste Wahl für hochalpine Leichtgepäckwanderungen (ohnehin in Ermangelung geeigneter Befestigungen oberhalb der Baumgrenze), dafür aber eine Bereicherung für spontane Outdoorunternehmungen mit dem Rad oder für Wochenendtrips ist.

 

Eckdaten: 1-Person-Hängematte Chrysalis

Packmaß: Länge 53 cm, Durchmesser 15 cm
Sitzhöhe: 0,80 m
Hängemattenlänge: 3,20 m
Hängemattenbreite: 1,00 m
Gewicht: 2,60 kg
Belastbarkeit: bis 150 kg
Außenzelt: 75D Polyester Taffeta PU-beschichtet, 2000 mm Wassersäule
Innenzelt: 40D No-see-Um-Mesh
Hängemattenboden: 75D Polyester Taffeta, 800 mm Wassersäule, PU-beschichtet
Gestänge: 18 mm Aluminium (System aus zwei Stangen)
Belüftungsfenster aus Moskitomeshgewebe

 

 

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2 Kommentare

  1. avatar
    1
    Jo | 12. Juli 2016, 14:17

    Sehr cooler Artikel !

  2. avatar
    2
    Michel | 15. August 2016, 14:02

    Toller Bericht! Danke dafür. Schön zu sehen, daß es doch das aktuelle Modell dieser Hängematte ist, was Eureka! jetzt liefert. Die Bilder bei Eureka, auch die in Eurem online shop, sind zur Zeit noch die von der 2009er Version. Die gefällt mir lange nicht so gut, wie diese. Es sieht allerdings auf den Fotos so aus, als ob Ihr die Befestigungsgurte und Verschlüsse nicht richtig benutzt habt. Es müsste eigentlich einen Haken geben, mit dem man die Schlaufe um den Baum schliesst, und dann das so genannte Ladder Lock, mit dem man die Länge der Gurte einstellen kann und an dem dann die Hängematte sowie das Firstseil eingehängt wird. Es sollten also zwei Haken und zwei Ladder Locks zur Befestigung gehören (einmal für die Suspension am Fuß- und einmal für die am Kopfende). Auf den Bildern zum Bericht sind nur die Ladder Locks zu sehen. Wenn Ihr nachträglich nochmal ein Foto vom Lieferumfang, auf dem man alle Einzelteile sehen kann, anhängen könntet, wäre das toll.

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