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Testbericht: Praktischer Kunstfaserschlafsack – Der ME Lunar II Women ist ein waschechter Allrounder

Testbericht: Praktischer Kunstfaserschlafsack – Der ME Lunar II Women ist ein waschechter Allrounder

Der Herbst hat begonnen, als wir im Oktober auf unser tapir- Testtour ins Altmühltal starten. Schon in der Vorbereitung zur 4-tägigen Tour habe ich mir überlegt, wo und womit ich auf den kommenden Campingplätzen schlafen möchte, im Zelt oder in der Hängematte. Als ein Fan von Sonnenaufgängen und der morgendlichen Stimmung fiel meine Entscheidung auf das Übernachten in der Hängematte – einfach mal so richtig abhängen und nachts der Natur lauschen. Doch warm sollte es schon sein. Also griff ich nach meinem neuen Testobjekt dieser Tour, dem Lunar II Women Schlafsack der britischen Marke Mountain Equipment, die schon zahllose Expeditionen ausgerüstet hat und unter Alpinisten als Outdoor-Marke bekannt ist. Der Lunar II hat eine Polarloft-Isolierung, die die perfekte Balance zwischen Wärme und Komfort bieten soll. Das Schöne an der synthetischen Isolierung ist, dass sie, wenn sie feucht wird, immer noch den Großteil ihrer isolierenden Eigenschaften behält. Im Oktober ist dies eine durchweg gute Sache!

Schon zu Hause wollte ich testen, ob die Long-Variante für meine 1,80 m Größe ausreicht und wieviel Platz der Schlafsack nun in meinem Deuter Gravity Expedition 45+ SL Rucksack einnimmt. Zunächst habe ich meinen neuen Kunstfaserschlafsack auf dem heimischen Teppich ausgebreitet und im Liegen festgestellt, dass der Schulterbereich einen breiten Schnitt für meine Bewegungsfreiheit und einen guten Loft hat.

Der Lunar II Women wird als ein leichter Dreijahreszeitenschlafsack beschrieben – ideal für Hüttenabenteuer in den Bergen, wildes Campen auf Bergkuppen im Sommer und mittelkühle Herbstnächte. Schon vorab wusste ich, dass mich nächtliche Temperaturen von 4-10 °C erwarten würden und ich war gespannt, ob der Schlafsack halten würde, was er verspricht. Vorsorglich habe ich als Frostbeule zusätzlich das Radiator Inlett von Cocoon eingepackt – man weiß ja nie …

Der kleine Packsack komprimiert den Schlafsack sehr gut; ich bekomme ihn ohne große Mühe verpackt. Zuerst habe ich anhand des Volumens Bedenken, dass es schwer werden könnte, wirklich jeden Kubikzentimeter in die Hülle zu pressen, doch das ging am Ende ganz gut. Mit 1.200 g inkl. Packsack und einem Packmaß von Ø 20 x 28 cm (Größe Long) passt er in viele Schlafsackfächer bei größeren Trekking- und Wanderrucksäcken. Mit meinen 1,80 m habe ich mich für die Größe Long (185 cm) entschieden und habe immer noch Platz, um Kleidung, die ich nicht am Körper trage, für den nächsten Morgen warmzuhalten.

Den Lunar II Women habe ich zuvor in meinem unbeheizten Schlafzimmer als Hütten-Alternative ausprobiert. Zusätzlich habe ich den Schlafsack in Kombination mit einer mückensicheren Hängematte, der Amazonas Adventure Moskito Thermo, getestet. Der Schlafsack erlebt seine erste Testnacht unter traumhaften Bedingungen in einem ultraleichten Amazonas-Hängematten-Setup, einem Trio aus der erwähnten Hängematte, Adventure Tarp und Adventure Rope. (wer einen detaillierten Bericht zu diesem Setup lesen möchte, wird in unserem Blog fündig: klick).

Ich habe gut geschlafen und fühlte mich auch im Fußbereich nicht eingeengt. Mit der Kordel am Schulterbereich konnte ich das Kopf- und den Kragenteil gut zusammenschnüren, um noch mehr von der Kälte geschützt zu sein. Der durchgehende 2-Wege-Reißverschluss erleichtert den Einstieg und die in der Innenseite verarbeitete Abdeckwulst unterstützt nochmals die Isolationsarbeit. Dazu gibt es zusätzlich Schutzleisten, die verhindern sollen, dass sich der Reißverschluss im Material verbeißt. Das Lunar besteht aus weichem „Lunar 40D“, einem 40-Denier-Nylon und ist somit sehr robust. Hier erwarte ich eine lange Lebensdauer. Außerdem soll das atmungsaktive Obermaterial in wärmeren Nächten Schweiß durchlassen. Der Kunstfaserschlafsack war stets komfortabel, was an seiner nahtlosen Verarbeitung liegen mag, die keinerlei Kältebrücken entstehen ließ. Nur mit der Wärme hat man deutliche Unterschiede gespürt.

In geschlossenen Räumen wie Hütten hält er gut warm, wenn die Raumtemperatur bei etwa 10 °C oder mehr liegen mag. Auch in einem Zelt, das ich aber nicht zum Testen genommen habe, stelle ich mir den Schlafsack bei kühlen Außentemperaturen angenehm warm vor. Doch als ich endlich meinen lang ersehnten Wunschm einmal im Freien in einer Hängematte zu schlafen realisierte, zeigte sich, dass es in der kalten Jahreszeit auf einen wirklich warmen Schlafsack ankommt.

Nachts hatten wir zwischen 3 und 7 °C, teilweise war es feucht und windig, da wir auf der Testtour vornehmlich in Gewässernahe campierten … Ohne die schützenden Wände einer Hütte oder eines Zeltes erkannte ich, dass der ausgeschriebene Komfortbereich von +4 °C hier nicht mehr ganz erreicht wird. Tatsächlich habe ich dann nachts mit langer Unterwäsche, einer Mütze und einer Fleecejacke von RAB die Nacht verbracht, was recht kuschlig war, aber dennoch kühl. Mein Cocoon-Inlett unterstützte dann letztendlich meinen Wunsch nach Wärme. Wer bei kühlen Temperaturen draußen ungeschützt schläft, der braucht womöglich aber noch eine wärmere Variante wie etwa den Glacier 450 Women. Mir hat diese Erfahrung vor allem gezeigt, dass man bei einer Übernachtung mit Hängematte in der Regel einen wärmeren Schlafsack braucht, als zunächst angenommen werden kann.

Kuschlig und angenehm darin zu schlafen ist der Lunar II auf jeden Fall. Für Hütten- und Kanutouren und das Schlafen im Zelt ist er ebenfalls eine gute Wahl, die mir sowohl vom Packmaß als auch vom Gewicht her gefallen hat.

+ nässeresistent und pflegeleicht

+ gutes Packmaß und leicht komprimierbar

+ wertige Verarbeitung

– für Hängematten-Übernachtungen nur eingeschränkt empfehlenswert (die Außentemperatur sollte dann deutlich über der angegebenen Komforttemperatur des Schlafsacks liegen)

 

Lunar II Women

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Lunar II

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