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Teaserbild: Testbericht: Auf Radtour im Leipziger Umland mit dem Wechsel Exogen 1 Solozelt

Testbericht: Auf Radtour im Leipziger Umland mit dem Wechsel Exogen 1 Solozelt

An Solozelte werden allerlei Anforderungen gestellt: Sie sollen leicht und robust, leicht aufzubauen und zugleich möglichst geräumig sein. Jens vom tapir-Testteam hat sich für ein paar Tage unser Exogen 1 geschnappt und damit eine kleine regionale Radtour unternommen. Dabei hat er sich das 1-Person-Zelt sehr genau angeschaut und viel ausprobiert. Lest selbst, wie sich Wechsels Leichtgewicht in der Praxis geschlagen hat!

Mit Beginn des Frühlings wächst der Drang nach Frischluft. Also vier Tage freischaufeln und ab aufs Rad! Zum Glück suchte der tapir gerade nach einem Tester für das leichte 1-Person-Zelt Exogen 1 aus dem Hause Wechsel und so konnte ich von Unterkünften unabhängig mit Zelt auf meine kleine Radtour starten. Insgesamt waren es vier Tage im Sattel: Von Leipzig zur Saalemündung und von dort aus die Elbe hoch nach Riesa. Anschließend den Jahnatalradweg nach Döbeln, dann wieder die Mulde runter nach Grimma und zurück nach Leipzig. Insgesamt waren es über 470 km bzw. drei Nächte im Zelt.

Das Exogen 1 ist ein freistehender Geodät der Berliner Zeltschmiede Wechsel. Es wiegt 1480 g bei einer Innenzelt-Grundfläche von 215 x 70 x 95 cm. Das Packmaß ist mit 45 x 15 cm angegeben, im Praxistest konnte ich es aber auch noch ca. 3 cm im Umfang reduzieren. Das bei tapir beiliegende Groundsheet schlägt mit 230 g zu Buche. Im Vergleich zu anderen Solozelten zählt das Exogen 1 damit zu den Leichtgewichten. Das Material des Außenzeltes besteht aus silikonbeschichtetem Ripstop-Nylon 20 D mit einer Wassersäule von 3.000 mm, das Innenzelt aus einem wasserabweisenden Ripstop-Nylon 20 D und der Boden aus polyurethanbeschichtetem Ripstop-Nylon 40 D (Wassersäule: 5.000 mm) mit getapten Nähten. Der Lieferumfang des Zelts besteht aus Innen- sowie Außenzelt, 2 Gestängebögen, 10 Heringen, 2 Reparaturhülsen und dem Packsack.

Das Wechsel Exogen 1 lässt sich sehr intuitiv aufbauen und ist schnell aufgestellt. Die rote Markierung an einer der Zeltecken dient hierbei immer zur Orientierung beim Aufbau. Somit ist jederzeit erkenntlich, wo welches Teil hingehört.

Ich habe immer das Außenzelt zuerst aufgebaut und deshalb mit dem Abspannen des Groundsheets angefangen. Positiv ist mir hier aufgefallen, dass die Schlaufen an den Ecken des Groundsheets sowie des Innenzeltes doppelt gelegt sind. Damit lässt sich der Platz für den Hering variieren, falls der letzte Hering (gemäß Murphy’s Law) mal nicht rein will. Als Heringe wurden solide V-Profile mit einer Kerbe für die Abspannleinen verwendet. Danach fädelt man das Aluminiumgestänge zusammen und steckt es in die Ösen am Groundsheet. Danach kommt das Außenzelt über das Gestänge und wird mithilfe von Schnallen am Groundsheet befestigt. Hier kann man auch noch mal den Abstand zwischen Außenzelt und Boden leicht regulieren. Das Außenzelt des Exogen 1 kann danach, vor allem bei viel Wind, noch punktuell mit den Gestänge verknotet werden. Dazu befinden sich Schlaufen auf der Innenseite des Außenzeltes. Daraufhin kann man das Innenzelt an den Heringen des Groundsheets befestigen und dann, im Schutz des Außenzeltes, das Innenzelt in das Gestänge einhängen. Mit den restlichen vier Heringen noch das Zelt bzw. die Belüftung abspannen, damit ist man fertig.
Zu beachten ist, dass nur mit dem Groundsheet das Außenzelt zuerst aufgebaut werden kann. Ohne Groundsheet nutzt man für das Aufspannen des Gestänges die Ösen am Innenzelt. Dann wird das Innenzelt an das Gestänge geclipt und zum Schluss das Außenzelt über das Innenzelt geworfen. Der Abbau des Zeltes geht, in umgekehrter Reihenfolge, auch sehr einfach von der Hand.

Prinzipiell habe ich mich im Exogen 1 sehr wohl gefühlt. Es macht einen sehr stabilen Eindruck und stand auch bei mäßigem Wind sehr gut. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass Wechsel mehr Augenmerk auf die Robustheit des Zeltes als auf ein minimales Zeltgewicht legt. Durch die Belüftung am Kopf- und Fußteil hatte ich in der ersten Nacht keine Probleme mit Kondenswasser. Leider hat es dann in der zweiten und dritten Nacht teilweise stark geregnet. Somit konnte ich auch gleich die Wasserdichtigkeit testen. Das Zelt ist in allen Belangen wunderbar wasserdicht und durch das wasserabweisende Innenzelt kam es selbst bei Kondensfeuchte nicht zu nassen Stellen im Zelt. Am Ende des dritten Tages war natürlich trotz Belüftung alles ein bisschen klamm, was jedoch normal sein dürfte.
Allerdings fand ich den Eingang des Zeltes bei Regen durchaus verbesserungswürdig: Die Innentür kann lediglich an einer Öse hochgebunden werden, sodass die Tür meist ein bisschen im Weg hängt. Hier hätte ich mir zum Ein- und Ausräumen, vor allem bei Regen, noch eine zweite Öse gewünscht, denn so macht man sich nur alles unnötig nass.

Das Raumangebot fand ich für ein Solozelt sehr gut. Auf einer Mehrtagestour hat man ja doch Einiges dabei. Das Innenzelt des Exogen 1 verfügt über eine Apsis, sodass man dort ohne Probleme neben der Isomatte noch eine Packtasche und ein paar Kleinigkeiten lagern kann. Das Außenzelt besitzt ebenso eine Apsis, in der ich meine zweite Packtasche lagern konnte. Daneben war dort auch genug Platz für Kochutensilien sowie Schuhe. Im Kopfteil des Innenzeltes sind zwei große Netztaschen angebracht (die auf der Wechsel Homepage beschriebene dritte Tasche konnte ich leider nicht finden) – gut geeignet für Wertsachen.

Durch die Y-Profile des Gestänges am Kopf- und Fußteil beginnen alle Wände recht steil. Damit hat man als 180 cm große Person gut Platz beim Liegen und stößt nicht mit den Füßen an die Zeltwand. Durch den zusätzlichen Rundbogen im Gestänge in der Zeltmitte kann man sich im Zelt auch bequem bewegen, etwa zum Umziehen oder Packen.

Ich würde das Exogen 1 von Wechsel als ein gut durchdachtes und robustes 1-Person-Zelt beschreiben, welches viel Komfort bietet und dabei trotzdem leicht ist. Die Materialauswahl des Stoffes hat sich in meinem Kurztest als sehr gut herausgestellt. Gerade das wasserabweisende Innenzelt ist ein schönes Detail, das wiederum auch wichtig sein kann, wenn das Zelt ohne Groundsheet aufgebaut wird. Hier muss man zwingend erst das Innenzelt aufbauen – im Regen durchaus ein Nachteil. Das Material war in meinen zwei Regennächten absolut wasserdicht. Der Aufbau geht auch allein schnell von der Hand und die Heringe können dank der doppelten Schlaufen flexibel platziert werden.
Das Raumangebot ist, sowohl von der Höhe als auch von der Fläche her, gut gewählt. Nur der Eingangsbereich ist minimal verbesserungswürdig. Insgesamt ist das Exogen 1 ein schönes, robustes Zelt, das sicher lange Freude machen wird.

+ sehr robust bei geringen Gewicht
+ intuitiver Aufbau
+ für ein Solozelt sehr gute Belüftung
+ großzügiges Raumangebot
+ gute Materialauswahl
– ohne Groundsheet muss das Innenzelt zuerst aufgebaut werden
– Eingangsbereich verbesserungswürdig

Exogen 1 Solozelt

Exogen 1 Solozelt

Kleines, leichtes, freistehendes 1-Personen-Zelt.

zum tapir-store

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