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Testbericht: Marmot Micron 40 – mein Komfortschlafsack für Hüttenübernachtungen

Testbericht: Marmot Micron 40 – mein Komfortschlafsack für Hüttenübernachtungen

Der Sommer ist erwacht und mir und meiner Familie brennt es wieder unter den Sohlen, die Berge zu erkunden. Endlich können wir wieder Hüttenübernachtungen erleben! Beim Planen der Touren und dem Ausrüstungs-Check fällt uns allerdings auf, dass noch ein essenzielles Teil fehlt: Ein passender Schlafsack für Hüttentouren! Mist. Zum Glück bot sich die Möglichkeit, den Marmot Micron 40 zu testen.

Jeder Rucksackreisende weiß, dass ein Kilo mehr oder weniger den Unterschied im Tragekomfort und Spaß auf Tour ausmacht. Für mein geplantes Abenteuer weg vom Alltag und Großstadttrubel sollte es meine Kids und mich in die Sächsischen Schweiz mit einer Boofen-Übernachtung führen und kurz darauf zu einer Zugspitztour über den „Stopselzieher“. Da wurden mir beim Packen nochmal schmerzlich Größe und Gewicht meines bisherigen Schlafsacks bewusst. Um mindestens eine Nacht im Schlafsack unter den Sternen zu verbringen, hatte ich bisher mein „Monster“ aus Kunstfasern mit stattlichen knapp 2,3 kg dabei. Doch dieses Mal war es für mich keine Option, ich musste mein Packgewicht verringern: Ein Sommerschlafsack musste her.

Da kam mir der neue Hüttenschlafsack Micron 40 von Marmot, ein warmer und im Vergleich zu meinem Kunstfasermonster leichter Daunenschlafsack, gerade recht. Mein Gemüt und mein Rücken freuten sich schon jetzt über die Erleichterung und dem federleichten Komfort beim wohlverdienten Schlaf.

Der Micron 40 Daunenschlafsack hat mich mit seiner hochwertigen und warmen Daunenfüllung überzeugt, die nach dem Responsible Down Standard (RDS) zertifiziert ist. Obendrein ist er bluesign-zertifiziert.

Wenn man auf das Datenblatt schaut, erkennt man, dass der Micron 40 eine Komforttemperatur von 8 °C und eine Limittemperatur von 4 °C aufweist. Er ist eindeutig ein Sommerschlafsack, den man zugleich getrost auch an kühleren Tagen in den Berghütten verwenden kann. Im Zelt oder unter freiem Himmel könnte es außerhalb des Sommers allerdings kalt werden.

Das heißt: Man bleibt im Micron 40, der mit wasserabweisenden polnischer Gänsedaunen (Bauschkraft: 650 cuin) gefüllt ist, während des Sommerabenteuers warm und kuschelig. Dank der weichen Materialien gewährleistet der Micron 40 auch wirklich einen angenehmen Schlafkomfort und mit seinem geringen Gewicht lässt sich der Schlafsack nahezu unspürbar auf die Berghütte tragen.

Wie man auf meinen Vergleichsbild erkennt, ist mein „Monster“ wesentlich größer und schwerer als der 723 g  leichte Marmot-Schlafsack (= lang mit 198cm/ regulär 183cm: 620g), aber auch meinen „Sommer-Kunstfaserschlafsack“ aus alten Zeiten schlägt der Micron 40 locker.

Mit meinen 1,80m habe ich mich bewusst für die lange Variante entschieden und bereue es nicht; die reguläre Länge wäre mir viel zu kurz geworden. Der Packsack hat in der Long-Variante Maße von ca. 27 cm Höhe und etwa einen Durchmesser von 16cm – es bleibt also noch genug Platz im Rucksack für weiteres Equipment.

Am Tag unserer Wanderung zur Bussardboofe war es recht heiß, umso mehr freute mich der Gedanke, dass der durchgehende Reißverschluss mir ein komplettes Öffnen des Schlafsacks ermöglichen würde. So kann er auch als Decke verwendet werden. Möchte ich den Micron 40 nach der Benutzung auslüften, so kann ich ihn an den hierfür konzipierten Schlaufen seitlich aufhängen. Praktisch.

Mein Bündel Schlafkomfort aus zertifizierter 650er-Daunenfüllung mit Down-Defender-Daunenschutz für eine bessere Wasserbeständigkeit unter feuchten Bedingungen durfte sich nun in der ersten Nacht in der Boofe bewähren. Kälte, Regen und Nässe waren bei sehr sommerlichen Temperaturen nicht zu erwarten, dennoch ist es gut zu wissen, dass die durchgehenden Kammern des Schlafsacks höchste Wärmeleistung und einen geringen Verlust derselben bieten.

Wenn man nachts mal nicht weiß, ob Schlafsack auf oder zu, kann man sich beruhigt an den Haupt-Reißverschluss mit Anti-Snag-Schieber ausprobieren, da dieser ein Einklemmen des Gewebes mindert. Für mich Zappelphilipp kommt auch der anatomisch geformte Fußbereich gerade recht, denn der bietet eine bessere Isolierung und Bewegungsfreiheit für die Füße, also auch mehr Wärme und Komfort.

In der Boofe konnte ich bei warmen 22 °C Nachttemperaturen sehr angenehm schlafen. Ich fühlte mich trotz der Mumienform nicht eingeengt und musste das gute Stück ab und an öffnen, weil es doch zu warm wurde. Das Material hält also, was es verspricht. Im Kopfbereich konnte ich sogar noch ein Sea to Summit Aeros Ultralight Pillow einlegen, ohne Liege- und Platzkomfort zu verlieren. Wenn es kühl wird, kann man den Kopfbereich als Kapuze zusammenschnüren, dann soll der Schlafsack auch bis zu einer Temperatur von 8 °C warmhalten.

Eine Woche später ging es auf die Zugspitze mit einer Zwischenübernachtung auf 2213 m Höhe in der Wiener Neustädter Hütte. Hier lagen die nächtlichen Außentemperaturen bei etwa 6 °C, hinzu kamen einige Windböen. Im Matratzenlager hielt mich der Marmot-Sommerschlafsack mit langer Unterwäsche (sicherheitshalber) warm, auch wenn ich den Schlafsack dieses Mal komplett geschlossen hielt. Draußen im Freien in der Höhe und dem kalten nebligen Wetter wäre es mir sicherlich zu kalt geworden, in der Hütte hat mich der Marmot jedoch gut gewärmt.

Um zu sehen, wie sich der angenehme Micron 40 unter freiem Himmel anfühlt, probierte ich ihn am Seeufer nach meinen 2 Touren auch mal nachts bei ca. 15 °C aus und habe mit einer einfachen Matte unter mir, einem T-Shirt und Unterwäsche nicht gefroren. Aber wieder machte sich die leicht zusammengezogene eingearbeitete Schnur, um mich vor Wind zu schützen, im Kopfbereich negativ bemerkbar. So lange man windgeschützt, vor allem in Hütten und Zelten übernachtet, stört die Kapuze ungeöffnet nicht.

Die Verarbeitung des Marmot Micron 40 hat mir gut gefallen. Der Grundsatz, nur zertifizierte 650 Fill Power Down mit Down Defender zu benutzen gefällt mir sehr. Mit dem umlaufenden Reißverschluss in voller Länge bietet der Micron 40 eine hervorragende Belüftung und die Möglichkeit, sich in eine flache Decke umzuwandeln. Mit den zwei Hang Loops kann man den Schlafsack außerdem schnell durchlüften lassen, was ich als sehr praktisch empfand.

Der jeweils separate Pack- und Aufbewahrungssack ist inklusive. Das geringe Gewicht und das kleine Packmaß ist auf jeden Fall ein Pluspunkt für den Einsatz. Als großer Mensch (ab 1,80 m) sollte man auf jeden Fall die Long-Variante auswählen, damit es innen nicht zu eng wird. Hüttenwanderer landen mit dem Micron 40 auf jeden Fall einen Treffer.

+ nachhaltiger Schlafsack aus polnischer Gänsedaune mit 650 cuin Bauschkraft

+ mit Down Defender zur Verbesserung der Wasserbeständigkeit bei Nässe

+ für einen warmen Hütten- und Sommerschlafsack sehr günstig

+ erstaunlich kleines Packmaß

+ vorderes Teil als Latz aufklappbar für den morgendlichen Tee/ Kaffee 😊

+ leichtgängiger Reißverschluss

+ hält auch in milden Temperaturen bei ca. 15°C im Freien warm ohne zu schwitzig zu sein

+ Bewegungsfreiheit im Fußbereich und etwas „Stauraum“, wenn nötig

+ man kann ihn als Decke aufklappen

– störendes Bündchen an der Kapuze, wenn man sie zusammenschnürt

– nur Links-Zipper (wen es stört)

Micron 40

Micron 40

179.95€

Down Wash Eco

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9.95€

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