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Testbericht: Benzin Baby! – Der Soto StormBreaker steht für Japanische Multifuel-Kochkunst

Testbericht: Benzin Baby! – Der Soto StormBreaker steht für Japanische Multifuel-Kochkunst

Wenn ein Kunde bei uns im tapir einen Kocher zur Reinigung oder Reparatur abgibt, dann landet das gute Stück auf meiner Werkbank. Dadurch habe ich in den letzten Jahren fast jede Form von Outdoor-Kochern gesehen und mit ihnen gearbeitet, egal, ob es ein Klassiker wie der MSR Whisperlite oder ein 60 Jahre alter Benzin Baby war, ich durfte immer basteln. Es gibt Leute, für die müssen diese Gebrauchsgegenstände funktionieren und es gibt die Kategorie Bastler und Spielkind, zu denen ich ganz klar gehöre. Das Schöne am neuen StormBreaker der japanischen Firma Soto ist, dass er beide Nutzertypen gleichermaßen anspricht. Er ist ein sehr robustes Arbeitstier, das mit seiner neuartigen Technik aber auch fast einzigartig auf dem Markt ist.

Schon beim Auspacken merkt man, dass man mit dem StormBreaker etwas wirklich Wertiges in den Händen hält. Der eigentliche Kocher wiegt zusammen mit dem Packsack und dem Gasadapter keine 300 Gramm. Das ist gerade vor dem Hintergrund der sensationellen Verarbeitung schon eine Ansage. Klar befindet man sich nicht mehr im „Ultra Light“-Segment, aber das will der Kocher auch gar nicht. Hier hat man einen klassischen Alleskönner, der sowohl Benzin als auch Gas verbrennen kann.
Die beiliegenden Adapter für beide Kraftstoffe sind mit einem Bajonettverschluss ausgestattet und können innerhalb von Sekunden getauscht werden. Kein Tropfen und kein Gas kann entweichen. Es sind diese Details, die den Kocher klar hervorheben. Der Gasanschluss wurde für Kartuschen mit Schraubgewinde konzipiert und ist mit 28 Gramm wirklich ein Leichtgewicht. Im Handumdrehen kann man zugleich mittels des Bajonettverschlusses zur Benzinpumpe wechseln, denn hier zeigt der Soto StormBreaker sein eigentliches Herzstück. Benzinkocher sind geil. Aber: Benzinkocher sind im Regelfall auch richtige Dreckschleudern!

Die Idee eines benzinbetriebenen Kochers ist, dass ich an jedem Ort der Welt Brennstoff bekomme. Ob in den Bergen Pakistans oder den Wäldern des Amazonas: Benzin gibt es überall und ist daher der ideale Brennstoff für lange Touren und Expeditionen. Wer aber schon mal mit einem Benzinkocher wie z. B. dem Whisperlite von MSR gekocht hat, spürt sehr schnell die Nachteile dieser Art zu kochen, denn alles ist innerhalb von Minuten voller Ruß. Es erfordert viel Erfahrung und Gefühl, einen mit Benzin betriebenen Kocher nahezu rußfrei zu betreiben und jetzt schlägt die große Stunde des StormBreaker!

Durch eine speziell von Soto entwickelte Pumpe wird der Brenner nicht herkömmlich durch das Vorheizen in Gang gesetzt, sondern durch eine patentiere Pumpe, die auch ohne Hitze schon bei einem Kaltstart das Benzin so mit der Luft mischt, dass eine rußfreie Flamme entsteht. Und genau dieser Umstand ist einzigartig: Kochen mit Benzin, aber ohne Dreck und Ruß. Das Ganze funktioniert auch noch mit ca. 3500 Watt Leistung, wodurch man auch unterwegs wirklich kochen kann und nicht das Essen leicht erwärmt zu sich nehmen muss.

Der Dreibeinstand, welcher sich so einklappen lässt, dass der Soto ein wirklich kleines Packmaß hat, trägt zur Standsicherheit auch auf sandigen oder weichen Untergründen bei, sodass man wirklich immer das Gefühl hat, aus einem sicheren Stand heraus zu kochen. Die Pumpe ist im Gegensatz zu vielen anderen Modellen komplett aus Edelstahl gefertigt, was eine sehr lange Lebenszeit verspricht und die Wartung sehr erleichtert. Die Regulierung der Flamme erfolgt am Kopf der eben genannten Pumpe und lässt eine sehr feine Dosierung der Flamme zu.

Doch nachdem die technischen Details schon beeindruckend sind, muss sich der Kocher auch noch im Outdoor-Alltag beweisen. Hierfür wird er 5 Tage auf dem Rad durch Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gefahren. Hier ist die Versorgungslage im ländlichen Raum teilweise so eingeschränkt, dass ein Multifuel-Kocher immer eine gute Idee ist, wenn man nicht dauerhaft in der Nähe von größeren Menschenansammlungen kochen möchte.
Schon bei der ersten Nutzung in freier Wildbahn merkt man als erfahrener Benzinkocher-Besitzer, wie leise der Kocher das Nudelwasser erhitzt. Nachdem wir 3 Tage ausschließlich mit Reinbenzin kochten (das im Gegensatz zu Benzin von der Tankstelle den Vorteil hat, dass keine Schwebteilchen den Kocher verstopfen und mit Ruß belegen) habe ich während des Kochvorgangs einfach mal die Benzinflasche mittels des Bajonett-Verschlusses abgeschlossen und eine Gas Kartusche mittels des mitgelieferten Adapters angeschlossen. Nach einem kurzen Moment hat sich der Kocher sofort auf Gas umgestellt und der Kochvorgang ging weiter, ideal also für Leute, die gern mal an einer Tankstelle vorbeifahren ohne an ihren Kocher zu denken. Der Kochvorgang mit Gas war wie zu erwarten völlig frei von Problemen und Dreck und eine rundum saubere Angelegenheit.

Das Verpacken des StormBreakers in den mitgelieferten Beutel ist nach dem Abkühlen eine Freude. Nahezu kein Dreck und vor allem kein Ruß (!!!) machen das Kochen unterwegs und in freier Natur zu einer echten Freude. Wer klein und leicht unterwegs sein möchte kann auch einfach nur den Gasadapter und eine kleine Kartusche mitnehmen und ist mit dem Multifuel aus dem fernen Japan perfekt ausgestattet.

Zusammengefasst kann man sagen, dass der Soto StormBreaker höchsten Ansprüchen genügt. Ob mit Gas oder Benzin, der technisch durchdachte und hochwertige Kocher ist für alle Arten von Outdooraktivitäten geeignet und spricht alle Nutzer an, die möglichst sauber kochen wollen und von der technischen Idee begeistert sind. So wie ich, denn mir kommt kein anderer Kocher mehr in die Bude!

+ einwandfreies technisches Konzept: rußfrei kochen!
+ Edelstahl Konstruktion
+ Bajonettverschlüsse zum sauberen Wechsel zwischen Benzin und Gas
+/- vergleichsweise hoher Anschaffungspreis

Kocher StormBreaker

Kocher StormBreaker

229.95€

PowerFuel Benzin

PowerFuel Benzin

7.95€

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