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Teaserbild: Den tapiren in die Rucksäcke geschaut: Packlisten für’s Klettersteiggehen

Den tapiren in die Rucksäcke geschaut: Packlisten für’s Klettersteiggehen

Na, ist der Rucksack mal wieder zu schwer? Wieder einmal zu viel eingepackt? Was muss unbedingt mit und was ist Luxus auf Tour? Und wieso haben die Leute auf den Fotos nur einen kleinen Wanderrucksack auf dem Rücken, während der eigene Tourenrucksack schon fast aus allen Nähten platzt? In unserer neuen Reihe hier im Blog schauen wir den tapiren in die Ruck- oder Packsäcke. Und fragen einfach mal nach, was sie auf Tour mit sich führen, was ihre must haves sind oder was bei ihnen eigentlich nur aus Komfortgründen dabei ist. Am Ende gibt es, quasi als Empfehlung, eine Packliste von uns für euch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen. Diesmal geht es ums Klettersteiggehen.

Klettersteige sind in den letzten Jahren ziemlich populär geworden, das Thema Sicherheit am Berg steht im Fokus. Doch ein sanierter, sicherer Klettersteig ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite geht es mit Blick auf Wetter, Höhe und Art des Steigs um die richtige Ausrüstung für die Ferrata. Denn sehr viele Klettersteige befinden sich im Hochgebirge, oft in alpinen Zonen. Ein Wettersturz kann schnell zu einer unangenehmen, ja, auch gefährlichen Situation führen. Doch auch in den Mittelgebirgen, denken wir dabei an die Sächsische Schweiz, kann Regen dazu führen, dass Klettersteiganlagen nur noch schwer beherrschbar sind. Wer schon einmal ein nasses Stahlseil in der Hand hatte, weiß, wovon wir reden. Und wenn dann auch noch die Felsoberfläche eher die Konsistenz von Schmierseife annimmt, kann es schnell auch in tieferen Lagen gefährlich werden.

Wenn es steil nach oben geht, dann ist die richtige Bekleidung genauso wichtig wie das entsprechende Klettersteig-Equipment.

Bevor es ans Packen geht, sollte man sich bei der Vorbereitung mit der Art des Klettersteigs auseinandergesetzt haben. Es gibt die versicherten Steige, d. h. einfachen Wanderwegen mit nur stellenweise gesicherten Passagen, bei denen teilweise das Klettersteigset kaum oder gar nicht zum Einsatz kommt. Daneben unterscheiden wir zwischen den klassischen Klettersteigen und Sportklettersteiganlagen sowie den alpinen Klettersteigtouren. Alle Varianten gibt es in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und die ersten beiden Varianten haben oft ein durchgängiges Drahtseil als Sicherung verbaut. In alpinen Klettersteigen kann es auch ungesicherte Passagen oder ungesicherte Kletterstellen geben und man sollte sich gut in den Bergen orientieren können.
Heißt: Je nach Tour kann auch hier noch das ein oder andere Ausrüstungsteil hinzukommen.

Wer im Klettersteig beziehungsweise im alpinen Gelände länger als einen Tag unterwegs ist, benötigt zusätzlich noch Ausrüstung für die Übernachtung und Verpflegung. Wer vor hat, die Nacht in einem Biwak oder einer Schutzhütte zu verbringen, braucht ebenfalls weiteres Equipment für eine gute Zeit draußen unterm freien Himmel. Gleiches gilt für Hüttentouren, auch da kann es im Rucksack etwas anders aussehen.
Deshalb hier als Anregung unsere Packliste zum Speichern oder Drucken für euch.

Klettersteigausrüstung:

Bekleidung

Notfall

Verpflegung

Zum Thema Biwakieren wird es nachfolgend eine eigene Checkliste geben.

Soweit auch hier zur grauen Theorie! Befragen wir doch mal die tapire, welche Sachen bei ihnen auf Klettersteigen einen angestammten Platz im Rucksack haben!

Sandra: „Für mich bedeutet, einen Klettersteig zu gehen, ganz schön nah dran am Berg zu sein und irgendwie auch nicht unmittelbar weg und runter zu können. Also auf jeden Fall eine Sache, bei der ich darauf vorbereitet sein möchte, dass das Wetter umschlägt oder jemanden die Kräfte verlassen. Ich habe also neben Regenbekleidung immer eine leichte Daunenjacke und einen Biwaksack einstecken. Klar, dass ein paar Riegel und auf jeden Fall Wasser dabei sind! Und für den geordneten Rückzug immer Selbstsicherung und Abseilgerät und je nach Klettersteig ein kurzes Seil oder auch ein wirkliches Kletterseil, falls es lange Abseilpassagen gibt. Zwei Schraubkarabiner, zwei Exen und ein paar verschieden lange Schlingen sind natürlich auch im Rucksack, denn blöd wäre es, wenn man hätte etwas bauen können aber leider nix dabei hat. Das Mehr an Gewicht schleppe ich für mein persönliches gutes Gefühl und die Option des sicheren Rückzuges gern durch die Gegend.“

Carsten: „Du schon wieder! *grinst* Na, wenn man es genau nimmt, ist es wie beim alpinen Klettern – man schleppt alles bis an den Berg heran. Also steht auch auf dem Klettersteig bei mir die Gewichtsoptimierung im Vordergrund. Das heißt aber nicht, dass ich auf einige wichtige Sachen verzichte, erst recht nicht, wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin oder wie auf unserer Testtour für andere auf dem Klettersteig mitverantwortlich bin. Dabei versuche ich, mit einem Rucksack auszukommen, der nicht größer als 35 Liter sein sollte – eher kleiner. Ich habe neben meiner persönlichen Klettersteigausrüstung (Gurt, Helm, Set, Handschuhe sowie ein paar zusätzliche Bandschlingen und Schraubkarabiner …) ein Kurzseil sowie ein Sicherungsgerät im beziehungsweise am Rucksack. Dazu kommen noch eine Stirnlampe (wenn es mal wieder länger dauert) und ein Erste-Hilfe-Set, Essen und Trinken (gern auch was Süßes für unterwegs) und meine Trinkblase (2-3 Liter). Vom aktuellen Wetter abhängig ist die Bekleidung, die mit im Gepäck ist, also Regenjacke und Regenhose, Buff gegen die Sonne oder eine dünne Mütze für den Schatten. Je nach Wetter habe ich auch noch ein T-Shirt zum Wechseln dabei. Und damit wir uns nicht schon im Zustieg verlaufen, gehören eine Karte und der Kompass oder ein GPS dazu. Ja, auch ich nutze Faltstöcke (für Zu- und Abstieg).

Das ist das, was ich immer mitnehme. Bei einer größeren Gruppe braucht nicht jeder ein Erste-Hilfe-Set, ein Kurzseil und zusätzliche Karabiner und Schlingen. Das sollte aber  beispielsweise in einer Dreiergruppe mindestens einmal vorhanden sein!“

Ander: „Neben der natürlich sicherheitstechnischen Grundausrüstung finde ich auf Klettersteigen vor allem das Trinksystem im Rucksack unverzichtbar. Denn auf dem Klettersteig mit Trinkflaschen zu hantieren, finde ich schwierig. Ich habe dann oft erst eine Trinkpause gemacht, wenn ich kurz vor dem Verdursten war. Dann trinkt man viel zu viel auf einmal und läuft mit Wasserbauch weiter. Mit einem Trinksystem sorgt man für eine konstante Flüssigkeitszufuhr, hat die Hände frei und die Last von 3 Kilo Wasser schön nah am Körper positioniert.
Bei der Sicherheitsausrüstung ist ein gut belüfteter Helm viel wert, da man diesen bei körperlicher Anstrengung den ganzen Tag trägt. Ich bin seit Jahren mit meinem Petzl Meteor sehr zufrieden. Klettersteighandschuhe schaden nicht, hier kann man aber (auch wenn es jetzt für uns geschäftsschädigend ist) auch sehr gut mit den ganz engen, elastischen Schutzhandschuhen aus dem Baumarkt klarkommen, die auf der Innenseite leicht gummiert sind. Die funktionieren auch, wenn es mal etwas kälter wird.“

Simone: „Zu dem ganzen Klettersteiggeraffel haben meine Vorredner schon viel gesagt. Ich bin gerade dabei, meine etwas in die Jahre gekommene Ausrüstung auszutauschen und dabei auch mehr auf das Eigengewicht der Sachen zu achten. So schleiche ich derzeit um den Kletterhelm Vapor von Black Diamond herum. Er hat mich auf der Testtour ziemlich begeistert. Gut belüftet und man spürt ihn kaum auf dem Kopf.

Neben der Klettersteigausrüstung gehören, wie von Carsten und Sandra schon beschrieben, immer auch ein Kurzseil, Karabiner und Schlingen sowie ein Tuber (Sicherungs- und Abseilgerät) dazu. Ich habe, außer wenn es richtig kalt ist, bisher noch keine Handschuhe im Steig genutzt und statt Trinkblase trage ich rollbare Trinkflaschen durch die Gegend.

In den letzten Jahren war ich eher auf Mehrtagestouren mit Klettersteigeinlagen unterwegs und das auch oft erst Anfang September. Da hat es schon ziemliche Wetterumschwünge in den Dolomiten gegeben, in der Brenta fiel das Thermometer in dem einen Jahr um mehr als 30°C! Mein Rucksack ist dann etwas größer (40 Liter), da ich neben einem Hüttenschlafsack (oder einem kleinen Sommerschlafsack), einem leichten Isolationsjäckchen (Atom LT Hoody) und, je nach Höhenlage und Tour, Steigeisen mitgenommen habe. Außerdem, und das ist purer Luxus, haben ein Paar Teva-Sandalen einen festen Platz in meinem Rucksack (als Hüttenschuhe oder zum Rumschlumpern nach der Tour). Tja, und dann darf bei einer Mehrtagestour in den Dolomiten oft auch noch der große Fotoapparat im Rucksack nicht fehlen.“

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