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Teaserbild: Testbericht: Pfiffiges Fliegengewicht – Das Hornet 2 Zelt von Nemo

Testbericht: Pfiffiges Fliegengewicht – Das Hornet 2 Zelt von Nemo

Seit 2 Jahren gibt es im tapir mit dem Hornet 2 ein Zelt der Firma Nemo im Programm. Nemo kommt aus den USA und ist dort in der auf Gewicht bedachten Backpackerszene sehr bekannt. Nun liegt es in der überarbeiteten Version 2019 vor mir und landet zuerst auf der Waage: 1099 g zeigt die digitale Realität und liegt damit im absolut untersten Bereich für ein 2-Personenzelt. Da gibt es nicht viele, die in dieser Liga mitspielen können.

gestaltet sich als relativ einfach und intuitiv. Außenzelt, Innenzelt, Gestänge und 6 Heringe, mehr braucht es erst mal nicht.
Das Gestänge besteht aus DAC Featherlight NFL (eines der leichtesten Aluminiumgestänge auf dem Markt) mit einem Durchmesser von 8,7 mm und ist ab diesem Jahr farblich so abgestimmt, dass es eigentlich gar nicht mehr möglich ist, beim Aufbau etwas falsch zu machen: die beiden schwarzen Gestängeenden rasten in die beiden Jake’s Foot genannten Aufnahmen am Kopfende des Innenzeltes fest ein und der goldene Bogen, der über einen Connector mit den schwarzen Segmenten zu einem “Y” verbunden ist, wird am Fußende in eine gelb markierte Öse geführt. Dann 3 Clips eingehangen und die seit diesem Jahr neuen Flybars gefixt – das war’s. Die Flybars sehen aus wie zweiflügelige Propeller und ziehen das Innenzelt im Kopfbereich auseinander, sodass beim Sitzen im Vergleich zum Vorgänger ein besseres Raumgefühl entsteht.
Das Überzelt aus außen silikonisiertem und innen polyurethanbeschichtetem 10-Den-Ripstop-Nylon wird über das Innenzelt geworfen. Bevor das Außenzelt abgespannt wird, ist es sinnvoll, dieses noch mittels Klett am Gestänge zu fixieren, damit ein guter Sitz garantiert ist. Danach wird das Außenzelt am Kopfende des Innenzeltes mit zwei Haken an die Jake’s Feet geklickt. Am Fußende werden Innen- und Außenzelt mit zwei Heringen abgespannt. Zwei weitere Heringe am Kopfende sorgen für die nötige Spannung und die restlichen zwei Heringe spannen die zwei Vorräume ab. Mit zwei kurzen Leinen kann man zum Schluss, jeweils in der Nähe der Innenzelt-Eingänge, Innen und Außenzelt miteinender verbinden und so die seitlichen Innenzeltwände nach außen ziehen, so dass, zusammen mit den Effekten durch die Flybars, ein gutes Raumgefühl beim Sitzen im Hornet 2 entsteht..
Dem Zelt liegen noch vier Abspannleinen (ohne Zeltspanner) bei, die das Gestänge bei starkem Wind entlasten sollen. Die zum Abspannen nötigen Heringe sucht man vergeblich – hier muss bei Bedarf nachgerüstet werden.

In der Leichtgewichtsszene ist das Hornet 2 auch deshalb besonders beliebt, weil es eines der wenigen ist, das als 2-Personen-Zelt mit zwei Eingängen daherkommt. Viele Mitbewerber verzichten auf zweiten Eingang, um Gewicht zu sparen, reduzieren dadurch aber auch den Komfort in der Benutzung deutlich, da sich dann zwei Personen einen Vorraum teilen müssen. Der zweite Eingang dient auch einer höheren Windstabiltät, da dieser durch einen zusätzlichen Abspannpunkt mehr Spannung auf das Außenzelt bringt.
Die Innenzeltfläche ist, wie bei Leichtgewichtszelten üblich, nicht gerade üppig und konisch geschnitten. Im Kopf/Schulterbereich stehen 1,3 m in der Breite zur Verfügung, im Fußbereich sind es dann noch 1,08 m. Ausreichend für zwei 51 cm breite Isomatten, die am besten auch noch mumienförmig geschnitten sind.
Die Länge ist mit 2,15 m nicht überdimensioniert, aber durch die seit diesem Jahr neuen, im Innenzelt eingenähten Aufsteller stoßen die Füße auch bei größeren Menschen nicht am Innenzelt an. Bei Personen, die mit einer 183 cm langen Isomatte auskommen, bleibt sogar noch Platz, um einen Teil der Ausrüstung am Fußende zu lagern. Um Gewicht zu sparen, beginnt das Außenzelt am Kopfende erst in ca. 50 cm Höhe. Den Regenschutz übernimmt die in diesem Bereich hochgezogen Bodenwanne. Diese Konstruktion führt außerdem zu einer hervorragenden Belüftung, sodass ich keine Probleme mit Kondenswasser hatte.
Im Innenzelt befinden sich jeweils eine Tasche am Eingang und ein “Flashlightpocket” an der Decke für Stirnlampen oder andere Lichtquellen. Die dort deponierte Lampe strahlt das Zelt gut aus, da die Unterseite der Ablage aus einem milchigen, Licht verstreuenden Stoff besteht.

Dem nächtlichen Regen hat das Außenzelt problemlos standgehalten und auch am Boden gab es keine nassen Stellen. Aufgrund des dünnen Bodenmaterials empfehle ich aber auf jeden Fall eine Zeltunterlage (das Original von Nemo oder ein passend zugeschnittenes Stück Tyvek­®-Folie). In der Apsis ist Platz für Schuhe und einen 40-Liter-Rucksack.
Bei den Abspannleinen reicht meines Erachtens die Leine, die mittig am Kopfende angebracht ist. Diese vergrößert den Abstand zwischen Innen und Außenzelt und verbessert die Belüftung. Tauscht man die 3 weiteren Leinen gegen einen Hering bleibt das Gewicht auch wieder gleich 🙂
Ich habe in dem Zelt alleine herrlich geschlafen und kann mir gut vorstellen, dass sich zwei Personen, die nicht größer als 1,80 m sind, gut mit dem Platzangebot arrangieren können. Kondenswasser war aufgrund der guten Belüftung nicht auszumachen. Das Zelt ist am nächsten Tag bei etwas Wind und bedecktem Himmel auch schnell wieder trocken geworden. Das Zusammenpacken ging sehr schnell: Innen- und Außenzelt werden in den Packsack gestopft und damit reduziert sich das Zelt auf ca. 3 Liter Volumen. Das Gestänge und die Heringe werden am Rucksack an der Seite verstaut.
Das war’s.

Mit knapp über einem Kilo ist das Hornet 2 von Nemo nicht das leichteste, aber auf Grund der zwei Eingänge/ Vorräume eines der komfortabelsten leichten 2-Personen-Zelte mit bevorzugtem Einsatz von Frühjahr bis Herbst in gemäßigten Klimazonen. Beide Personen haben ihren eigenen Ein- und Ausgang und die Möglichkeit, sich ihren Bereich getrennt einzurichten. Die Veränderungen im Vergleich zum Vorgängermodell erweitern das Raumangebot im Kopf- und Fußbereich beträchtlich. Selbst ein kompletter Regentag lässt sich in Verbindung mit einem guten Buch in diesem Zelt hervorragend aushalten.
Für meine 5 Monate dauernde Solotour von Leipzig nach Santiago de Compostela kommt es mir schon fast wie ein Palast vor und ich freue mich auf wundervolle Nächte auf dem Weg dorthin. In einen Hering und ein Footprint werde ich noch investieren und dann kann es losgehen! Ach ja, Nemo spricht seit diesem Jahr nicht mehr von einem “freistehenden” Zelt und das ist auch gut so. Diese Formulierung hat zu einiger – aus meiner Sicht auch berechtigter – Kritik geführt, da damit eine Erwartungshaltung erzeugt und dann eben nicht erfüllt wird. Vergessen wir das einfach und sind uns sicher, dass die stabilen 6 Heringe in fast jedem Boden halten. Und wenn nicht, dann seid kreativ :).

+ bestes Platz-zu-Gewicht-Verhältnis bei größtmöglichem Komfort
+ pfiffige Ideen für einfachen Aufbau (Jake’s Foot), Raumgewinn (Flybar und Aufstellstangen in der Fußbox) und Flexibilität beim Verpacken (größenverstellbarer Packsack)
+ hochwertige Verarbeitung

– fällt mir ehrlich gesagt nicht so richtig was ein

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