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Teaserbild: Welcome back im tapir: Mystery Ranch – Relaunch of a Legend

Welcome back im tapir: Mystery Ranch – Relaunch of a Legend

Ich gebe es zu: Letztes Jahr auf der Outdoor wurden meine Augen immer größer – es gab doch tatsächlich einen eigenen Messestand von Mystery Ranch mit – zumindest für uns – vielen neuen Modellen! Ich war neugierig, ob und wenn ja wie die Amerikaner ihr Rucksack-Konzept weiterentwickelt hatten und nutzte eine längere freie Minute, um mich mit vielen Fragen bewaffnet auf dem Messestand umzusehen. Dabei war ich nicht die Einzige! Nun, ein halbes Jahr später, sind die ersten Backpacks über den großen Teich gekommen und bereichern unsere Rucksackwände im tapir. Es lässt sich schon an dieser Stelle konstatieren: An seiner Innovationskraft hat Mystery Ranch nichts eingebüßt!

Dass Rucksack nicht gleich Rucksack ist, wissen wir alle, erst recht dann, wenn man mal mit einem Backpack auf dem Rücken auf Tour war und mit blauen Flecken auf den Hüften und verspanntem Rücken wieder zurückgekommen ist. Und sind wir mal ehrlich: Die Auswahl im Rucksackbereich wirkt in der heutigen Zeit schier unendlich. Doch das war nicht immer so, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt. Bis weit in die 70er Jahre hinein hatten Bergenthusiasten noch keine große Auswahl bei Rucksackmodellen. 1967 hatte Greg Lowe den ersten Backpack mit einem Innengestell als Tragesystem auf den Markt gebracht, was die Rucksackwelt zwar revolutionierte, doch es brauchte seine Zeit, bis die Rucksacktechnologie und die eingesetzten Materialien so ausgereift waren, wie wir es heute von den modernen, an die spezifische Bedürfnisse angepassten Backpacks kennen.

gründete 1975 in Bozeman, Montana, eine kleine Manufaktur namens Kletterwerks, die extrem spezialisierte Backpacks für Bergsteiger auf den Markt brachte. Von Anfang an legte Dana Gleason den Fokus auf Individualisierung, d. h. auf sehr gute Einstellungs- und Anpassungsmöglichkeiten bei den Backpacks. Gleichzeitig sollten die Rucksäcke extrem robust, also maximal haltbar sein – egal, wie viel Felskontakt oder Dornengestrüpp sie ausgesetzt sein würden. Aus den Entwürfen von Kletterwerks stammte auch das spätere Design für den legendären Terraplane-Rucksack von Dana Design.

Herausragendes Kriterium für Rucksäcke aus dem Hause Kletterworks und Dana Design ist die Fähigkeit, schwere Lasten – und wir reden hier von Lasten jenseits der 25-Kilo-Grenze – gut auszugleichen, sie druck- und damit auch schmerzfrei tragbar zu machen. Darüber hinaus setzte man bei den Amerikanern auf ein redundantes System aus Riemen und Reißverschlüssen, um zu verhindern, dass ein einzelner Reißverschluss- oder Riemenfehler den Rucksack unbrauchbar macht.

10 Jahre später gründete Dana Gleason zusammen mit Renee Sippel-Baker schließlich das Label Dana Design und konnte sich mit seinen innovativen Detaillösungen fürs Tragen schwerer Lasten endgültig in der US-Outdoorszene und darüber hinaus etablieren. Der Hersteller wurde zu dem Backpack Brand für Insider Anfang der 90er Jahre und akzeptierte 1995 das Angebot, Dana Design an die K2 Corporation zu verkaufen (1996). Von da ging das Label 2004 weiter zu Marmot, wo die Backpacks später unter dem eigenen Marmot-Label weiterentwickelt wurden. Der Betrieb wurde nach Vashon Island, Washington, verlegt, die Fertigung Ende der 90er Jahre nach Übersee verlagert. Seit 2006 gibt es die Namensmarke Dana Design nicht mehr.

Doch es war ja fast zu erwarten gewesen: Dana konnte eigentlich gar nicht wirklich damit aufhören, seine Rucksack-Ideen weiterzuspinnen. Es dauerte nur ein paar Jahre, bis Dana und Renee begannen – zunächst eher für den Familien- und Freundeskreis – Taschenlösungen zu kreieren und zu nähen. Die Mär sagt, dass er, nachdem er für seine Tochter Alice einen Hip-Pack gebaut hatte, für sich festgestellt hatte, dass es noch einige Rucksack-Modelle zu bauen galt. Er fand, dem Markt fehlten noch genau diese Modelle.

Nach Ablauf seiner wettbewerbsfähigen Vereinbarung mit K2 im Jahr 2000 gründeten Dana und Renee Mystery Ranch offiziell. Besagter Hip-Pack war dabei nur der Anfang: Der dort eingesetzte Lumbar Wrap (Rückenkissen im Lumbarbereich) wurde genauso patentiert wie die nachfolgenden Entwürfe für den NICE-Rahmen und SATL. Im Jahr 2004 begann dann zudem auch noch die Zusammenarbeit mit den  Navy SEALs. Diese Kooperation veränderte die Designstrategie und die Designsprache bei Mystery Ranch erheblich.

Die letzten beiden Etappen der Geschichte haben wir im tapir aktiv mitverfolgt. Diejenigen mit etwas mehr Lebenserfahrung unter uns können sich vielleicht erinnern: Es gab Anfang der 90er Jahre Dana-Design-Rucksäcke im tapir und es hält sich die Mär, dass tapire (oder Ex-tapire) zu Hause auch noch echte Dana-Rucksäcke stehen haben. Neid! Als ich mich Mitte der 90er Jahre verstärkt mit dem Thema auseinandergesetzt habe, weil ich auf der Suche nach einem eigenen neuen großen Trekkingrucksack war, gab es sie (leider!) bereits nicht mehr zu kaufen.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends klopfte dann Mystery Ranch auch an unsere Tür. Im Gepäck hatten sie u. a. einen absolut neuen, wenngleich auch ziemlich exklusiven und kostenintensiven Ansatz: Ein modular aufgebautes System für Backpacks auf der Basis eines individuell angepassten Rückensystems mit unterschiedlichen Säcken, die daran befestigt werden konnten. Also ein Tragesystem sowohl für einen Tourenrucksack (40 Liter Volumen) als auch einen Trekkingrucksack (60 Liter Volumen und mehr). Natürlich gab es auch klassische Trekkingrucksack-Modelle. Gemeinsam mit Michael, einem Ex-tapir, konnten wir auf unserer Tour auf dem West Coast Trail die Rucksäcke testen. Coole Teile! Und da Micha ziemlich viel Film-Equipment im Gepäck hatte, waren unsere Backpacks auch ziemlich schwer beladen. Im Anschluss an den West Coast Trail trugen wir die beiden Trekkingrucksäcke dann auch auf den Hausberg von Seattle, wobei wir am Mount Rainier dann nicht mehr so viel Gepäck schultern  mussten. Doch nicht nur Micha und ich konnten die Teile ausgiebig testen: Auch auf den tapir-Testtouren ins Isergebirge (2002 und 2003) trugen einige tapire die Trekkingrucksäcke Probe.

Das System konnte sich aber nicht so durchsetzen wie geplant. Nach und nach verschwand Mystery Ranch vom deutschen Markt – und nicht nur von dort. Doch – und das ist die gute Nachricht – damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende!

Der Relaunch der Mystery-Ranch-Rucksäcke auf dem amerikanischen Outdoormarkt startete 2015; seit Sommer 2016 konnte man dort die ersten Modelle wieder käuflich erwerben. Die Produktionsstätte liegt immer noch in Bozeman, Montana, ein Teil der Rucksäcke kommt von den Philippinen und aus Vietnam. Wobei man bei Mystery Ranch Wert darauf legt, dass alle Modelle „designed in USA“ sind. Neben den Rucksäcken für den Alltag und das Outdoor-Abenteuer werden auch heute noch Packs für die Army, die Fire Fighters und diverse Rettungsteams gebaut. Die technischen Lösungen, die dort zum Einsatz kommen und sich bewähren, werden später sicherlich auch ihren Weg  in die Rucksäcke für den Outdoorbereich finden.

Im vergangenen Sommer meldete sich Mystery Ranch nun auch auf der OutDoor zurück, Europas größtem Branchentreff, und setzte damit ein Zeichen: Wir sind zurück! Dass der Hersteller gefühlt nie ganz weg war, konnte man in den vergangenen Jahren auf dem amerikanischen Markt beobachten, doch der Schritt über den Großen Teich beweist, dass man von Montana aus wieder international durchstarten will.

Das Motto „Built For The Mission“ bedeutet, dass die Rucksäcke ein zuverlässiger Begleiter sind, egal zu welcher „Mission“ man aufbrechen möchte. Eine Stratgie, die seit der Gründung 2000 verfolgt wird. Auch heute stehen die Rucksäcke von Mystery Ranch für hochwertige, vielseitig einsetzbare Bachpacks und Daypacks. Neben innovativen Designs sind es die smarten, nutzerfreundlichen Features, der spürbar hohe Tragekomfort sowie das extrem robuste, qualitativ hochwertige Material, die die Rucksäcke aus Montana so einzigartig machen. Das ist nichts für Ultralight-Trekker, kann aber alles sein für Outdoorer, die auf Robustheit und Langlebigkeit ihrer Ausrüstung setzen – egal ob der Großstadtdschungel oder die Berge in Nepal rufen, egal ob beim Thru-Hike auf den Weitwanderwegen dieser Welt oder beim Fotografieren der Berge und auf der Suche nach dem schönsten Shot. Welcome back im tapir: Mystery Ranch!

Wir haben für euch mit dem Urban Assault 21 die Mystery-Ranch-Antwort auf all jene Widrigkeiten des Alltags im Programm, die sich mit einem gut konstruierten Rucksack gekonnt umgehen lassen. Einzigartig hierbei ist das 3-Zip-Design, welches es ermöglicht, den Rucksack komplett von oben bis unten zu öffnen, um schnell an jedes beliebige Ausrüstungsteil heranzukommen. Wer das nicht will, kann lediglich die zwei seitlichen Reißverschlüsse öffnen, wodurch sich der Urban Assault 21 wie gewohnt als Toploader verwenden lässt.

Für alle Trekker und Hiker haben wir mit dem Ravine 50 einen Tourenrucksack von Mystery Ranch, der in dieser Form einzigartig ist. Auch hier ist das Markenzeichen von Mystery Ranch verbaut: Drei frontal angebrachte YKK®-Reißverschlüsse ergeben gemeinsam die Form eines Y und machen damit ein komplettes Öffnen des Rucksacks möglich. So kommt man auf Tour bei Bedarf schnell und unkompliziert an die komplette Ausrüstung heran. Ein weiteres charakteristisches Merkmal der größeren Rucksäcke aus der amerikanischen Rucksackschmiede sind die zwei länglichen, geräumigen Aufsatztaschen, die auch beim Ravine 50 sofort ins Auge fallen. Sie bieten richtig viel Platz für die Sachen, die schnell zur Hand sein sollen.

Und last but not least haben wir mit dem Terraframe 3-Zip 50  einen Trekkingrucksack im Programm, der mit dem OVERLOAD-Feature ein einzigartiges Transport Addendum bietet, das innovatives Packen ermöglicht. Klingt nicht nur cool, sondern ist ein Feature, dass so im Rucksackbereich seinesgleichen sucht. Basierend auf der Zusammenarbeit mit dem Militär- und Rettungsdienst hat Mystery Ranch die OVERLOAD-Funktion nun auch in seiner Trekkingrucksack-Serie verbaut. Der extra dafür konstruierte Raum zwischen dem eigentlichen Packsack und dem Tragesystem kann für voluminöse Ladungen genutzt werden, etwa für ein großes Mehrpersonenzelt, zusätzlichen Proviant, den kaputten Rucksack eines Wandergefährten oder mehrere Scheite Brennholz … Braucht es den zusätzlichen Raum nicht, wird der Packsack mittels Kompressionsriemen und Schnallen wieder an das Tragesystem herangezogen und befestigt. Natürlich fällt auch beim Terraframe 3-Zip 50 das 3-Zip-Design auf der Frontseite ins Auge, mit dem sich auch dieser Rucksack komplett öffnen lässt.

Um das Programm abzurunden, haben wir auch noch die Hooded Pack Fly Regenhülle von Mystery Ranch im Programm, die nicht nur den Rucksack, sondern auch den Träger vor Regenmassen schützt.

Wer noch etwas tiefer in die Materie und die Ansätze von Mystery Ranch einsteigen möchte, dem sei empfohlen, sich auf der Website der Amerikaner umzusehen. Dort gibt es auch die weiterführenden Infos zum Sitz und zum Anpassen und zur – wenn es denn wirklich mal notwendig sein sollte – Pflege der Backpacks. Wer noch etwas mehr von und über Dana Glesaon wissen möchte, erfährt dies im nachfolgenden Film.

An dieser Stelle möchten wir uns auch für die Qualität der alten Bilder von uns tapiren entschuldigen. Sie sind halt schon etwas in die Jahre gekommen … 🙂

Artikel: Urban Assault 21
Mystery Ranch

Urban Assault 21
139.95€

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Artikel: Ravine 50
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Ravine 50
259.95€

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Artikel: Terraframe 3-Zip 50
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399.95€

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