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Testbericht: BACH beschreitet neue Wege mit dem Molecule 50

Testbericht: BACH beschreitet neue Wege mit dem Molecule 50

Mit dem Molecule 50 geht BACH EQUIPMENT neue Wege. Leicht ist er, der Molecule, und zugleich modular zusammen gesetzt. Das niedrige Grundgewicht und  robuste Stoffe geben sich hier die Hand – ausführliche Tests in Franken, auf der tapir-Testtour und auf Bornholm haben gezeigt, dass der Molecule ein beachtenswerter Neuzugang des BACH-Sortiments darstellt. Warum er zugleich nicht der richtige Rucksack für jede:n ist, lest ihr hier im Testbericht.

Der Molecule 50 hat mich auf drei Touren begleitet. Seine Premiere hatte er auf der BACH Wilderniss Night in Franken, wo wir gemeinsam einige Tage miteinander in leicht hügeligem und bewaldetem Gelände verbrachten. Sowohlvon der Tour als auch von der Zuladung her wurde BACHs neuer Rucksack dabei keinesfalls an seine Grenzen geführt. Anspruchsvoller wurde es dann in meinem darauf folgenden Urlaub in Bornholm, wo wir auf 120 km gemeinsam die Insel umrundeten. Abschließend entschied ich mich dann auch bei unserer diesjährige tapir-Testtour im Altmühltal für den Molecule 50, da er mir auf den ersten beiden Touren bereits gut gefiel, ich das ein oder andere aber noch ausprobieren wollte.

Mit dem Molecule 50 beschreitet BACH neue Wege, ist es doch einer der leichtesten Rucksäcke, die die Schweizer bis dato auf den Markt gebracht haben. Maximale Gewichtsreduzierend bei zeitgleich maximalem Tragekomfort ist die Devise, nach der BACH das Modell designt hat. Lasst uns also über Gewicht sprechen.

In der Regular-Größe wiegt der Molecule in voller Ausstattung gerade einmal 1.050 g – ein ziemlich überzeugendes Leichtgewicht für ein 50 Liter-Modell. Das schicke an diesem Rucksack: mehrere Teile lassen sich bei Bedarf abmontieren, und das Gewicht somit auf saftige 740 g (Gr. Regular) drücken. Das ist schon ziemlich leicht!

Aber macht das auch Sinn? Nun, je nachdem. Das Deckelfach lässt sich einfach und unkompliziert entfernen (-110 g). Durch die zahlreichen Schlaufen lässt es sich improvisiert auch an einem Gürtel oder einer Wanderhose als Mini-Pack anbringen, in den gut und gerne Verpflegung für einen ganzen Ausflug hinein passt. Das ist zwar nicht so vorgesehen, funktioniert aber trotzdem. Des Weiteren lässt sich die Hüftgurttasche abbauen (-30 g), wobei das Wiederbefestigen vom Träger einiges an Geduld und Fingerspitzengefühl voraussetzt. Im Gegensatz dazu lassen sich die vier Kordeln schnell und einfach wegrationalisieren (je -5 g). Wer auch wirklich das letzte bisschen aus dem Molecule rausholen will – im wahrsten Sinne des Wortes – kann auch die PE-Rückenplatte herausnehmen (-150 g). Was bleibt, ist ein nun rollbarer Einkammerrucksack, der nach wie vor aus hochwertigen Materialien besteht. Die Rückenplatte zu entfernen empfiehlt sich allerdings nur für erfahrene Packer:innen, die entsprechend ausgerüstet sind um eine Rückenplatte z. B. durch eine Isomatte zu ersetzen.

Persönlich hat mir auf meinen Touren das Grundgewicht von 1.050 g gereicht, und ich habe alle Funktionen des Rucksacks genutzt. Auf zukünftigen Touren habe ich vor, das Deckelfach dann und wann zu Hause zu lassen.

Nach Aussage von BACH Product Manager Maarten Harteveld war das Ziel, den Molecule 50 möglichst leicht zu gestalten, und zugleich das von BACH gewohnte angenehme Tragegefühl zu gewährleisten. Letzteres wird durch die PE-Rückenplatte mit umlaufendem Federstahldraht sichergestellt, der die nötige Stabilität liefert. Hinzu kommt eine Mischung aus offen- und geschlossenporigem Schaumstoff mit einer großen Belüftungsöffnung im Zentrum. Das Rückensystem empfand ich wie von BACH gewohnt als äußerst angenehm (was kein Wunder ist, mein Rücken ist über die Jahre komplett auf BACH-Rucksäcke gedeicht worden …).

Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich der Hüftgurt, der im Vergleich zu Shield 45, Journeyman & Co deutlich weniger gepolstert ist. Der lieben Gewichtsersparnis wegen. Nach einer kurzen Eingewöhnung von 2-3 Tagen hatte ich mich daran allerdings fix gewöhnt – eine erste positive Überraschung. Nach dieser kurzen Eingewöhnungsphase empfand ich den Molecule 50 dann als sehr angenehm, auch bei rund 16 kg Gepäck.

An einem normalen Ruckack wird oft meterweise Gurtband als Kompressionsriemen verarbeitet – um auch hier Gewicht zu sparen, hat BACH die Kompressionsriemen nicht einfach durch dünneres Gurtband, sondern durch reflektierendes Paracord, ersetzt. Über den Packsack verteilt sind kleine Daisychains angebracht, die Sehr gut mit dem Paracord zusammen passen. Es ergeben sich zahlreiche kreative Befestigungsmöglichkeiten, die über die Funktionsmöglichkeiten vergleichbarer Modelle weit hinaus reichen. Handtücher, nasse Außenzelte, all das kann exakt befestigt werden. Hier spielt der Molecule 50 seine Stärke aus: er gibt dem Träger / der Trägerin das Werkzeug an die Hand, ideale Befestigungsmöglichkeiten zu finden, ohne diese vorher klar vorzudefinieren.

Das Festziehen des Paracords funktioniert hervorragend, ist allerdings ebenfalls mit einer Eingewöhnungszeit verbunden: die Genialität des Molecule 50 fällt nicht sofort ins Auge, sondern offenbart sich erst nach täglicher, routinierter Nutzung auf Tour.

Unglücklicherweise ist BACH bei der Konzeption ein Schönheitsfehler unterlaufen, der in diesem Test Erwähnung finden muss: bei den kleinen Tankas, an denen das Paracord abschließt, wurde ein kleiner Knoten in der Schnur vergessen. Kam Zug auf das Paracord, konnte es sich so ungewollt lösen. Sehr ärgerlich. Die Cords lassen sich zwar allesamt binnen weniger Minuten richtig befestigen und einstellen, doch darf so etwas der Quality Control eigentlich nicht entgehen, speziell nicht bei einer so hochkarätigen Marke. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang auch, dass die originalen Muster diesen Fehler wohl nicht aufwiesen. Einmal kann so etwas passieren, aber wiederholen sollte sich dies nicht.

Kleines Zwischenfazit: der Molecule 50 macht nach der initialen Eingewöhnungsphase richtig Spaß und die Paracords sind eine gut funktionierende Befestigungs- und Kompressionsalternative zu herkömmlichem Gurtband.

Es fiel mit anfangs durchaus schwer, mich mit dem Molecule 50 anzufreunden. Zu fiddelig, zu verspielt, kam mir der Tourenrucksack anfangs vor. Und dann fehlte auch noch der Frontzugriff! Ein echtes Manko für mich, hatte ich mich doch seit Jahren an das Packen von vorne gewöhnt. Hinzu kam der wenig gepolsterte Hüftgurt, der mir anfangs keine große Freude bereitete.

Nach den ersten Tagen der BACH Wildernis Tour zeichnete sich allerdings ab, dass dieses kleine Biest mehr drauf hat, als es den Anschein macht. Das Packen gelang immer besser, und auch der Hüftgurt passte sich immer mehr an. Auf meiner einwöchigen Wanderung auf Bornholm hatte ich das Fehlen des Frontzugriffs dann schon beinahe gänzlich vergessen. Im alltäglichen Handling gefiel mir außerdem der wertige Eindruck, den der Molecule 50 in der aktiven Nutzung hinterließ. Alles war funktional und schlicht eingerichtet, kein Teil überflüssig.

Zum Zeitpunkt der tapir Testtour war ich schließlich schon sehr mit dem Molecule vertraut und packte ihn wie selbstverständlich von oben. Der reduzierte Formfaktor hat mir dabei besonders gefallen.

Details wie der weiße Innenliner, der das Finden von Ausrüstung erleichtert, und der reflektierende Faden der Kompressionscords haben dabei immer wieder positive Gefühle geweckt. Tatsächlich habe ich auf Zeltplätzen meine Ecke Dank des Rucksacks schon von weitem erkannt!

Der Molecule ist so zusammengesetzt, dass sich das ohnehin geringe Grundgewicht (Large: 1160 g / Regular: 1050 g) weiter reduzieren lässt:

  • das Deckefach lässt sich abnehmen (einfach, -110 g)
  • ebenso die Reißverschluss-Tasche am Hüftgurt (kompliziert, nur was für Gewichtsfetischist:innen, -30 g)
  • die PE-Rückenplatte (einfach, Rucksack-Packsack ist ohne die Platte komplett rollbar, dafür kein gutes Tragegefühl mehr, -150 g)
  • die 4 Paracord-Kordeln (je -5 g, einfach)

So landet man bei einem Minimalgewicht von 850 g (Large), respektive 740 g (Regular). Nicht schlecht!

Der Molecule 50 verfügt übrigens über keinerlei Regenhülle. Das Material ist zwar beschichtet und leicht wasserabweisend, wasserdicht ist der Rucksack aber nicht. Hier empfiehlt sich ein Packliner, eine zusätzliche Regenhülle oder – die meines Erachtens smarteste Version – das Verpacken in wasserdichte Packsäcke. Auf den Touren hat es immer mal wieder geregnet. Bei kurzen Schauern hielt der Rucksack im Hauptfach dicht, nicht doch im Deckelfach. Nur einmal regnete es wirklich heftig, und in diesem Fall bin ich dankbar gewesen, wasserdichte Packsäcke verwendet zu haben.

Der Molecule 50 ist ein funktionaler, cleaner Einkammerrucksack. Er wird insbesondere allen, die ihr Packgewicht reduzieren möchten, zur Freude gereichen. Trotz des geringen Gewichts kann BACH seine Erfahrung und Stärken im Tragesystem wieder voll ausspielen: der Molecule 50 trägt sich auch bei maximaler Zuladung top.

Die reflektierenden Paracords sind ein zweischneidiges Schwert. Sie bieten zahlreiche Möglichkeiten, sind in der Verwendung aber auch gewöhnungsbedürftig. Wer Geduld hat, wird sich später belohnt sehen.

Der Molecule 50 lässt sich deutlich mehr als so manch anderer Rucksack den eigenen Bedürfnissen und Tragegewohnheiten anpassen. Daher wird er insbesondere bei Experimentierfreudigen und Optimierungswilligen für Begeisterung sorgen.

Insgesamt ist der Molecule 50 ein Rucksack für erfahrenere Nutzer, der seine wahren Stärken nicht sofort offenbart, sondern auf Tour ausspielt – und hier ganz klar zeigt, dass er für so ziemlich alles eingesetzt werden kann.

+ extrem vielseitiger Rucksack

+ bequemes Tragesystem

+ extrem leicht und auf eigene Bedürfnisse anpassbar (viele Teile abbaubar)

+/- Paracords in der Bedienung gewöhnungsbedürftig

– unnötiger Patzer bei der Quality Control / kann mal passieren, sollte sich aber nicht wiederholen

Molecule 50

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