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Rumänien: 20 Pferdekarren und 1.000 km – Eine Rundreise durch Siebenbürgen

Anfang Oktober 2017 unternahmen wir eine Rundfahrt mit dem Auto ab Bukarest nach Braşov (Kronstadt) weiter nach Sighișoara (Schässburg) bis hin nach Sibiu (Hermannstadt). Rumänien, insbesondere Siebenbürgen, blickt auf eine lange Geschichte deutscher Siedler zurück. Fährt man heute durch die Region, fällt gleich der Baustil auf, welcher im Stadtkern an deutsche mittelalterliche Städte erinnert. Deutsche Firmen lassen in den Gewerbegebieten produzieren, transportiert werden die Waren anschließend auf gut ausgebauten Straßen, gefördert durch die EU.

Graf Dracula, Transsilvanien und die Walachei – mehr war mir von Rumänien nicht bekannt. Grund genug, dies zu ändern!

In Bukarest am Flughafen angekommen, nehmen wir den Bus 783, welcher uns ins Zentrum, zum Piața Unirii (Vereinigungsplatz) bringt. Wir haben dort am Fluss Dâmbovița unser Zimmer. Eine gute Wahl, denn hier um die Ecke beginnt die Party. Bar an Bar, Döner an Döner und zwischendrin Discos mit nicht jugendfreien Tänzern/Tänzerinnen. Doch dafür sind wir nicht hier, wir wollen die Natur und die kleinen Städte entdecken.

Am nächsten Morgen nutzen wir noch die Zeit für einen kleinen Abstecher zum zweitgrößten Gebäude der Welt, dem Haus des Volkes (Parlamentspalast). Das Gebäude ist ein Sinnbild der Maßlosigkeit der Ära Ceaușescu. Heute befindet sich hier neben dem Parlament auch ein Kongresszentrum. Eine Führung durch das Gebäude ist empfehlenswert, beeindruckend sind die Flure und Säle, welche mit rumänischem Nussholz und Marmor dekoriert sind. Neben der Sicherheitskontrolle läuft ein Röhrenfernseher mit Musikvideos, daneben stehen drei Sessel, welche man in Deutschland auf dem Sperrmüll wiederfinden würde. Diese Art der Präsentation eines Regierungsgebäudes wäre in Deutschland schwer vorstellbar.
Wir holen unser Auto von der Vermietung ab. Es ist ein Dacia, was auch sonst?! Auf den Straßen sind viele Dacias unterwegs, so fällt man gar nicht auf.

Exkurs „Auto fahren in Rumänien“
Rumänien scheint konsequent auf Kreisverkehre zu setzen. Meist sind diese zweispurig, in Bukarest aber auch oft drei- oder vierspurig. Hier ist hohe Aufmerksamkeit geboten! Allgemein befinden sich die Straßen während unserer Rundfahrt in einem hervorragenden Zustand. In jedem kleinen Ort gibt es einen Laden und eine Tankstelle. Autos halten aber auch oft spontan am Wegesrand oder parken ohne Rücksicht auf den Verkehr ganz plötzlich.

Auf dem Weg nach Braşov lohnt es, in Sinaia anzuhalten. Das dortige Schloss Peleș erinnert an Schloss Neuschwanstein. Wir fahren weiter. Braşov liegt eingebettet zwischen den Hügeln der Karpaten. Eine Seilbahn fährt auf den Hausberg, von dem man einen herrlichen Überblick über die Region hat. Das Stadtbild erinnert an mittelalterliche Städte aus Bayern. Das Wetter ist fantastisch, wir kaufen uns am nächsten Tag zum Frühstück einen Kürtőskalács, eine Art Knüppelbrot mit Zucker. Von Braşov aus fahren wir wieder eine kurze Strecke nach Süden, zum Schloss Bran. Das Schloss ähnelt jenem in Bram Stokers Roman „Dracula“ und wird daher Touristen als Draculaschloss präsentiert. Wir lösen unser Eintrittsticket und schauen uns natürlich die Räumlichkeiten an. Grundsätzlich ist das Schloss nichts Besonderes, oftmals auch in Deutschland zu erleben. Auch Vlad, das Vorbild der Romanfigur, ist wohl nie hier gewesen.

Weiter geht es nach Norden, nach Sighișoara. Wir fahren durch idyllische Dörfer, sehen Pferdekarren und viele Rumänen draußen vor ihren Häusern sitzen. Sighișoara ist eine kleine Stadt, in deren Oberstadt wir ein Zimmer haben. In 30 Minuten haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen. Die deutschen Wurzeln werden hier im Stadtbild oft sichtbar, sei es bei Kirchen oder anderen wichtigen Gebäuden.
Am folgenden Tag fahren wir nach Sibiu. Zwischendurch halten wir in Biertan, wo eine wichtige Kirchenburg zu sehen ist. Hier war früher der Sitz des evangelischen Bischofs von Siebenbürgen. Der Blick über den kleinen Ort erinnert an Filmszenen aus dem frühen 20. Jahrhundert: Häuser schmiegen sich in die Landschaft, kleine Schornsteine ragen in die Luft. Nun fehlt nur noch ein Pferdekarren zur perfekten Zeitreise.
In Sibiu angekommen beziehen wir unser Appartement. Schnaps steht im Kühlschrank und geht aufs Haus. Die Innenstadt von Sibiu ist etwas größer als die von Braşov. Wir gehen die Promenade entlang zum Marktplatz, wo gerade das Cibinfest (Cibin = örtliche Fluss) stattfindet. Es erinnert stark an ein Oktoberfest. Es wird deutsche Musik gespielt, es gibt Bier und Unmengen an Steaks und Spießen. In Hermannstadt gibt es ebenfalls eine deutsche Schule, wo sogar das Abitur abgelegt werden kann.
Essengehen ist grundsätzlich etwas günstiger (ca. 5 – 10 €/ Essen im Restaurant) als bei uns, auch die Zimmer haben ein angenehmes Preisniveau (Doppelzimmer einfacher Standard 35 €). Ein Billigland ist Rumänien jedoch keinesfalls!
Den letzten Tag unserer Reise nutzen wir, um die Transfăgărășan (Transfogarasche Hochstraße) entlangzufahren. Die Straße ist Teil einer 151 Kilometer langen Nationalstraße und beeindruckend zu fahren. Wir fahren von hier auf 2.000 Höhenmeter und halten am Balea-See. Dort haben wir einen tollen Ausblick Richtung Norden, können die Windungen der Straße in einem tollen Panorama sehen. Es sieht aus wie eine Rennstrecke. Die Abfahrt nach Süden ist ermüdend, wir müssen viel schalten. Zum Mittag halten wir in Pitești. Die Stadt hat offensichtlich nicht viel zu bieten, vielleicht sind wir auch durch die letzten Tage zu sehr verwöhnt. Von hier geht es weiter zum Flughafen.

Am Ende waren es nur 20 Pferdekarren bei 1.000 km Strecke. Ich hatte mir das Land etwas rückschrittlicher vorgestellt und wurde positiv überrascht. Die Karpaten bilden eine tolle Kulisse und laden sicherlich auch zu einer ausgiebigen Wanderung ein. Es macht Spaß die historischen Städte zu erkunden und in Restaurants einzukehren. Ich kann die Tour jedem (auch mit Kindern) empfehlen.

Beste Reisezeit:
Zwischen Juni und September. Hier bieten sich Wanderungen in den Karpaten an. Wir waren Anfang Oktober unterwegs und hatten fabelhafte 25 Grad am Tag und 5 Grad in der Nacht – ideal zum Entdecken der Region Siebenbürgen

Anreise/Abreise:
Mit dem Flugzeug ab Berlin nach Bukarest und anders herum

Geld:
Rumänische LEI (23 LEI = 10 €, Stand 2017), Unterkünfte nehmen gern Euro

Sprache:
Rumänisch, erinnert sehr an Italienisch, teilweise wird Deutsch verstanden

Siebenbuergen-Reise-in-eine-andere-Zeit
ein schöner, inspirierender Reisebericht

siebenbuerg
Hier wird der Ursprung des Namens Siebenbürgen geklärt

rumaenien-reise-hermannstadt-transsilvanien
beeindruckende Bilder in einem Reisebericht

  • eine robuste Wanderhose, die alles mitmacht. Ich setzte da auf die Hosen von Fjäll Räven
  • mein Tagesrucksack, der mir im Laufe des Tages immer ein treuer Begleiter war
  • eine wärmende Jacke, wenn es am Abend oder Morgen kühler ist

Wir nutzten folgenden Reiseführer:
Rumänien, Trescher Verlag, 5., aktualisierte und erweiterte Auflage 2016, 464 Seiten, 270 Fotos und historische Abbildungen, komplett in Farbe.

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