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Vorwärts zur Natur! – Zu Besuch bei Vaude in Obereisenbach

Manchmal ist es schon ziemlich cool, in so einem Laden wie dem tapir zu arbeiten. Nicht nur, dass wir gemeinsam jedes Jahr auf Testtour gehen können. Wir können auch, wenn sich die Gelegenheit ergibt, direkt bei den Firmen vorbeischauen, uns vor Ort in den Produktionsstätten und Kreativwerkstätten umschauen und mit den Verantwortlichen ins Gespräch kommen. So geschehen auch in diesem Jahr auf dem Rückweg von unserer Testtour im Allgäu. Das wir bei Edelrid waren, haben wir euch schon erzählt. Von da aus ging es auf direktem Weg zum Mittagessen in der Ökokantine bei Vaude. Lecker! Doch wir waren nicht nur zum Speisen vorbeigekommen, wir waren neugierig auf Vaude!

Also, wir waren wirklich neugierig, wie es vor Ort ausschaut, denn die Vorschusslorbeeren sind riesig: „Deutschlands nachhaltigste Marke“ 2015, Soul@Work Award 2017, GreenTec Award 2018 – um nur einige Preise aus den vergangenen Jahren zu nennen. Wir waren neugierig darauf, was sich hinter der Marke verbirgt, wie mit der propagierten Unternehmensphilosophie umgegangen wird. Und, wer die kreativen Köpfe sind, die sich Jahr für Jahr auf’s Neue bemühen, unseren gestiegenen Anforderungen an Bekleidung und Ausrüstung gerecht zu werden: Nachhaltige Produktion, Made in Europe (am liebsten Made in Germany),  Performance, Langlebigkeit und Leichtgewicht und nicht zu vernachlässigen, Stil und Coolness. Und wir hatten zudem ein paar kleine kritische Anmerkungen im Gepäck, die wir in der Diskussion auch losgeworden sind.

Wir erleben es im tapir immer wieder, dass Kunden nicht wissen dass sich hinter Vaude nicht nur ein deutsches Unternehmen verbirgt, sondern dass die Aussprache auch ohne französische Betonung auskommt. Gesprochen wird es also einfach zweisilbig: VAU-DE. Damit hätten wir schon mal das vorab erklärt.

Wie viele Markenstorys beginnt auch die von Vaude mit einem Menschen: Albrecht von Dewitz begeisterte sich in den 70er Jahren, als der Begriff „Outdoor“ noch gar nicht existierte, nicht nur für den Bergsport. Er hatte schnell erkannt, dass gute Ausrüstung rar ist und so gündete er 1974 das Unternehmen, welches er nach seinen Initialen v. D. benennt. Seit 1980 ist der Firmensitz mit Produktionshallen in Tettnang, genauer gesagt in Obereisenbach, wo auch heute noch beziehungsweise wieder ein Teil der Produktion herkommt. 2001 wurde auf dem Gelände nicht nur das Vaude-Kinderhaus angebaut, der Betriebskindergarten, sondern das war auch das Jahr, in dem die ersten Produkte nach dem ökologischen bluesign-Standard auf den Markt kamen. Die Erfolgsstory des Labels geht weiter, seit 2002 arbeiten Vaude und der DAV eng zusammen.

Dann wurde es ein wenig still um Vaude, ich erinnere mich auch noch an Zeiten, da suchte man von einigen Klassikern abgesehen Vaude-Produkte bei uns im tapir vergebens. 2009 übernahm seine Tochter Antje das Familienunternehmen, dass sie bis heute erfolgreich führt. Und Vaude startet wieder durch: 2010 wird das „Green Shape“ Label eingeführt, die Vaude Garantie für umweltfreundliche und ressourcenschonende Produktion. Da war es fast schon ein logischer Schritt, dass die Tettnanger seit 2011 mit dem WWF Deutschland kooperieren. 1% der Einnahmen aus dem Verkauf von Green Shape-Produkten fließt in Umweltschutzprojekte des WWF Deutschland.

2015 erhält Vaude den Leader-Status der Fair Wear Foundation (FWF) für das hohe Engagement für faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie weltweit. 96 Prozent der gesamten Produktion wird in Betrieben hergestellt, die nach den Vorgaben der FWF kontrolliert wurden. Im gleichen Jahr wird auch das nachhaltig umgebaute Firmengebäudes mit DGNB-Zertifizierung (deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) eingeweiht.

Und wir sind uns sicher, der Weg ist noch nicht zu Ende. Sie folgen einem Grundverständis und haben sich „auf den Weg zum nachhaltigsten Outdoor-Ausrüster Europas gemacht, damit mit unseren Produkten auch die Menschen von morgen die Natur genießen können.“ Wir sind gespannt, wie es weitergeht!

Die Produktionsstätten und Lieferanten in Asien und Europa wurden sorgfältig von Vaude ausgewählt und werden laufend überprüft. Logisch, wir hatten ja schon geschrieben, dass Vaude als Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) verpflichtet ist (und auch wirklich dahinter steht), einen strikten Verhaltenskodex (Code of Labour Practices) einzuhalten.

Neben der Produktion in Deutschland, wo mehr als 30 Mitarbeiter sich um wasserdichte Radtaschen, einen Alpinrucksck und die Packs ‘n Bags Kollektion Made in Germany kümmern. Das haben wir uns natürlich ganz genau angesehen. Und Parallellen zu Ortlieb entdeckt, was beide, Ortlieb und Vaude nicht gerne hören werden.

Ein wichtiger Standort ist die Produktion in Bim Son/Vietnam. Der Firmengründer sanierte 2008 dort ein ehemaliges Textilunternehmen und baute es nach seinen Vorstellungen um, damit es modernsten technischen und umweltrelevanten Standards entspricht. Geleitet wird die Arbeit in Vietnam der mehr als 1000 Mitarbeiter von einer einheimischen Geschäftsführerin die in engem Kontakt mit der Geschäftsführung in Tettnang steht. Aus Vietnam kommen vor allem viele Rucksäcke und die Taschenkollektion.

Alle anderen Sachen werden in Asien und Europa an unterschiedlichen Standorten produziert. Und auch hier gilt es, den Vorgaben der Tettnanger zu folgen.

Wir wissen, dass bei Vaude es oft darum geht, Sachen zu reparieren, statt, wenn ein Schaden entstanden ist, sie wegzuwerfen. Doch was passiert eigentlich mit Materialresten, mit Planen, die einen kleinen Fehler haben oder mit alten Taschenmodellen? Folgt man der Philosophie der Tettnanger, dann ist Wegwerfen keine Alternative. Deshalb haben wir uns neben dem „Großraumbüro“, in dem die Designer ihrer Arbeit nachgehen, auch lange in der Upcycling Werkstatt von Vaude umgesehen: „weil Wegwerfen Verschwendung wäre!“

Der Startschuss für das neue Projekt fiel im September 2017. Unter dem Motto „Vom Reststoff zum Rohstoff“ haben die Tettnanger eine kleine, feine Upcycling-Werkstatt gegründet, in der mit kreativen Ideen und handwerklichem Geschick schöne und praktische Produkte hergestellt werden – und jede einzelne Tasche ist ein echtes Unikat! Und nicht nur das. Das Projekt leistet einen wertvollen Beitrag zur Integration von Geflüchteten, die im Rahmen ihrer Arbeit in dem Projekt einen vertiefte Einblick in betriebliche Abläufe bekommen und zudem eine berufliche Perpektive aufgezeigt bekommen. Durch die Arbeit in der Recycling Werkstatt werden nach eigenen Angaben rund 900 kg Restmüll pro Jahr vermieden. Die Einkaufstaschen (Shopper) gibt es in zwei Größen und können im Vaude Outlet erworben werden, demnächst vielleicht auch in ausgewählten Stores.

Am Ende waren wir auch noch im Lager bei Vaude. Unsere Logistik-tapire waren ja auch mit uns auf Testtour und waren neugierig, wo und wie sich die Pakete zu uns auf den Weg machen. Dabei wurde schnell deutlich, dass es manchmal ein ziemlicher Spagat sein kann, einen schnellen Service anzubieten, heißt schnell auf individuelle Wünsche einzugehen und trotzdem nachhaltig die Sachen loszuschicken. Im CSR Report ist immer wieder die Rede davon, dass bei Vaude umweltfreulicher Materialeinsatz im Vordergrund steht. Heißt, 86 % des Papierverbrauchs am Standort Tettnang-Obereisenbach besteht aus Recycling-Papier. Papier, dazu gehören neben Drucker- und Kopierpapier auch die Orderbücher, mit denen auch wir im tapir arbeiten. Um Papier zu sparen, wurde konsequent auf sogenannten Endverbraucher-Katalog verzichtet.

In der Konsequenz dieses Ansatzes würde es auch heißen, dass beim Verschicken von Paketen auf einen mininmalen Materialeinsatz geachtet wird. Unserer Meinung nach gibt es da aber einen kleinen Widerspruch zwischen Theorie (dem oben beschriebenen Ansatz) und der praktischen Umsetzung, was Verpackungsgröße, Einzelverpackungen, Plasteeinsatz und ähnlichem angeht. Eben ein Balanceakt zwischen Service auf der einen Seite – die Kunden wollen schnell und sauber verpackte Ware – und dem Ansatz, so wenig Verpackungsmüll wie möglich zu produzieren. Wir haben es vor Ort angesprochen und wollen dazu weiter mit Vaude im Dialog bleiben.

Wir werden sehen, wie es weitergeht und halten euch über die neuen Entwicklungen auch weiter auf dem Laufenden.

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